
Die Bedeutung Europas für die berufliche Ausbildung hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Im Jahr 2025 haben mehr als 48.000 junge Menschen ihre Ausbildung teilweise im europäischen Ausland absolviert, was einen neuen Rekord darstellt. Der Jahresbericht der Nationalen Agentur Bildung für Europa (NA) beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gibt einen umfassenden Überblick über diese Entwicklung und beleuchtet die Trends und Statistiken zu Auslandsaufenthalten in der Berufsbildung.
Ein zentrales Element in diesem Zusammenhang ist das EU-Programm Erasmus+, das in Deutschland nach wie vor sehr populär ist. Im Jahr 2025 wurden über 60.000 Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung gefördert, von denen mehr als 48.000 Auszubildende profitierten. Dies zeigt, dass die europäische Mobilitätsförderung in der Berufsbildung in Deutschland einen nie dagewesenen Anstieg an Teilnehmern verzeichnet hat. Zu den beliebtesten Zielländern zählen Spanien, Irland und Italien, was auf die Attraktivität dieser Länder für junge Menschen hinweist, die ihre Ausbildung im Ausland absolvieren möchten.
Darüber hinaus wird auch das Ausbildungspersonal zunehmend aktiv. Rund 12.000 Auslandsaktivitäten wurden von Ausbilderinnen und Ausbildern durchgeführt, die dadurch ihre Fachkenntnisse erweitern und internationale Netzwerke aufbauen konnten. Diese Fachkräfte spielen eine entscheidende Rolle, indem sie Auslandsaufenthalte in die Ausbildungskonzepte integrieren und somit die internationale Mobilität der Auszubildenden fördern.
Die finanzielle Unterstützung für diese Auslandsaufenthalte ist ebenfalls beachtlich: Im Jahr 2025 standen in Deutschland etwa 132 Millionen Euro zur Verfügung. Laut BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser sind Auslandsaufenthalte mittlerweile ein fester Bestandteil der beruflichen Ausbildung geworden. Immer mehr Bildungseinrichtungen und Unternehmen erkennen den Wert dieser Möglichkeiten, da sie nicht nur die Attraktivität ihrer Ausbildungsangebote erhöhen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses leisten.
In einem bundesweiten Vergleich zeigen sich Unterschiede in der Aktivität der Bundesländer bezüglich der europäischen Mobilität in der beruflichen Bildung. Besonders Bayern, Berlin und Schleswig-Holstein stechen hervor, da dort bis zu sechs Prozent mehr Auszubildende über das Erasmus+-Programm für den internationalen Arbeitsmarkt qualifiziert werden. Dies verdeutlicht, dass regionale Unterschiede bestehen und bestimmte Bundesländer eine Vorreiterrolle in der Förderung der europäischen Mobilität einnehmen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die wachsende Bedeutung von Lernaufenthalten in der Erwachsenenbildung. Im Jahr 2025 standen fast 11,5 Millionen Euro für rund 5.400 Auslandsaktivitäten in diesem Bereich zur Verfügung. Besonders Menschen mit geringeren Bildungschancen, etwa aufgrund von niedrigen Grundbildungskompetenzen, profitieren von diesen Programmen. Hier zeigt sich, dass die Förderung der Mobilität nicht nur für junge Auszubildende, sondern auch für Erwachsene von großer Bedeutung ist.
Die NA beim BIBB hat sich in den vergangenen 25 Jahren als ein zentrales Kompetenzzentrum für Auslandsaufenthalte und europäische Kooperationen in der beruflichen Bildung etabliert. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) arbeitet die Agentur daran, Bildungsangebote in Europa zu fördern und zu unterstützen. Um auch über die europäischen Grenzen hinaus Mobilität zu ermöglichen, wurde im Jahr 2017 das Programm „AusbildungWeltweit“ ins Leben gerufen, das die Angebote von Erasmus+ ergänzt.
Neben der beruflichen Bildung ist die NA auch eine zentrale Anlaufstelle für die europäische Förderung und Vernetzung in der Erwachsenenbildung in Deutschland. Der Jahresbericht 2024/2025 der NA beim BIBB bietet detaillierte Informationen zu den wichtigsten Themen und Statistiken im Rahmen von Erasmus+ sowie zu weiteren europäischen und internationalen Aktivitäten.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass Europa als Ziel für berufliche und erwachsene Bildungsteilnehmer eine immer wichtigere Rolle spielt. Die gesteigerte Mobilität und die verbesserten Austauschmöglichkeiten sind entscheidende Faktoren für die persönliche und berufliche Entwicklung der Teilnehmenden und tragen zur Stärkung des europäischen Bildungsraums bei.


















































