Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung ist die Vermittlung digitaler Medienkompetenz im Lehramtsstudium ein zentrales Anliegen geworden. Immer mehr Hochschulen integrieren diese Kompetenzen als festen Bestandteil in ihre Lehrpläne, um angehende Lehrkräfte auf die Herausforderungen einer zunehmend digitalen Welt vorzubereiten. Dennoch zeigt eine aktuelle Analyse, dass trotz dieser Fortschritte noch kein einheitlicher Standard für alle Lehramtsstudierenden erreicht wurde.
Die jüngsten Daten des Monitor Lehrkräftebildung, die das Wintersemester 2024/25 betreffen, verdeutlichen, dass zwar ein Anstieg in der Verankerung von Medienkompetenz zu beobachten ist, jedoch immer noch ein erheblicher Teil der Hochschulen diese Inhalte nicht für alle Lehramtsstudierenden verbindlich implementiert hat. Insbesondere im Bereich des Gymnasiallehramts zeigt sich eine signifikante Lücke: Rund 34 Prozent der Hochschulen haben digitale Medienkompetenz nicht als verpflichtenden Teil ihres Curriculums festgelegt.
Andrea Frank, stellvertretende Generalsekretärin des Stifterverbandes, äußerte sich kritisch zu den Ergebnissen: „Obwohl Fortschritte erzielt wurden, sind die Resultate alles andere als zufriedenstellend.“ Sie betont, dass es unerlässlich ist, dass zukünftige Lehrkräfte diese Kompetenzen systematisch erwerben, um den Schülern eine fundierte Medienbildung zu ermöglichen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Integration digitaler Inhalte in die Bildungswissenschaften und Fachdidaktiken. Experten des Monitor Lehrkräftebildung heben hervor, dass es nicht ausreicht, digitale Medienkompetenz punktuell und freiwillig anzubieten. Vielmehr sei eine umfassende curriculare Verankerung notwendig, um einen nachhaltigen Kompetenzaufbau zu gewährleisten. Im Wintersemester 2024/25 war dies nur an 43 Prozent der Hochschulen der Fall, was bedeutet, dass mehr als die Hälfte der Institutionen diese wichtige Verbindung noch nicht hergestellt hat.
Ein weiteres zukunftsrelevantes Thema ist die Vermittlung von Kompetenzen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) im Lehramtsstudium. Im Rahmen des aktuellen Datenupdates wurde festgestellt, dass nur in Rheinland-Pfalz länderspezifische Vorgaben existieren, die KI als Querschnittsthema im Lehramtsstudium festlegen. An vielen Hochschulen sind die Angebote zur KI-Ausbildung noch sporadisch und meist nur als optionale Kurse verfügbar. Lediglich etwa ein Viertel der Hochschulen bietet spezielle Programme an, die sich intensiv mit dem Thema Künstliche Intelligenz befassen.
Frank Ziegele, Geschäftsführer des CHE Centrum für Hochschulentwicklung, betont die Dringlichkeit, KI-Kompetenzen flächendeckend zu integrieren: „Die Daten zeigen, dass wir beim Thema KI im Lehramtsstudium noch ganz am Anfang stehen. Es ist entscheidend, dass klare Rahmenbedingungen von den Ländern geschaffen werden und die Hochschulen bereit sind, diese neuen Inhalte in ihre Curricula zu integrieren.“ Ein Zusammenspiel dieser beiden Ebenen könnte den Grundstein für einen signifikanten Entwicklungsschritt legen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Fortschritte in der digitalen Medienbildung für Lehrkräfte zwar ermutigend sind, jedoch noch kein flächendeckender Standard erreicht wurde. Die Daten aus dem Monitor Lehrkräftebildung belegen die Notwendigkeit, sowohl digitale Medienkompetenz als auch KI-Expertise als verbindliche Bestandteile im Lehramtsstudium zu etablieren. Um die künftigen Lehrkräfte angemessen auf die Herausforderungen der digitalen Welt vorzubereiten, ist es unerlässlich, dass Hochschulen und Bildungsträger gemeinsam an der Weiterentwicklung der Lehrpläne arbeiten.
Die vollständigen Ergebnisse und weiterführende Informationen sind auf der Website des Monitor Lehrkräftebildung abrufbar, die seit 2012 als zentrale Informationsplattform zu diesem Thema fungiert.
