Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, insbesondere auf kommunaler Ebene, wo sie eine entscheidende Rolle in der Entwicklung intelligenter Städte spielt. Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) stellt heraus, wie Gemeinden den digitalen Wandel strategisch angehen und gleichzeitig den Bürger:innen zugänglich machen können. Das Herzstück dieser Bemühungen bilden so genannte „Ankerorte des digitalen Wandels“, wie Stadtlabore, Makerspaces und Digitalwerkstätten. Diese Einrichtungen sind entscheidend, um Digitalisierung nicht nur zu erklären, sondern sie auch aktiv zu gestalten und langfristig zu verankern.
Die Studie hebt hervor, dass solche Ankerorte eine zentrale Rolle im Prozess der digitalen Transformation spielen, indem sie Information, Beteiligung und digitale Bildung miteinander verknüpfen. Sie bieten den Bürger:innen die Möglichkeit, aktiv an der digitalen Stadtentwicklung teilzunehmen. Jan Abt, einer der Autoren der Studie, betont, dass die Ankerorte es ermöglichen, abstrakte Digitalisierungsstrategien in konkrete, alltagsnahe Anwendungen zu übersetzen. Diese Orte fördern das Vertrauen der Bürger:innen, schaffen Beteiligungsmöglichkeiten und stärken deren digitale Kompetenzen.
Eine Vielzahl von Erfahrungen aus über 50 Ankerorten, die im Rahmen des Bundesförderprogramms „Modellprojekte Smart Cities“ eingerichtet wurden, fließen in die Studie ein. Diese Analyse befasst sich mit den erfolgreichsten Modellen und den zentralen Erfolgsfaktoren, die für die Etablierung und den Betrieb solcher Einrichtungen von Bedeutung sind. Die Ergebnisse richten sich insbesondere an kommunale Verwaltungen, Smart-City-Teams und Verantwortliche für Stadtentwicklung und Digitalisierung, die nach praktikablen Modellen suchen.
Die Forschung teilt die Ankerorte in fünf Grundtypen auf: Informations- und Beteiligungsorte, digitale Bildungsräume, Technikwerkstätten und Makerspaces, ko-kreative Transformationslabore sowie Plattformen für die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Für jeden dieser Typen werden spezifische Ziele, Zielgruppen, Formate und Kooperationsmodelle beschrieben. Dies ermöglicht es den Kommunen, die Modelle zu wählen, die am besten zu ihren individuellen Zielen passen, oder mehrere Funktionen sinnvoll miteinander zu kombinieren.
Die Studie illustriert ihre Ergebnisse mit konkreten Beispielen: In Soest etwa wird ein Stadtlabor genutzt, um innovative Smart-City-Projekte direkt im Stadtzentrum zu präsentieren und die Bürger:innen zur aktiven Mitgestaltung einzuladen. In Süderbrarup wird ein Digitalzentrum betrieben, das die digitale Bildung im ländlichen Raum fördert und durch einen mobilen Bildungsbus ergänzt wird. In Mayen-Koblenz wird im Makerspace praktisches Arbeiten gefördert, um MINT-Kompetenzen zu vermitteln. Solche Beispiele verdeutlichen, wie wichtig die Lage, das Profil und die Kooperationen sind, um die Reichweite und Wirkung dieser Initiativen zu maximieren.
Die Studie behandelt auch wichtige Aspekte wie Standortwahl, Organisationsformen, die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft sowie die nachhaltige Finanzierung nach dem Ende von Förderprogrammen. Die Erkenntnisse zeigen, dass erfolgreiche Ankerorte nicht isoliert betrachtet werden sollten, sondern vielmehr als integrale Bestandteile einer modernen kommunalen Infrastruktur zur digitalen Daseinsvorsorge. Jan Abt weist darauf hin, dass der digitale Wandel dort besonders erfolgreich ist, wo Kommunen in Orte investieren, die Lernen, Austausch und Mitgestaltung auf Dauer ermöglichen.
Die Untersuchung zeigt zudem, dass Ankerorte in unterschiedlichsten kommunalen Kontexten, sei es in Großstädten, Mittelzentren oder ländlichen Gebieten, erfolgreich implementiert werden können. Für Kommunen, die ihre Smart-City-Strategien weiterentwickeln oder festigen möchten, bietet die Studie wertvolle Entscheidungshilfen und Orientierung für die digitale Gestaltung im Sinne der Bürger:innen.
Die gesamte Studie ist online zugänglich und bietet umfassende Informationen sowie praktische Handlungsempfehlungen für die Kommunen. Das Deutsche Institut für Urbanistik setzt sich als führendes Stadtforschungsinstitut für die Unterstützung der kommunalen Praxis in Deutschland ein und strebt an, das Wissen und die Erfahrungen aus den Modellprojekten nachhaltig zu verbreiten.


















































