DAAD-Jahresbericht 2025: Internationaler Akademischer Austausch in herausfordernden Zeiten**

DAAD-Jahresbericht 2025: Internationaler Akademischer Austausch in herausfordernden Zeiten**

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat am 19. Mai 2026 in Bonn seinen Jahresbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht. DAAD-Präsident Professor Joybrato Mukherjee betonte, dass das Jahr durch geopolitische Spannungen, zunehmende Wettbewerbsbedingungen und Unsicherheiten im internationalen Wissenschaftssystem geprägt war. Dennoch zeigt sich, dass Deutschland nach wie vor eine hohe Attraktivität für Studierende und Forschende aus aller Welt besitzt. Laut Mukherjee sind die Herausforderungen und die wachsende Bedeutung des akademischen Austausches untrennbar miteinander verbunden, auch nach 100 Jahren DAAD-Geschichte.

Im Zuge des Jubiläumsjahres 2025 wurde die Wertschätzung des internationalen akademischen Austausches in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft deutlich. Mukherjee erinnerte daran, dass der Bundespräsident die Rolle des DAAD bei den Feierlichkeiten treffend beschrieb: „Wenn es den DAAD noch nicht gäbe, man müsste ihn heute erfinden.“ Dennoch stellte Mukherjee fest, dass 2025 eines der schwierigsten Jahre für die internationale wissenschaftliche Kooperation gewesen sei. Die Auswirkungen disruptiver Ereignisse in den USA, der anhaltende Krieg Russlands gegen die Ukraine und allgemein herausfordernde Rahmenbedingungen hätten den Beratungs- und Unterstützungsbedarf bei den Mitgliedshochschulen und den geförderten Personen deutlich erhöht. Er hob hervor, dass in geopolitisch angespannten Zeiten der internationale akademische Austausch von entscheidender Bedeutung bleibt.

Deutschland zeigte sich auch im Jahr 2025 als einer der weltweit gefragtesten Standorte für Wissenschaft. Rund 400.000 internationale Studierende und Promovierende sowie etwa 82.000 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen tätig. Damit zählt Deutschland zu den fünf attraktivsten Ländern für internationale Studierende und belegt im Bereich internationaler Wissenschaftler den zweiten Platz hinter den USA. Mukherjee betonte, dass internationale Studierende und Forschende zur Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit und wissenschaftlichen Exzellenz Deutschlands beitragen und somit ein wertvoller Gewinn für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort sind.

Im Jahr 2025 unterstützte der DAAD weltweit insgesamt 132.903 Studierende, Graduierte, Forschende und Hochschulbeschäftigte in ihrer akademischen Mobilität. Die Mehrheit der geförderten Personen erhielt Unterstützung über das EU-Programm Erasmus+ (ungefähr 62.300 Personen), gefolgt von Programmen des Auswärtigen Amts (31.300 Personen) und des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR; 23.300 Personen). Insgesamt förderte der DAAD etwa 79.000 Personen aus Deutschland und rund 54.000 aus dem Ausland. Die beliebtesten Länder für deutsche Studierende waren Spanien, Frankreich und Italien, während die Mehrheit der internationalen geförderten Personen aus der Ukraine, Nigeria und Ägypten stammte. Der Frauenanteil lag bei den internationalen geförderten Personen bei 52 Prozent und bei den deutschen geförderten Personen sogar bei 59 Prozent.

Darüber hinaus unterstützte der DAAD im Jahr 2025 rund 2.800 Projekte zur Internationalisierung deutscher Hochschulen und erreichte im Rahmen des Erasmus+-Programms einen Rekordwert. Erstmals stand ein Jahresbudget von über 250 Millionen Euro für die Auslandsmobilität deutscher Hochschulen zur Verfügung.

Im Hinblick auf die Zukunft setzte der DAAD 2025 einen Konsolidierungsprozess in Gang, um seine strategischen Ziele trotz steigender Kosten und schrumpfender Mittel langfristig abzusichern. Es wurden Programme gebündelt und priorisiert, wobei 13 Programme entweder eingestellt oder auslaufen. Gleichzeitig wurde die neue Strategie 2030 veröffentlicht, die die zentralen Handlungsfelder des DAAD bis Ende des Jahrzehnts festlegt. Diese konzentrieren sich auf die Bereiche Fördern, Vernetzen und Beraten, mit einem besonderen Fokus auf die Stärkung des Wissenschafts-, Innovations- und Wirtschaftsstandorts Deutschland sowie auf Wissenschaftsdiplomatie und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Das Jubiläumsjahr 2025 wurde mit zahlreichen Veranstaltungen in Berlin, Bonn und weltweit gefeiert. Rund 140 Jubiläumsveranstaltungen zogen über 13.500 Besucher an und verdeutlichten die internationale Reichweite des DAAD-Netzwerks. Zu den Höhepunkten zählten Festakte im Berliner Humboldt Forum sowie internationale Alumni-Veranstaltungen in Städten wie New York, Neu-Delhi, Kairo und Kapstadt.

Im Jahr 2025 beschäftigte der DAAD etwa 1.200 Mitarbeiter in Bonn, Berlin und an seinen internationalen Büros. Der Gesamtetat des DAAD belief sich auf rund 742 Millionen Euro, und seit 1950