Handlungsempfehlungen für die Eventbranche in Zeiten extremer Wetterereignisse**

Handlungsempfehlungen für die Eventbranche in Zeiten extremer Wetterereignisse**

In den letzten Jahren hat das Thema Klimawandel immer mehr an Bedeutung gewonnen, insbesondere für die Eventbranche, die stark von extremen Wetterbedingungen betroffen ist. Ein Forschungsprojekt, das an der Hochschule und Universität Osnabrück durchgeführt wurde, hat sich intensiv mit den Herausforderungen auseinandergesetzt, die durch Klimafaktoren wie Hitze, Starkregen und Stürme entstehen. Ziel des Projekts mit dem Titel „KlimaEvent“ war es, praxisnahe Handlungsempfehlungen zu entwickeln, die es Veranstaltern ermöglichen, ihre Events klimaresilient zu gestalten.

Die Veranstaltungsbranche ist ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Wirtschaft. Mit etwa 1,5 Millionen Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von rund 130 Milliarden Euro ist sie ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Allerdings ist sie auch besonders anfällig für die Auswirkungen von Wetterextremen. Solche Ereignisse können nicht nur die Durchführung von Veranstaltungen gefährden, sondern auch die Infrastruktur, die für die Anreise und Logistik notwendig ist, stark beeinträchtigen. Prof. Dr. Kai Michael Griese, der das Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Kim Werner leitet, merkt an, dass die Branche zwar die Risiken erkennt, jedoch oft erst nach einem Vorfall handelt, anstatt proaktiv Maßnahmen zu ergreifen.

Das Projekt „KlimaEvent“ wurde in Kooperation mit der Gemeinde Bad Essen durchgeführt, wo der Historische Markt als Fallbeispiel diente. Bei dieser Veranstaltung, die jährlich über 50.000 Besucher anzieht, wurden durch Interviews, Befragungen und Workshops mit verschiedenen Beteiligten, darunter Veranstalter, Aussteller und Technikdienstleister, die spezifischen Risiken identifiziert. Die Studienergebnisse zeigten, dass Hitze hauptsächlich als Belastung für Mitarbeiter angesehen wird, während Starkregen und Stürme insbesondere als Bedrohung für die Infrastruktur und die Sicherheit der Besucher wahrgenommen werden. Eine Umfrage ergab, dass 55 Prozent der Aussteller Windböen und Stürme als größte Risiken identifizieren, obwohl nur ein Drittel der Stände bereits Schutzmaßnahmen implementiert hatte.

Die Erkenntnisse des Forschungsteams legen nahe, dass viele der identifizierten Risiken relativ leicht zu minimieren sind. Dazu gehören einfache Schutzmaßnahmen, eine klare Zuweisung von Verantwortlichkeiten und eine verbesserte Kommunikation zwischen den Beteiligten. Die Forscher betonen, dass es entscheidend ist, Klimaanpassung von Anfang an in die Planung von Veranstaltungen zu integrieren. Prof. Werner erklärt, dass das Hauptziel des Projekts darin bestand, nicht nur auf bestehende Risiken hinzuweisen, sondern auch konkrete Lösungen zu entwickeln, die den Veranstaltern helfen, sich besser auf extreme Wetterbedingungen vorzubereiten. Dazu gehören unter anderem Handlungsempfehlungen für den Schutz vor extremen Wetterereignissen sowie Checklisten zur Durchführung klimaangepasster Veranstaltungen.

Um die gewonnenen Erkenntnisse zugänglich zu machen, wurde eine Webseite unter www.klima-event.de eingerichtet. Dort finden Veranstalter detaillierte Informationen zur Minimierung von Risiken durch Extremwetter, sowie spezifische Checklisten für Hitze, Sturm und Starkregen. Diese Listen enthalten konkrete Schwellenwerte und Warnstufen, die bei der Planung von Veranstaltungen helfen sollen, sowie Tipps zur Durchführung von Risikoanalysen und Empfehlungen für ein effektives Krisenmanagement.

Das Forschungsprojekt „KlimaEvent“ wurde über drei Jahre vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit etwa 122.000 Euro gefördert. Neben den Hochschulen und der Gemeinde Bad Essen waren auch verschiedene andere Partner wie das GCB German Convention Bureau e.V. und der Landkreis Osnabrück beteiligt. Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Arbeit an den Themen Klimaanpassung und Risikomanagement fortgesetzt werden sollte. In einem zukünftigen Projekt ist geplant, den Historischen Markt in Bad Essen als virtuelle Umgebung nachzubilden. Dies soll es ermöglichen, Risiken und Anpassungsmaßnahmen in Simulationen und Planspielen zu erproben und weiter zu verfeinern.

Insgesamt zeigt das Projekt „KlimaEvent“, wie wichtig es ist, dass die Eventbranche sich proaktiv mit den Herausforderungen des Klimawandels auseinandersetzt und geeignete Maßnahmen ergreift, um die Sicherheit und den Erfolg von Veranstaltungen zu gewährleisten.