Das HIS-Institut für Hochschulentwicklung (HIS-HE) hat kürzlich eine umfassende Studie zur Personalsituation und Rekrutierung in den Verwaltungen deutscher Hochschulen veröffentlicht. Diese Untersuchung wirft ein Licht auf eine oft übersehene, aber essentielle Gruppe innerhalb der akademischen Institutionen: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschulverwaltung. Während viele Menschen bei dem Begriff „Hochschule“ sofort an Studierende, Professorinnen und Professoren oder Forscherinnen und Forscher denken, bleibt das Verwaltungspersonal häufig im Hintergrund, obwohl es einen entscheidenden Beitrag zur Funktionsfähigkeit von Studium, Lehre und Forschung leistet.
In den letzten Jahren hat HIS-HE in verschiedenen Projekten, Gesprächen und Fachveranstaltungen zahlreiche Hinweise auf die schwierige Personalsituation in den Hochschulverwaltungen erhalten. Diese Rückmeldungen waren der Anstoß für die systematische Untersuchung der personellen Lage und der Herausforderungen bei der Personalgewinnung in diesem Bereich. Die durchgeführte Studie basiert auf einem repräsentativen Online-Survey, der die wichtigsten Bereiche der Hochschulverwaltung beleuchtet, darunter Finanzen und Haushalt, Personal, Gebäudemanagement, Studierendenservices sowie IT- und Rechenzentren.
Die Ergebnisse der Studie bieten tiefgehende Einblicke in die spezifischen Schwierigkeiten, mit denen verschiedene Verwaltungsbereiche konfrontiert sind. So zeigt die Untersuchung auf, dass in vielen Hochschulen bereits jetzt personelle Engpässe absehbar sind. Diese Engpässe könnten sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen, was die Leistungsfähigkeit und Effizienz der Hochschulverwaltung gefährden könnte.
Ein zentrales Augenmerk der Studie liegt auch auf den Maßnahmen zur Personalgewinnung. Die Ergebnisse beleuchten sowohl die Chancen als auch die Grenzen der unterschiedlichen Strategien, die Hochschulen zur Anwerbung von qualifiziertem Personal ergreifen. Dabei wird deutlich, dass es nicht nur um die Rekrutierung von neuen Mitarbeitenden geht, sondern auch um die Bindung und Entwicklung des bestehenden Personals. Viele Hochschulen stehen vor der Herausforderung, ein attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen, das nicht nur junge Talente anspricht, sondern auch erfahrene Fachkräfte hält.
Die Studie bietet neben den Herausforderungen auch eine solide Basis für strategische Entscheidungen in der Personalpolitik der Hochschulverwaltungen. Die gewonnenen Erkenntnisse können dazu beitragen, gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Personalsituation zu entwickeln und umzusetzen. Die Ergebnisse sind sowohl für Hochschulverantwortliche als auch für politische Entscheidungsträger von Interesse, die sich mit der Zukunft der Hochschulen auseinandersetzen.
Ein weiterer Aspekt, der in der Studie behandelt wird, ist die Rolle der Digitalisierung in der Hochschulverwaltung. Der zunehmende Einsatz von digitalen Technologien verändert nicht nur die Arbeitsabläufe, sondern auch die Anforderungen an die Mitarbeitenden. Hochschulen müssen sich nicht nur auf die technische Ausstattung konzentrieren, sondern auch sicherstellen, dass das Personal über die notwendigen digitalen Kompetenzen verfügt, um die neuen Technologien effektiv nutzen zu können.
Insgesamt verdeutlicht die Studie, dass die Hochschulverwaltungen eine tragende Säule der akademischen Institutionen darstellen. Ohne die engagierte Arbeit der Verwaltungskräfte, die oft im Hintergrund agieren, wäre eine effiziente und reibungslose Durchführung von Studium und Forschung nicht möglich. Es ist höchste Zeit, die Bedeutung dieser unsichtbaren Akteure zu erkennen und ihnen die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die sie verdienen.


















































