
Die Fraunhofer-Gesellschaft wird auf der IFAT München 2026, die vom 4. bis 8. Mai stattfindet, eine Vielzahl bahnbrechender Technologien und Lösungen vorführen, die sich auf die Themen Wasser, Energie und Kreislaufwirtschaft konzentrieren. Unter dem Leitmotiv „Wasser, Energie, Kreislaufwirtschaft – Grüne Technologien für eine resiliente Zukunft“ werden acht Fraunhofer-Institute in Halle B2, Stand 115, ihre Ansätze zur Förderung einer nachhaltigen Wasser- und Rohstoffwirtschaft präsentieren. Angesichts der globalen Herausforderungen wie Gewässerbelastung durch Spurenstoffe, Verlust wertvoller Metalle in Abfallströmen und zunehmendem Druck auf Wasserressourcen wird die Relevanz dieser Technologien immer deutlicher.
Ein zentrales Anliegen der Fraunhofer-Allianz SysWasser ist die Entwicklung von Lösungen entlang des gesamten Wasserkreislaufs. Dazu gehören unter anderem Verfahren zur Wasseranalytik sowie zur Abwasserbehandlung und -wiederverwendung. Ein innovatives Beispiel, das auf der Messe präsentiert wird, ist die vierte Reinigungsstufe zur Eliminierung von Spurenstoffen. Diese Technologie, die vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT entwickelt wurde, kombiniert Adsorption, Desorption und Konzentration. Dr. Lukas Rüller, ein Experte des Instituts, hebt hervor, dass durch die Regenerierbarkeit der verwendeten Adsorberharze der Energie- und Ressourcenverbrauch signifikant gesenkt werden kann. Dies ist besonders wichtig, da in der EU bis 2045 die Einführung einer vierten Reinigungsstufe für Kläranlagen verpflichtend sein wird.
Ein weiteres Highlight der Fraunhofer-Präsentation ist die Entwicklung neuer Lösungen zur Wertschöpfung aus organischen Reststoffen. Die traditionelle Produktion von Düngemitteln ist häufig energieintensiv und belastet das Klima. Gleichzeitig bleiben große Mengen an Nährstoffen in landwirtschaftlichen Abfallstoffen wie Gülle und Klärschlamm ungenutzt. Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS hat sich deshalb der Herausforderung angenommen, Wertschöpfungsketten aus organischen Reststoffen zu schaffen. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren aus Industrie und Forschung werden innovative Ansätze entwickelt, um die Nutzung und Verwertung dieser Ressourcen zu verbessern.
Ein weiteres wichtiges Thema ist das sogenannte Biomining, bei dem Mikroorganismen zur Rückgewinnung von Rohstoffen wie Phosphor und Stickstoff eingesetzt werden. Das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB zeigt auf der IFAT 2026 insbesondere neue Verfahren zum Recycling von Elektroschrott. Jährlich fallen weltweit Millionen Tonnen Elektroschrott an, die eine bedeutende, aber oft ungenutzte Rohstoffquelle darstellen. Das Institut präsentiert einen neu entwickelten Festbett-Umlaufreaktor, der auf biologischen Verfahren basiert, um wertvolle Metalle wie Kupfer und Zink zurückzugewinnen. Diese Verfahren zeichnen sich durch ihre Umweltfreundlichkeit aus, da sie ohne den Einsatz giftiger Chemikalien auskommen.
Ein weiteres spannendes Projekt ist das EU-geförderte Vorhaben RECREATE, das sich mit der Wiederverwertung von Verbundwerkstoffen, insbesondere von Windkraftrotorblättern, beschäftigt. Das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU arbeitet eng mit Partnern zusammen, um innovative Recyclingtechnologien zu entwickeln, die die Wiederverwendbarkeit der Materialien erhöhen. Hierbei werden auch neue, nachhaltige Rohstoffe in die Konstruktion einbezogen, um die Umweltfreundlichkeit der Produkte zu steigern.
Die gesellschaftliche Relevanz dieser Entwicklungen ist enorm. In einer Zeit, in der der globale Bedarf an Wasser und Ressourcen stetig steigt und gleichzeitig die Herausforderungen durch den Klimawandel zunehmen, bieten die Lösungen der Fraunhofer-Gesellschaft einen vielversprechenden Ansatz zur Förderung einer zirkulären Wirtschaft. Abwasser und Abfälle werden nicht mehr nur als Belastung, sondern als wertvolle Rohstoffquellen betrachtet.
Besucher der IFAT München 2026 sind herzlich eingeladen, den Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft zu besuchen und sich über diese innovativen Technologien zu informieren. Die Fraunhofer-Allianz SysWasser steht als kompetenter Partner für zukunftsfähige Lösungen in der Wasserwirtschaft zur Verfügung und zeigt, wie durch wissenschaftliche Forschung und technologische Innovationen eine nachhaltige und resiliente Zukunft gestaltet werden kann.



















































