
Die diesjährige City Nature Challenge, die Ende April 2026 in Berlin stattfand, hat erneut eindrucksvoll das große Interesse an der Erforschung der städtischen Natur unter Beweis gestellt. In der deutschen Hauptstadt wurden über 20.000 Beobachtungen von insgesamt 2.326 verschiedenen Arten dokumentiert. Diese beeindruckenden Zahlen verdeutlichen das herausragende Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, wissenschaftlichen Institutionen, Vereinen und Fachleuten, die alle gemeinsam zur Erfassung der biologischen Vielfalt in Berlin beigetragen haben.
Eine aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichung, die die Ergebnisse der Jahre 2023 und 2024 analysiert, unterstreicht, dass die Daten, die im Rahmen der City Nature Challenge gesammelt wurden, einen wesentlichen Beitrag zur Erfassung der Biodiversität in Berlin leisten. Das Projekt ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit eines breiten Netzwerks von Partnern aus der naturwissenschaftlichen Gemeinschaft, darunter Experten, engagierte Ehrenamtliche sowie botanische und zoologische Einrichtungen. Besonders hervorzuheben ist das Zusammenwirken von professioneller Forschung und Bürgerwissenschaft, das eine umfassende und belastbare Datengrundlage ermöglicht.
Das Museum für Naturkunde Berlin hat die City Nature Challenge in der Stadt seit 2022 maßgeblich initiiert und unterstützt. Die Stärke dieses Formats liegt in der Kooperation vieler Akteure, wie etwa des Botanischen Gartens, der Stiftung Naturschutz und des NABU, die alle gemeinsam Beobachtungen sammeln und Arten bestimmen, um die urbane Biodiversität sichtbar zu machen.
Die wissenschaftliche Relevanz der City Nature Challenge für Berlin wird durch eine neu veröffentlichte Studie im Fachjournal BMC Ecology and Evolution deutlich. Diese Studie zeigt, dass die Challenge weit mehr ist als ein bloßes Mitmachformat für die Öffentlichkeit. Die gesammelten Daten liefern wertvolle Informationen über die biologische Vielfalt in städtischen Gebieten. Zudem werden auch Arten erfasst, die für den Naturschutz von besonderer Bedeutung sind, wie etwa seltene, geschützte oder invasive Arten. Beispiele hierfür sind die invasive Schwebegarnele Hemimysis anomala sowie der bedrohte Kammolch (Triturus cristatus).
Die Autorinnen und Autoren der Studie bewerten die City Nature Challenge als eine wichtige Ergänzung zu den traditionellen Methoden des Biodiversitätsmonitorings. In einer Metropole wie Berlin, in der ein umfassendes Monitoring bisher nur begrenzt verfügbar ist, können die im Rahmen der Challenge erhobenen Daten helfen, bestehende Wissenslücken zu schließen. Diese Informationen sind entscheidend, um Hinweise auf Verbreitungsgebiete, Vorkommen und Veränderungen der Artenvielfalt im städtischen Raum zu erhalten.
Besonders bemerkenswert ist die hohe Beteiligung sowie die Vielfalt der Experten, die an diesem Projekt mitwirken. Die zunehmende Zahl der Teilnehmenden zeigt, dass spezialisierte Fachleute in der Lage sind, bestimmte Artengruppen präzise zu erfassen. Dies trägt erheblich zur Qualität und Aussagekraft der gesammelten Daten bei. Die City Nature Challenge verdeutlicht somit eindrucksvoll, welches Potenzial in der Kooperation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft steckt. Das gemeinsame Engagement spielt eine entscheidende Rolle dabei, die biologische Vielfalt in urbanen Räumen besser zu verstehen und langfristig zu schützen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die City Nature Challenge nicht nur ein bedeutendes Instrument zur Erfassung der urbanen Biodiversität ist, sondern auch eine Plattform bietet, um das Bewusstsein für die Natur in der Stadt zu schärfen. Das Projekt fördert die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren und zeigt, wie gemeinsames Handeln zur Erhaltung und zum Schutz der Artenvielfalt in städtischen Gebieten beitragen kann.


















































