Stürme der Zukunft: Weniger Häufig, aber Intensiver**

Stürme der Zukunft: Weniger Häufig, aber Intensiver**

Die Auswirkungen des Klimawandels auf das Wettergeschehen sind ein zunehmend wichtiger Forschungsbereich. Eine aktuelle Studie, die in Zusammenarbeit zwischen dem Helmholtz-Zentrum Hereon und dem Max-Planck-Institut für Meteorologie durchgeführt wurde, beleuchtet einen bemerkenswerten Trend: In Zukunft wird mit einer Abnahme der Sturmaktivität im Nordostatlantik und in der Deutschen Bucht gerechnet, aber die verbleibenden Stürme könnten dafür an Intensität zunehmen.

Stürme in diesen Regionen sind bekannt dafür, erhebliche Schäden an Mensch und Umwelt anzurichten. Die Frage, wie sich ihre Häufigkeit und Intensität im Zuge des Klimawandels verändern wird, ist von zentraler Bedeutung. Die vorliegende Studie nutzt aktuelle Klimamodelle, um diese Veränderungen besser zu verstehen und zu prognostizieren. Die Forscher werteten Daten aus 32 Klimamodellen des internationalen CMIP6-Multi-Modell-Ensembles sowie zusätzlich aus Simulationen des Max-Planck-Instituts aus. Diese umfassende Analyse umfasst einen Zeitraum von 1850 bis 2014 sowie langjährige Beobachtungen im Nordatlantik seit 1875 und in der Deutschen Bucht seit 1897.

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die prognostizierte Abnahme der Sturmaktivität über alle Szenarien hinweg. Insbesondere für die Deutsche Bucht sagen die Modelle eine geringere Anzahl von Stürmen voraus. Doch paradoxerweise wird auch eine Zunahme der Intensität der stärksten Stürme vorhergesagt. Dies könnte mit veränderten Sturmzugbahnen zusammenhängen, die in der zukünftigen Forschung weiter untersucht werden müssen.

Die Forscher stellten ebenfalls fest, dass insbesondere West- und Nordwestwinde in der Region häufiger auftreten werden. Diese Windrichtungen sind von großer Bedeutung, da sie direkten Einfluss auf die Entstehung von Sturmfluten haben. Besonders erwähnenswert ist der Gegensatz zu anderen Regionen: Während für die Deutsche Bucht eine Zunahme der extrem starken Stürme prognostiziert wird, zeigen die Modelle für den Nordatlantik einen Rückgang solcher Extremereignisse. Dies legt nahe, dass sich die Zugbahnen der Stürme in der Zukunft verändern könnten.

Dr. Daniel Krieger, der Erstautor der Studie, hebt hervor, dass die Ergebnisse darauf hindeuten, dass sich die Muster der Sturmzugbahnen verschieben könnten. Er betont, dass es nicht ausreicht, sich nur auf Mittelwerte zu konzentrieren; vielmehr ist eine differenzierte Betrachtung der Stürme verschiedener Intensitäten notwendig. Nur so lässt sich erkennen, dass die Modelle für die stärksten Stürme in der Zukunft eine noch höhere Intensität vorhersagen.

Dr. Ralf Weisse, ein weiterer Autor der Studie und Abteilungsleiter am Hereon-Institut für Küstensysteme, unterstützt diese Einschätzung und weist darauf hin, dass die stärksten Stürme tatsächlich eine mögliche Zunahme zeigen. Diese Erkenntnisse werden von dem Forschungsteam genutzt, um zukünftige Analysen zu Sturmfluten und Wellenhöhen an der deutschen Nordseeküste zu integrieren. Die Zielsetzung ist es, die Auswirkungen auf den Küstenschutz und maritime Infrastrukturen präziser zu bewerten.

Die Forschungsergebnisse fließen in bedeutende Projekte ein, die sich mit Extremereignissen und Naturgefahren an den Küsten beschäftigen. Dazu gehören das WAKOS-Projekt, das Teil der BMFTR-Fördermaßnahme RegiKlim ist, sowie das METAscales-Projekt, das Teil der dritten Forschungsmission der Deutschen Allianz Meeresforschung ist. Beide Projekte zielen darauf ab, die Herausforderungen, die durch den Klimawandel entstehen, besser zu verstehen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln.

Das Helmholtz-Zentrum Hereon verfolgt mit seiner Forschung das Ziel, eine lebenswerten Zukunft zu gewährleisten. Rund 1000 Mitarbeiter arbeiten daran, das Wissen über Klima, Küste und Mensch zu erweitern und neue Technologien zu entwickeln, die Resilienz und Nachhaltigkeit fördern. Innovative Ansätze, die von grundlegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen bis zu praktischen Anwendungen reichen, stehen im Mittelpunkt der Bemühungen.

Das Max-Planck-Institut für Meteorologie, das ebenfalls eine lange Tradition in der Klimaforschung hat, setzt mit seinen hochkomplexen Erdsystemmodellen neue Maßstäbe. Es hat sich zum Ziel gesetzt, die Prozesse zu verstehen, die das Klima der Erde prägen und beeinflussen. In enger Zusammenarbeit mit anderen Forschungsinstitutionen in Hamburg und darüber hinaus trägt es zur vertieften Erforschung der Klimadynamik bei.

Insgesamt verdeutlicht die Studie die Notwendigkeit, die Entwicklungen im Sturmgeschehen im Kontext des Klimawandels weiter zu