In der heutigen sicherheitspolitischen Landschaft gewinnen Bedrohungen durch chemische, biologische, radiologische und nukleare (CBRNE) Gefahrenstoffe zunehmend an Relevanz. Um Einsatzkräfte auf solche Vorfälle besser vorzubereiten und ihre Reaktionsfähigkeit zu verbessern, wurde das EU-Projekt „TeamUP“ ins Leben gerufen. An diesem Projekt ist das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) beteiligt. Ende Februar fanden in diesem Kontext umfassende Praxistests statt, die sich auf die Entwicklung und Validierung neuer Technologien konzentrierten.
In der letzten Woche des Monats Februar führte das TeamUP-Konsortium Usability-Tests sowie einen sogenannten Small-Scale Trial auf dem Testgelände „Campus VESTA“ in Ranst, Belgien, durch. Im Rahmen des Projekts wurden innovative Technologien entwickelt, die unter anderem Sensoren zur Detektion von Gefahrstoffen, digitale Werkzeuge zur Koordination von Einsätzen sowie Lösungen zur Triage, Dekontamination und zur Darstellung von Lagebildern umfassen. Diese Technologien hatten zuvor Laborvalidierungen durchlaufen und wurden nun unter realistischen Bedingungen getestet.
Über 90 Teilnehmende aus sieben verschiedenen Ländern waren an der Demonstrationsübung beteiligt, die sowohl Einsatzkräfte als auch Technologieentwickler umfasste. Während der Usability-Tests lag der Fokus auf der Bewertung der Handhabung, Praxistauglichkeit und der Integration der neuen Technologien in bestehende Arbeitsabläufe. Es wurde nicht nur die technische Leistungsfähigkeit der Systeme untersucht, sondern auch die Frage, ob diese Technologien den Einsatzkräften im Ernstfall intuitiv und effektiv zur Seite stehen können.
Im Rahmen des anschließenden Small-Scale Trials wurden ausgewählte Technologien in ein simuliertes Einsatzszenario integriert. Diese Übung stellte eine Explosion auf einem Industriegelände dar, bei der gefährliche Chemikalien freigesetzt und mehrere Personen verletzt wurden. Die Einsatzkräfte führten während dieser Übung Such- und Rettungsmaßnahmen sowie Triage durch und koordinierten ihre Führung und Kommunikationsprozesse. Hierbei kamen mehrere Lösungen aus dem TeamUP-Projekt gleichzeitig zum Einsatz, um nicht nur die Funktionalität der einzelnen Technologien, sondern auch deren Zusammenspiel zu testen.
Die während der Testwoche gesammelten Rückmeldungen wurden in Form von Beobachtungen, digitalen Fragebögen und Nachbesprechungen dokumentiert und werden nun ausgewertet. Diese Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung der Technologien ein und bilden die Grundlage für weitere Tests, die unter noch realistischeren Bedingungen stattfinden sollen.
Das Fraunhofer FKIE spielt im Projekt eine zentrale Rolle, insbesondere bei der Einbindung von Endnutzern und der Evaluation der Technologien. Zu Beginn des Projekts organisierte das Institut zwei Co-Creation-Workshops, in denen Einsatzkräfte und Technologieentwickler gemeinsam Visionen für zukünftige CBRNE-Einsatzsysteme entwickelten und konkrete Anforderungen definierten. Darüber hinaus war das Fraunhofer FKIE für die Konzeption und Umsetzung einer Evaluationsmethodik verantwortlich, die zur Bewertung der Lösungen dient. Für die Testwoche auf dem Campus VESTA erstellte das Institut unter anderem das Konzept zur Usability-Evaluation sowie die dazugehörigen Fragebögen, um strukturiertes Feedback von den Einsatzkräften zu erhalten.
Dieses bedeutende Projekt wird im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizont Europa der Europäischen Union gefördert, konkret durch die Finanzierungsvereinbarung Nr. 101121167. Die Ergebnisse der Praxistests und die fortlaufende Entwicklung der Technologien könnten entscheidend dazu beitragen, die Einsatzkräfte besser auf CBRNE-Vorfälle vorzubereiten und deren Effizienz im Krisenmanagement signifikant zu erhöhen.


















































