Nachhaltige Archivierung agrarwissenschaftlicher Daten: Eine wegweisende Partnerschaft**

Nachhaltige Archivierung agrarwissenschaftlicher Daten: Eine wegweisende Partnerschaft**

In der heutigen Zeit spielt die Erhaltung und Zugänglichkeit von agrarwissenschaftlichen Forschungsdaten eine entscheidende Rolle für die nachhaltige Landnutzung und die Sicherstellung der globalen Ernährung. Daten wie Bodenfeuchte, Nährstoffgehalte, Erträge aus landwirtschaftlichen Versuchen, Klimadaten und Informationen zur Biodiversität sind unerlässlich für die Forschung in diesen Bereichen. Diese Informationen werden häufig über längere Zeiträume in Form von Langzeitstudien gesammelt und liegen in verschiedenen Formaten vor. Um sicherzustellen, dass diese wertvollen Daten dauerhaft zugänglich und nutzbar bleiben, haben das ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften und das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. eine wegweisende Kooperation ins Leben gerufen.

Im Rahmen dieser Partnerschaft wird ein einheitlicher Standardprozess entwickelt, der es ermöglicht, agrarwissenschaftliche Daten strukturiert zu veröffentlichen und langfristig zu archivieren. Das ZALF ist dabei verantwortlich für die qualitätsgesicherte Veröffentlichung der Daten im Forschungsdatenrepositorium BonaRes. Hier werden die Daten nach den FAIR-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) kuratiert, was bedeutet, dass sie strukturiert und mit Metadaten versehen werden, um ihre Nachnutzbarkeit zu gewährleisten. Zusätzlich erhalten die Daten einen permanenten Identifikator, der ihre Zitierfähigkeit sicherstellt.

Das ZB MED spielt in diesem Prozess eine entscheidende Rolle, indem es die veröffentlichten Daten automatisch in ein digitales Langzeitarchiv übernimmt. Dieses Archiv wird kontinuierlich auf technische Fehler überprüft, um den langfristigen Erhalt der Daten sicherzustellen. Diese Vorgehensweise garantiert, dass Informationen auch bei technologischen Veränderungen oder im Falle von Infrastrukturausfällen weiterhin verfügbar und interpretierbar bleiben.

Ein zentraler Aspekt der Zusammenarbeit ist die Qualitätssicherung, die durch eine enge Abstimmung zwischen dem Repositorium und dem Langzeitarchiv gewährleistet wird. Daten, die Fehler aufweisen, werden umgehend zurückgemeldet, sodass notwendige Korrekturen schnell vorgenommen werden können. Darüber hinaus finden regelmäßige Überprüfungen der Daten und Metadaten auf ihre Zukunftsfähigkeit statt. Dies umfasst die Weiterentwicklung von Standards und die Anpassung der Kuratierungsprozesse. So entsteht ein nachhaltiger Kreislauf, der Qualitätssicherung, Veröffentlichung und dauerhafte Verfügbarkeit systematisch miteinander verknüpft.

Ein weiteres wichtiges Ziel dieser Kooperation ist die Absicherung der Daten für den Fall, dass das BonaRes-Repositorium langfristig nicht mehr verfügbar sein sollte. Dies könnte durch disruptive technische Entwicklungen oder Umweltkatastrophen bedingt sein. Durch die Zusammenarbeit mit dem ZB MED wird sichergestellt, dass auch in solchen Fällen die Daten weiterhin erhalten bleiben.

Die Initiative ist zudem ein Teil der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und leistet über das Konsortium FAIRagro einen bedeutenden Beitrag. Die Kooperation mit ZB MED trägt dazu bei, die langfristige FAIRness der Daten zu stärken und ihre verlässliche Nachnutzbarkeit für die Forschung zu garantieren. Beide Institutionen, sowohl das ZB MED als auch das BonaRes-Repositorium, haben die Zertifizierung mit dem CoreTrustSeal erhalten, die ihre Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit unterstreicht.

Insgesamt zeigt diese innovative Partnerschaft, wie durch die Kombination von Expertise und Ressourcen eine nachhaltige Lösung für die Archivierung und den Erhalt von agrarwissenschaftlichen Daten geschaffen werden kann. Die enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen stellt sicher, dass wichtige Forschungsdaten für zukünftige Generationen von Wissenschaftlern und Forschern zugänglich bleiben. Dadurch wird nicht nur die Qualität der Forschung gefördert, sondern auch ein wesentlicher Beitrag zur globalen Ernährungssicherung und nachhaltigen Landnutzung geleistet.