Verwaltungsfachhochschulen (VFH) in Deutschland sind oft im Schatten der größeren Universitäten und Hochschulen, dabei spielen sie eine entscheidende Rolle im deutschen Verwaltungswesen. Diese Institutionen, die häufig in kleineren Städten angesiedelt sind, bilden den Grundstein für die Ausbildung des Fachpersonals, das in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Dienstes tätig ist. Ein aktueller DatenCHECK des CHE Centrum für Hochschulentwicklung hebt die besonderen Merkmale und die Bedeutung dieser Hochschulen hervor. Begleitend dazu wurde ein umfassender Ratgeber für Studieninteressierte veröffentlicht, der wertvolle Informationen zu Zugangsvoraussetzungen, Studieninhalten und beruflichen Perspektiven bietet.
Im Wintersemester 2024/25 waren fast 60.000 Studierende an einer Verwaltungsfachhochschule eingeschrieben, was etwa 2 % der gesamten Studierendenschaft in Deutschland entspricht. Die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung in Nordrhein-Westfalen zählt zu den größten ihrer Art mit rund 13.000 Studierenden. Verwaltungsfachhochschulen sind in nahezu allen Bundesländern vertreten und werden meist von staatlichen oder kommunalen Trägern betrieben. Laut Cort-Denis Hachmeister, Autor des DatenCHECKS, werden diese Hochschulen oft von der Hochschulpolitik übersehen, obwohl sie systematisch den Nachwuchs für essenzielle Bereiche wie Polizei, Zoll, Justiz oder Finanzverwaltung sichern.
Das Studienkonzept an Verwaltungsfachhochschulen ist überwiegend dual angelegt. Die Studierenden verbringen Zeit sowohl im Hörsaal als auch in der praktischen Ausbildung innerhalb der Verwaltung. Viele der Studierenden befinden sich bereits in einem Beamtenverhältnis auf Widerruf und erhalten ein monatliches Gehalt von etwa 1.500 Euro. Die Studiengänge sind klar strukturiert und bereiten die Absolventen gezielt auf eine Karriere im gehobenen Dienst vor. Die Hochschulen sind meist abseits der großen urbanen Zentren angesiedelt und bieten in der Regel ein bis drei spezialisierte Studiengänge an. Der Anteil internationaler Studierender bleibt aufgrund der strengen Zugangsvoraussetzungen – insbesondere im Bereich der Polizei – unter einem Prozent.
Ein auffälliges Merkmal der Verwaltungsfachhochschulen ist die Zusammensetzung des akademischen Personals. Im Vergleich zu anderen Hochschultypen ist der Anteil an Dozenten und Assistenten höher, während der Anteil wissenschaftlicher Mitarbeiter geringer ist. Dies führt zu einer anderen Lehr- und Lernkultur, die auf praxisnahe Ausbildung und enge Zusammenarbeit mit der Verwaltung fokussiert ist.
Um Studieninteressierten eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten, hat das CHE einen neuen Kompakt-Ratgeber in der Reihe „CHE kurz + kompakt“ herausgebracht. Dieser Ratgeber umfasst FAQs, Informationsquellen sowie Checklisten, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Studieninteressierten eingehen. Hachmeister betont, dass das Studium an Verwaltungsfachhochschulen keine Option für Unentschlossene ist, sondern eine hervorragende Wahl für diejenigen, die früh Verantwortung übernehmen und aktiv gestalten möchten. Der Ratgeber gibt einen Überblick darüber, was zukünftige Studierende erwarten können und welche Qualifikationen sie mitbringen sollten.
Die Daten, die im Rahmen des DatenCHECKS ausgewertet wurden, stammen unter anderem vom Statistischen Bundesamt und dem Hochschulkompass der HRK. Der CHECK bietet interaktive Karten und Diagramme zur Analyse von Studienangeboten, der Studierenden- und Personalstruktur an Verwaltungsfachhochschulen. Die Grundlage der Daten bildet das Wintersemester 2024/25.
Die Bedeutung der Verwaltungsfachhochschulen für die Ausbildung des öffentlichen Dienstes kann nicht genug betont werden. Sie stellen sicher, dass die Institutionen des Staates weiterhin mit gut ausgebildeten Fachkräften besetzt sind, die in der Lage sind, den Anforderungen des modernen Verwaltungsalltags gerecht zu werden. Daher ist es unerlässlich, diesen Hochschultyp nicht nur zu erkennen, sondern auch aktiv zu unterstützen und zu fördern.
