Am 24. und 25. Februar 2026 fand an der Hochschule Pforzheim der 15. DGAW-Wissenschaftskongress statt, der sich mit innovativen Ansätzen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft auseinandersetzte. In einer Zeit, in der Kunststoffe in nahezu allen Lebensbereichen eine zentrale Rolle spielen, stehen wir gleichzeitig vor großen Herausforderungen im Hinblick auf Umwelt- und Klimaschutz. Die meisten Kunststoffe werden aus fossilen Rohstoffen hergestellt, und zahlreiche Recyclingmöglichkeiten bleiben ungenutzt, was zu erheblichen Verlusten wertvoller Ressourcen führt. Insbesondere bei Leichtverpackungen werden große Mengen energetisch verwertet, anstatt diese hochwertigen Materialien wieder in den Kreislauf zurückzuführen. Dies hat nicht nur ökologische Konsequenzen, sondern trägt auch erheblich zur Emission von Treibhausgasen bei.
Im Rahmen des Kongresses präsentierten junge Forschende ihre neuesten Erkenntnisse und Ideen zur Abfall- und Kreislaufwirtschaft. Ein Highlight war der Vortrag von Leon Deterding von der Hochschule Pforzheim, der sich mit der „Ökobilanz und Kreislaufwirtschaft im Kunststoffrecycling“ beschäftigte. Sein Fokus lag auf einem innovativen Einschritt-Sortierverfahren namens „Sort4Circle“. Hierbei handelt es sich um eine neue Technologie, die es ermöglicht, Kunststoffabfälle präziser zu sortieren und dadurch die Recyclingeffizienz erheblich zu steigern. Deterding verdeutlichte, dass durch die Anwendung solcher innovativen Technologien die Menge des gewonnenen Kunststoff-Rezyklats von aktuell etwa 276 Kilogramm pro Tonne Leichtverpackungen auf bis zu 480 Kilogramm angehoben werden kann. Dies würde die Recyclingquote von unter 50 Prozent auf über 80 Prozent erhöhen und somit einen wesentlichen Schritt in Richtung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft darstellen.
Ein zentrales Element in Deterdings Forschung war der Vergleich verschiedener Recyclingansätze. Er analysierte, wie präzisere Sortiermethoden und zusätzliche Recyclingverfahren, wie chemische Recyclingansätze für schwer verwertbare Kunststofffraktionen, die ökologischen Auswirkungen und die Recyclingquoten verbessern können. Die gewonnenen Erkenntnisse zeigen, dass durch die verbesserte Kreislaufführung pro Tonne Kunststoff-Leichtverpackung bis zu 850 Kilogramm CO₂-Äquivalente eingespart werden können. Jedes zusätzlich recycelte Kilogramm Kunststoff ersetzt die neu produzierte Ware, die aus fossilen Rohstoffen gewonnen wird, und trägt somit zur Reduktion von Energieverbrauch und Emissionen bei.
Der Kongress bot nicht nur eine Plattform für Vorträge, sondern auch eine wissenschaftliche Poster-Ausstellung, die Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse aus dem deutschsprachigen Raum gewährte. Themen reichten von praxisnahen Fortschritten in der Recyclingtechnologie bis hin zu KI-gestützten Ansätzen zur Materialtrennung und nachhaltigen Geschäftsmodellen zur Abfallvermeidung. Deterdings Poster wurde von der Jury mit dem dritten Platz ausgezeichnet, während Ronja Strobel von der Leibniz Universität Hannover den ersten Platz und Fabian Rüttnauer von der RWTH Aachen den zweiten Platz belegte.
Professor Jörg Woidasky, der Direktor der Forschungsstelle Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen an der Hochschule Pforzheim und Gastgeber des Kongresses, äußerte sich sehr positiv über die Veranstaltung. Er betonte die Bedeutung der Forschung im Bereich Abfall- und Kreislaufwirtschaft und hob hervor, dass es junge und engagierte Forschende braucht, um die Ansätze zur Nachhaltigkeit und zum Schutz der Umwelt voranzutreiben. Der DGAW-Wissenschaftskongress, der jährlich an einer der über 60 teilnehmenden Hochschulen stattfindet, eröffnet somit wertvolle Möglichkeiten für den Austausch innovativer Ideen und Zukunftsimpulse.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der 15. DGAW-Wissenschaftskongress eine bedeutende Plattform darstellte, um die Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft zu thematisieren und innovative Lösungsansätze vorzustellen. Die Forschungsergebnisse und Ideen von jungen Wissenschaftlern wie Leon Deterding sind entscheidend, um die Transformation hin zu einer nachhaltigeren und ressourcenschonenden Gesellschaft voranzutreiben.


















































