NISys-Promotionsretreat: Ein Forum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft**

NISys-Promotionsretreat: Ein Forum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft**

Das NISys-Promotionsretreat hat sich als bedeutende Plattform etabliert, die es Doktorandinnen und Doktoranden der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS), der Technischen Hochschule Aschaffenburg (TH AB) und der Hochschule Coburg ermöglicht, ihre Forschungsprojekte vorzustellen und sich fachlich auszutauschen. Bei der Veranstaltung, die kürzlich an der TH AB stattfand, nahmen etwa 130 Teilnehmende teil, darunter zahlreiche Promovierende, die über 90 aktuelle Forschungsprojekte präsentierten. Diese Initiative ist Teil des Promotionszentrums für Nachhaltige und Intelligente Systeme (NISys), das sich innerhalb von nur zwei Jahren zu einem wichtigen Bestandteil der Forschungslandschaft entwickelt hat.

Der wissenschaftliche Leiter, Professor Dr. Jürgen Hartmann von der THWS, eröffnete die Veranstaltung und unterstrich die beeindruckende Diversität der vorgestellten Projekte. Er berichtete von den aktuellen Zahlen des Promotionszentrums, das mittlerweile 96 Promovierende und 51 Betreuende umfasst und bereits erste erfolgreiche Promotionen verzeichnen kann. Hartmann betonte die Bedeutung dieser Entwicklung für die Region und die wissenschaftliche Gemeinschaft.

Professorin Dr. Eva-Maria Beck-Meuth, Präsidentin der TH Aschaffenburg, würdigte das Engagement der Professorinnen und Professoren, die maßgeblich zum Erfolg des NISys beigetragen haben. Ihrer Meinung nach ist die Unterstützung, die die Promovierenden an diesen Hochschulen erhalten, einzigartig und stellt einen entscheidenden Vorteil für die Promotion an Fachhochschulen dar. Sie ermutigte die Teilnehmenden, die Gelegenheit zu nutzen, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und voneinander zu lernen, da die Promotionszeit oft herausfordernd und wettbewerbsintensiv ist.

Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war die Keynote von Professor Dr. Karim Khakzar, Präsident der Hochschule Fulda, der seine Erfahrungen beim Aufbau eines Promotionszentrums in Hessen teilte. Er gab Einblicke in die strategischen Ansätze, die zur Etablierung tragfähiger Strukturen für Promotionen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften führten und damit den Weg für ähnliche Initiativen in ganz Deutschland ebneten.

Der Kern des Retreats bestand aus einer wissenschaftlichen Posterausstellung sowie Pitching- und Vortragssessions, in denen die Doktorandinnen und Doktoranden ihre Forschungsergebnisse vorstellten. Diese Formate ermöglichten nicht nur einen Überblick über die verschiedenen Projekte, sondern auch tiefere Einblicke in spezifische Themen. Lukas Riedelbauch, ein Promovierender an der Hochschule Coburg, lobte die abwechslungsreiche Struktur der Veranstaltung, die sowohl für den Austausch als auch für die Vertiefung von Fachthemen förderlich war.

Die vorgestellten Forschungsprojekte deckten ein breites Spektrum ab. Die Themen reichten von nachhaltigen Energiesystemen, wie der Dekarbonisierung von Wärmenetzen und der Entwicklung von Energiespeichern, über die Anwendung von Künstlicher Intelligenz und IT-Sicherheit bis hin zu autonomen Robotiksystemen und neuen Verfahren in der Material- und Produktionstechnologie. Auch datenbasierte Mobilitätsansätze fanden sich in mehreren Projekten wieder, was die Relevanz der Forschung für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region unterstreicht.

Das NISys-Promotionszentrum fungiert als Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, indem es Unternehmen in Unterfranken direkten Zugang zu hochqualifizierten Nachwuchskräften bietet. Die Promovierenden arbeiten an praxisnahen Fragestellungen und stehen in engem Kontakt mit der Industrie, wodurch nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden, sondern auch konkrete Lösungen für regionale Herausforderungen entwickelt werden.

Zusätzlich zum NISys wird an der THWS bald auch das Promotionszentrum „Lebenswelten im Wandel – Sozial- und gesundheitswissenschaftliche Perspektiven (LiWa)“ eröffnet. Professorin Dr. Tanja Henking, die interimistisch die Leitung des neuen Zentrums übernimmt, erläuterte, dass die Forschungsschwerpunkte auf Gesundheit und Wohlbefinden, digitaler Transformation und gesellschaftlichem Wandel liegen. Diese Themen sind besonders relevant für die heutigen Herausforderungen in den Lebenswelten der Menschen.

Insgesamt verdeutlicht das NISys-Promotionsretreat die dynamische Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen in der Region und deren Engagement für innovative Forschung und praxisnahe Lösungen. Die Möglichkeit zur Promotion an einer Fachhochschule bietet nicht nur den Doktorandinnen und Doktoranden, sondern auch der Wirtschaft wertvolle Perspektiven und Chancen.