COP30 enttäuscht: Wuppertal Institut veröffentlicht kritische Analyse zur Weltklimakonferenz in Bel…

COP30 enttäuscht: Wuppertal Institut veröffentlicht kritische Analyse zur Weltklimakonferenz in Bel…

Die Weltklimakonferenz COP30, die in Belém, Brasilien, stattfand, hat die Hoffnungen vieler Beobachter und Experten nicht erfüllt. Laut einem aktuellen Bericht des Wuppertal Instituts konnten die drängenden Fragen des globalen Klimawandels nicht angemessen adressiert werden. Trotz der zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels auf internationaler Ebene gelang es den teilnehmenden Staaten nicht, in entscheidenden Bereichen gemeinsame Beschlüsse zu fassen. Besonders die großen Produzenten fossiler Brennstoffe, darunter OPEC-Länder und Russland, haben Fortschritte weitgehend blockiert.

Die Forscher des Wuppertal Instituts haben die Ergebnisse der Konferenz analysiert und kommen zu dem Schluss, dass nun eine starke Koalition von Staaten erforderlich ist, die über die Grenzen der UN-Klimaverhandlungen hinaus verbindliche Maßnahmen zur Reduzierung fossiler Brennstoffe vorantreibt. Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Präsident des Wuppertal Instituts, äußerte sich kritisch: „Es ist offensichtlich, dass die bisherigen Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft nicht ausreichen, um die angestrebte 1,5-Grad-Grenze einzuhalten. Statt echte Strategien zur Trendumkehr zu entwickeln, wurde der notwendige schrittweise Ausstieg aus fossilen Brennstoffen in den Konferenzbeschlüssen nicht einmal angesprochen.“

Seit der COP in Glasgow 2021 hat sich der Fokus der Klimakonferenzen zunehmend auf die Ursachen des Klimawandels, insbesondere die Nutzung fossiler Brennstoffe, verschoben. Dennoch verhinderten die Widerstände der fossilen Staaten, die angesichts des Konsensprinzips der COPs wie ein Veto wirken, konkrete Ergebnisse. Anders als bei früheren Konferenzen gelang es auf der COP30 nicht, diese Staaten zu isolieren. Dies wurde unter anderem durch den Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen und die schwache EU-Position in Belém begünstigt.

Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die unzureichende finanzielle Unterstützung für viele Länder des Globalen Südens, die dringend auf Hilfe zur Energiewende und Anpassung an die Folgen des Klimawandels angewiesen sind. Wohlhabendere Staaten haben in diesem Bereich bislang nicht genug getan, was erneut die Bildung eines breiten Bündnisses zur Isolierung bremsender Staaten erschwerte. Trotz dieser Herausforderungen versuchte die Konferenzleitung, mit der COP30 Action Agenda positive Akzente zu setzen, doch diese konnten die allgemeinen Mängel der Konferenz nicht verdecken.

Wolfgang Obergassel, Co-Leiter des Forschungsbereichs Internationale Klimapolitik am Wuppertal Institut, betonte die Komplexität des Klimawandels als ein Verteilungs- und Transformationsproblem. „Klimaschutz würde die verbleibenden fossilen Ressourcen und die darauf basierenden Anlagen erheblich entwerten. Daher gibt es vonseiten der Staaten und Unternehmen, die Eigentümer dieser fossilen Vorräte sind, starke Anreize, effektiven Klimaschutz zu bremsen“, erklärte er.

Um den ambitionierteren Staaten entgegenzukommen, hat Brasilien angekündigt, im kommenden Jahr Fahrpläne zur Abkehr von fossilen Brennstoffen und zur Beendigung der Abholzung außerhalb des formalen UNFCCC-Prozesses zu entwickeln. Kolumbien wird zusammen mit den Niederlanden eine internationale Konferenz zur Unterstützung des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen organisieren. „Es ist jetzt wichtiger denn je, eine Koalition der Willigen zu bilden. Trotz aller Blockaden muss das Thema Ausstieg aus fossilen Brennstoffen im Zentrum der Diskussionen bleiben“, so Obergassel.

Die Staaten haben sich darauf geeinigt, die Gespräche über konkrete Details eines Just Transition Mechanism bei den nächsten Zwischenverhandlungen im Sommer 2026 in Bonn zu beginnen. Diese Vereinbarung stellt einen der wenigen positiven Fortschritte dar, die aus Belém hervorgegangen sind.

Der Analysebericht des Wuppertal Instituts mit dem Titel „The Bitter (COP of) Truth – Belém 2025 climate conference not up to the challenge“ bietet einen umfassenden Überblick über die Ergebnisse der COP30 und ist kostenlos verfügbar. Am 4. Dezember 2025 werden die Forscher des Instituts ihre Bewertung der Konferenz beim digitalen Wuppertal Lunch vorstellen und mit Experten darüber diskutieren. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist ebenfalls kostenlos und erfordert eine vorherige Anmeldung.