Innovative Studie belegt: Holzprodukte und Bioenergie mit CO₂-Abscheidung können Klimaziele effekti…

Innovative Studie belegt: Holzprodukte und Bioenergie mit CO₂-Abscheidung können Klimaziele effekti…

Eine umfassende internationale Forschungsarbeit hat einen vielversprechenden Ansatz zur nachhaltigen Nutzung von Holzprodukten identifiziert, der zur Erreichung globaler Klimaziele beitragen kann. Diese Studie, die von Wissenschaftler:innen der irischen University of Galway in Zusammenarbeit mit Expert:innen der IEA Bioenergy durchgeführt wurde, untersucht, wie Rest- und Abfallhölzer sowohl für die Herstellung von Produkten als auch für die Energieerzeugung in Kombination mit CO₂-Abscheidung und -Speicherung (BECCS) eingesetzt werden können. Die Ergebnisse dieser bahnbrechenden Forschung wurden in der Fachzeitschrift „Nature’s Communications Earth & Environment“ veröffentlicht.

Die zugrunde liegende Studie wurde im Rahmen des von der IEA Bioenergy geleiteten Projekts „BECCUS“ erstellt und zeigt, dass die Integration nachhaltiger Waldbewirtschaftung mit einer kaskadierenden Verwendung von Holzprodukten und der anschließenden dauerhaften Kohlenstoffentnahme durch BECCS erhebliche Vorteile für das Klima bieten kann. Eine der zentralen Erkenntnisse besteht darin, dass die Kombination dieser Strategien nicht nur zur Erreichung von Klimaneutralitätszielen beiträgt, sondern auch langfristig größere ökologische Vorteile bietet als die direkte Verbrennung von Holzabfällen zur Energiegewinnung oder das Nichtbewirtschaften von Wäldern.

Die Studie hebt hervor, dass die Klimabilanz von Bioenergie signifikant verbessert werden kann, wenn diese mit modernen Technologien zur Kohlenstoffabscheidung kombiniert wird. Dies ermöglicht eine dauerhafte Reduktion des CO₂-Gehalts in der Atmosphäre. Besonders relevant sind diese Erkenntnisse für europäische Länder, die sich verpflichtet haben, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Dr. George Bishop, der leitende Wissenschaftler der Studie, betont: „Um nationale Klimaziele zu verwirklichen, ist eine umfassende CO₂-Entfernung unerlässlich. BECCS stellt eine der wenigen skalierbaren Lösungen dar, um dauerhafte CO₂-Entfernung zu erreichen und gleichzeitig erneuerbare Energie zu produzieren.“

Eine der größten Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität entsteht aus Sektoren, in denen tiefgreifende Emissionssenkungen technisch schwierig und finanziell aufwendig sind, wie etwa in der Landwirtschaft, der Luftfahrt und der Schwerindustrie. BECCS wird hier als vielversprechende Lösung betrachtet. Christiane Hennig, Mitautorin der Studie und Wissenschaftlerin am Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ), erklärt, dass die Erkenntnisse der Forschung einen klaren Beitrag zur Rolle der Bioenergie mit CO₂-Abscheidung und -Speicherung als Technologie zur Kohlenstoffentnahme leisten können, insbesondere im Kontext einer biobasierten Wirtschaft.

Der Aufbau einer BECCS-Infrastruktur wird voraussichtlich viele Jahre in Anspruch nehmen. Anstatt Holzabfälle sofort zu verbrennen, schlagen die Forscher vor, diese zuerst zur Herstellung von Produkten wie Spanplatten zu nutzen. Dies bringt unmittelbare Klimavorteile, da kohlenstoffintensive Materialien wie Kunststoffe ersetzt werden, und gleichzeitig wird Zeit gewonnen, um die BECCS-Technologien weiter zu entwickeln und im Markt zu etablieren. Nach der Nutzungsdauer können die produzierten Holzprodukte dann in die Energieerzeugung überführt werden, wobei CO₂ abgeschieden wird. In nachhaltig bewirtschafteten Wäldern wachsen zudem neue Bäume nach, die CO₂ aus der Atmosphäre aufnehmen und somit als Kohlenstoffsenken fungieren.

Die Untersuchung zeigt, dass dieser geschlossene Kreislauf einen nachhaltigen und dauerhaften Weg zur Kohlenstoffentnahme schaffen kann, der die Klimaziele weltweit unterstützt. David Styles, Mitautorin und Professor für Agrar-Nachhaltigkeit an der University of Galway, betont: „Die politischen Implikationen sind deutlich: Um ehrgeizige Klimaziele zu erreichen, müssen Regierungen der Entwicklung von Technologien zur dauerhaften CO₂-Abscheidung Priorität einräumen und Anreize für die nachhaltige Nutzung von Holz schaffen, um dessen Lebensdauer als Kohlenstoffspeicher zu verlängern.“

Die Studie wurde von verschiedenen Institutionen unterstützt, darunter das irische Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Meeresangelegenheiten im Rahmen des INFORMBIO-Projekts sowie die IEA Bioenergy. An der internationalen Zusammenarbeit waren Expert:innen aus Ländern wie Irland, Schweden, Deutschland, Finnland, Großbritannien und Australien beteiligt. Das DBFZ leitet seit 2022 die internationale IEA Bioenergy BECCUS Inter-Task-Gruppe in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Forschungsinstitut RISE.