
In Niedersachsen wurde ein bedeutender Fortschritt in der Erforschung der Wildbienenarten erzielt: Wissenschaftler haben sieben neue Arten entdeckt. Diese Entdeckung ist das Ergebnis intensiver Forschungsarbeiten, die insbesondere unter der Leitung des Julius Kühn-Instituts (JKI) durchgeführt wurden. In einer umfassenden Studie, die in der Fachzeitschrift „Artenfocus Niedersachsen“ veröffentlicht wurde, wurden insgesamt 40 bemerkenswerte Wildbienenarten festgestellt, darunter die bereits erwähnten sieben neuen Arten.
Die Forscher des JKI, insbesondere Henri Greil, berichteten von den Erstnachweisen der Arten Hylaeus punctatus, Lasioglossum puncticolle und Tetralonia macroglossa. Diese Entdeckungen fanden im Rahmen des BeesUp-Projekts und durch langfristige Monitoring-Maßnahmen in der Stadt Braunschweig statt. Die Arten Lasioglossum puncticolle, auch bekannt als die Runzelwangige Schmalbiene, sowie Hylaeus punctatus, die Grobpunktierte Maskenbiene, wurden in der Region erstmalig nachgewiesen. Der Nachweis der Malven-Langhornbiene, Tetralonia macroglossa, erfolgte auf dem Gelände des JKI.
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist der Zweitnachweis der sehr seltenen Dioxys cinctus, die ebenfalls in die Liste der neu entdeckten Arten aufgenommen wurde. Die Ergebnisse dieser Forschung sind besonders wichtig, da sie zeigen, dass sich das Verbreitungsgebiet vieler Wildbienenarten verändert. Dieser Trend ist teilweise auf die Klimaerwärmung zurückzuführen, die dazu führt, dass Arten sich in nördliche Regionen ausbreiten.
Die Erfassung der Wildbienenarten in Niedersachsen ist ein langfristiger Prozess, der viel Engagement und Geduld erfordert. Die Daten, die zwischen 2020 und 2024 gesammelt wurden, sind das Ergebnis mehrerer Projekte und Monitoring-Programme, die am JKI durchgeführt wurden. Der Fokus lag dabei nicht nur auf der Stadt Braunschweig, sondern auch auf den umliegenden Agrarlandschaften. Die gesammelten Beobachtungen bilden die Grundlage für eine KI-gestützte Wildbienenerkennungsfunktion, die im Rahmen des BeesUp-Projektes entwickelt wurde. Diese Funktion ist unter der Plattform mapbee.tu-ilmenau.de für die Öffentlichkeit zugänglich und soll Bürgerwissenschaftler unterstützen.
Fionn Pape, Koordinator des Arbeitskreises Wildbienen der Biologischen Schutzgemeinschaft (BSG), hebt hervor, dass das Wissen über die Wildbienenfauna in Niedersachsen kontinuierlich wächst. Diese Fortschritte sind das Resultat einer hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Fachleuten aus verschiedenen Institutionen und Organisationen in Niedersachsen, die gemeinsam an der Erfassung seltener und gefährdeter Wildbienen gearbeitet haben. Die Zusammenarbeit erstreckt sich über diverse Forschungsinstitute, Universitäten und Naturschutzorganisationen.
Die Entdeckung der sieben neuen Wildbienenarten hat wichtige Implikationen für den Naturschutz. Die Funde stellen eine wertvolle Grundlage für die Aktualisierung der Roten Liste dar, die gefährdete Arten dokumentiert. Diese Informationen sind entscheidend für die Entwicklung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen, um den Erhalt dieser Arten zu sichern.
Die Ergebnisse dieser umfangreichen Studie wurden im März 2026 in der Ausgabe der „Artenfocus Niedersachsen“ veröffentlicht. Die umfassende Dokumentation ist online zugänglich und bietet detaillierte Informationen über die erfassten Arten und deren Verbreitung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entdeckung neuer Wildbienenarten in Niedersachsen nicht nur einen bedeutenden Fortschritt für die Entomologie darstellt, sondern auch für den Naturschutz von entscheidender Bedeutung ist. Diese Funde zeigen, wie wichtig kontinuierliche Forschung und Monitoring sind, um die Biodiversität zu schützen und das Verständnis über die Auswirkungen des Klimawandels auf verschiedene Arten zu vertiefen.




















































