Neuer Holzkohle-Atlas zur Unterstützung der EU-Entwaldungsverordnung**

Neuer Holzkohle-Atlas zur Unterstützung der EU-Entwaldungsverordnung**

Das Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte hat einen umfassenden „Holzkohle-Atlas“ entwickelt, der Unternehmen und Behörden dabei helfen soll, die Herkunft von Holzkohle und Grillbriketts im Einklang mit der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) nachzuvollziehen. Diese neue Publikation liefert detaillierte Informationen und mikroskopische Abbildungen, die für die Identifikation von Holzarten unerlässlich sind. Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach Holzkohle weltweit rapide zunimmt, was die Notwendigkeit unterstreicht, illegale Abholzungen zu verhindern und nachhaltige Praktiken sicherzustellen.

In der EU gibt es strenge Vorschriften, die darauf abzielen, die Entwaldung zu bekämpfen. Die EUDR, die Produkte aus Holz und Holzderivaten reguliert, fordert Unternehmen dazu auf, transparente Lieferketten zu etablieren und sicherzustellen, dass ihre Produkte nicht aus illegalen Quellen stammen. Der neue Holzkohle-Atlas ist ein wichtiges Werkzeug, das Prüfer und Kontrolleure dabei unterstützt, die Konformität von Holzkohleprodukten auf dem europäischen Markt zu überprüfen. Diese Produkte müssen nachweisen, dass sie aus legalen und nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen, um negative Auswirkungen auf die Umwelt und die Biodiversität zu minimieren.

Der Atlas bietet eine solide wissenschaftliche Grundlage für die anatomische Bestimmung von Holzarten, die bei der Herstellung von Holzkohle und -briketts verwendet werden. Er umfasst mikroskopische Aufnahmen von 34 verschiedenen Holzarten aus diversen Klimaregionen und stellt deren charakteristische Merkmale dar. Die hochauflösenden Bilder zeigen, wie sich das Holzgewebe während des Verkohlungsprozesses verändert und welche spezifischen Techniken erforderlich sind, um die Holzarten korrekt zu analysieren.

Zusätzlich wurden die international anerkannten Kriterien für Laubhölzer der International Association of Wood Anatomists (IAWA) auf verkohltes Holz adaptiert. Dies wird durch anschauliche Beispiele ergänzt, die es den Prüfern erleichtern, die Holzarten nicht nur als Gattung, sondern auch auf Artenebene zu klassifizieren. Diese präzise Identifikation ist entscheidend, da der illegale Handel mit Holz und die damit verbundene Entwaldung häufig in tropischen und subtropischen Regionen stattfindet. Der Verlust von Wäldern in diesen Gebieten hat gravierende Auswirkungen auf die globale Umwelt, da er nicht nur die Artenvielfalt bedroht, sondern auch zu einem Anstieg der Treibhausgasemissionen führt.

Ein weiterer Aspekt des Holzkohle-Atlas ist die umfassende Darstellung der Veränderungen, die Holz während des Verkohlungsprozesses durchläuft. Der Atlas enthält wichtige Informationen über die morphologischen Merkmale des verkohlten Holzes und bietet eine Übersicht der anatomischen Eigenschaften, die möglicherweise nur begrenzt oder gar nicht erkennbar sind. Diese detaillierten Informationen sollen dazu beitragen, Fehlklassifikationen zu vermeiden und die Zuverlässigkeit der Bestimmungen zu erhöhen.

Durch den Einsatz des Holzkohle-Atlas wird die rechtssichere Implementierung der EU-Entwaldungsverordnung verbessert. Unternehmen und Behörden erhalten damit ein wertvolles Instrument, um die Herkunft ihrer Produkte nachzuverfolgen und die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Diese Bemühungen sind Teil eines umfassenderen Ansatzes, der darauf abzielt, die Lieferketten für Holzprodukte transparenter zu gestalten und sicherzustellen, dass diese nachhaltig und legal sind.

Die Erstellung des Atlas wurde von Experten des Thünen-Instituts für Holzforschung geleitet, darunter PD Dr. Gerald Koch und Dr. Volker Haag, die beide maßgeblich an der Entwicklung dieses Referenzwerks beteiligt waren. Die Veröffentlichung des Holzkohle-Atlas stellt einen bedeutenden Schritt in der Forschung und Regulierung des Holzmarktes dar und trägt dazu bei, die ökologischen und sozialen Herausforderungen der Holzernte und -verarbeitung anzugehen.

Für weitere Informationen zu den Ergebnissen und den Zugang zum Holzkohle-Atlas können Interessierte die offizielle Webseite des Thünen-Instituts besuchen.