Anstieg der Hochschulabsolventen ohne Abitur: Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen**

Anstieg der Hochschulabsolventen ohne Abitur: Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen**

Immer mehr Menschen ohne Abitur entscheiden sich für ein Hochschulstudium in Deutschland. Die neuesten Statistiken zeigen, dass im Jahr 2024 erstmals mehr als 10.000 Absolventen ohne die traditionelle Hochschulzugangsberechtigung ihren Abschluss erfolgreich erlangten. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass das Studium ohne Abitur mittlerweile einen festen Platz im deutschen Bildungswesen einnimmt und die Durchlässigkeit des Hochschulsystems gefördert wird.

Derzeit sind etwa 70.000 Studierende ohne Abitur an deutschen Hochschulen eingeschrieben, was in etwa 2,4 Prozent aller Studierenden entspricht. Dies bleibt im Vergleich zum Vorjahr stabil. Eine erfreuliche Steigerung ist jedoch bei den neu immatrikulierten Studierenden zu verzeichnen: Rund 13.000 Erstsemester ohne Abitur haben sich für ein Studium entschieden, was einem Anteil von 2,7 Prozent entspricht. Der Rekordwert von 10.270 Absolventen ohne (Fach-)Abitur in 2024 unterstreicht die positive Entwicklung in diesem Bereich. Insgesamt haben seit der Einführung des Studiums ohne Abitur im Jahr 2009 mehr als 104.000 beruflich Qualifizierte einen akademischen Abschluss erlangt.

Im regionalen Vergleich zeigt sich, dass Bremen, Thüringen und Hamburg die höchsten Quoten an Studierenden ohne Abitur aufweisen. Bremen führt mit einem Erstsemesteranteil von 5,8 Prozent, gefolgt von Thüringen mit 5 Prozent und Hamburg mit 4,5 Prozent. In den letzten Jahren war Thüringen häufig an der Spitze, vor allem aufgrund der privaten IU Internationale Hochschule. Allerdings ist die Zahl der Erstsemester an dieser Hochschule im Jahr 2024 gesunken. Die FernUniversität Hagen hat in diesem Jahr wieder die meisten Erstsemester ohne Abitur verzeichnet, gefolgt von der FOM Hochschule für Oekonomie & Management und der IU Internationalen Hochschule.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die nahezu flächendeckende Verbreitung des Studiums ohne Abitur in Deutschland. An 392 von 422 Hochschulen sind Studierende ohne die allgemeine oder Fachhochschulreife eingeschrieben, was einem Anteil von 93 Prozent entspricht. Die meisten dieser Studierenden wählen große Hochschulen, insbesondere Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften, die oft über 7.000 Studierende verfügen. Auch einige Universitäten mit mehr als 25.000 Studierenden sind bei diesen Studierenden beliebt.

Die typischen Erstsemester ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung sind im Durchschnitt 30 Jahre alt und entscheiden sich häufig für Bachelorstudiengänge anwendungsorientierter Hochschulen. Dominierende Fächer sind die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, die zusammen einen Anteil von 50 Prozent der Erstsemester ausmachen, gefolgt von den Ingenieurwissenschaften mit 19,1 Prozent. Besonders im Bereich der Gesundheitswissenschaften und Pflege gibt es eine steigende Nachfrage: Etwa ein Viertel der Studierenden in diesen Fachrichtungen hat sich über eine berufliche Qualifikation und nicht über den Schulabschluss für das Studium qualifiziert.

Aktuell sind rund 1.100 Studierende in den Bereichen Medizin und Zahnmedizin eingeschrieben, die zuvor berufliche Erfahrungen im Gesundheitswesen gesammelt haben, aber kein Abitur besitzen. Dies zeigt, dass der Zugang zu akademischen Studiengängen ohne Abitur nicht nur möglich ist, sondern auch zunehmend attraktiv wird.

Für alle, die sich für ein Studium ohne Abitur interessieren, gibt es umfassende Informationen zu den Zulassungsverfahren in den Ratgebern „Studieren ohne Abitur“ und „Medizinstudium ohne Abitur“. Weitere Details und aktuelle Zahlen sind auf der Webseite „studieren-ohne-abitur.de“ abrufbar. Diese Plattform bietet eine wertvolle Ressource für Studieninteressierte ohne Hochschulzugangsberechtigung, um sich über die verschiedenen Studienmöglichkeiten und Zugangsvoraussetzungen zu informieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklung der Hochschulabsolventen ohne Abitur in Deutschland eine erfreuliche Tendenz darstellt, die die Chancengleichheit im Bildungsbereich fördert und den Zugang zu akademischer Bildung für ein breiteres Publikum öffnet.