In Usbekistan, einem Land mit einer stark agrarisch geprägten Wirtschaft, ist die Modernisierung des Landwirtschaftssektors von entscheidender Bedeutung. Angesichts des steigenden Drucks auf landwirtschaftliche Flächen und Wasserressourcen wird die Notwendigkeit, nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken (SAPs) zu implementieren, immer dringlicher. Eine neue Studie, durchgeführt vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) in Zusammenarbeit mit dem International Center for Agricultural Research in the Dry Areas (ICARDA), hebt hervor, dass die Kombination verschiedener landwirtschaftlicher Maßnahmen effektiver ist als die isolierte Anwendung einzelner Technologien.
Der IAMO Policy Brief 48, der die Ergebnisse dieser Untersuchung zusammenfasst, zeigt auf, dass eine ganzheitliche Herangehensweise an die Förderung nachhaltiger Praktiken zu signifikant besseren Ergebnissen führen kann. Die Studie basiert auf einer Umfrage, die 1.225 Manager und Managerinnen von landwirtschaftlichen Betrieben in vier verschiedenen Regionen Usbekistans einbezog. Ziel war es, die Akzeptanz und Wirksamkeit von vier spezifischen nachhaltigen Praktiken zu analysieren: Fruchtfolge, Gülleausbringung, Tropfbewässerung und Laser-Bodenplanierung.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass Fruchtfolge die am häufigsten angewandte Praxis ist, die von etwa der Hälfte der befragten Betriebe genutzt wird. Im Gegensatz dazu sind die anderen Technologien, insbesondere die Tropfbewässerung, weniger verbreitet, wobei deren Akzeptanz unter 20 % liegt. Dennoch sticht die Tropfbewässerung hervor, da sie am stärksten mit höheren Erträgen pro Hektar und einer gesteigerten ökologischen Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht wird. Dies deutet darauf hin, dass die Einführung moderner Bewässerungstechniken nicht nur die Produktivität steigern, sondern auch dazu beitragen kann, Wasserressourcen effizienter zu nutzen.
Ein weiterer bedeutender Aspekt der Studie ist die Identifikation von Faktoren, die die Akzeptanz der verschiedenen Praktiken beeinflussen. Diese Faktoren umfassen die wahrgenommenen Vorteile und Herausforderungen der einzelnen Maßnahmen sowie den Zugang zu Schulungen und Beratungsdiensten. Die Untersuchung verdeutlicht, dass eine gebündelte Implementierung von Practices, insbesondere der Tropfbewässerung, zu einer Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge, ökologischen Vorteilen und einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen führen kann.
Auf Grundlage dieser Erkenntnisse empfiehlt der Policy Brief, die Förderung von SAPs zu intensivieren, anstatt sich auf Einzeltechnologien zu beschränken. Insbesondere wird empfohlen, Tropfbewässerung als grundlegende Technologie einzusetzen und klare Richtlinien für die Anwendung der Laser-Bodenplanierung zu entwickeln. Es ist auch wichtig, die wirtschaftlichen Vorteile der Einführung neuer Technologien für Landwirte transparenter zu gestalten, um Anreize für die Akzeptanz zu schaffen.
Darüber hinaus erfordert die erfolgreiche Umsetzung dieser Maßnahmen einen verstärkten Austausch von Erfahrungen unter Landwirten sowie praxisorientierte Schulungen und Beratungsangebote. Die Bereitstellung besserer lokaler Daten ist ebenfalls entscheidend, um gezielte Unterstützung zu gewährleisten und die spezifischen Bedürfnisse der Landwirte zu berücksichtigen. Bei der Entwicklung der Agrarpolitik sollten zudem Umwelt- und Gleichstellungsziele stärker in den Fokus gerückt werden.
Der IAMO Policy Brief 48 mit dem Titel „Bundled sustainable agricultural practices as a pathway to economically, environmentally and socially inclusive development in Uzbekistan“ ist sowohl in englischer als auch in usbekischer Sprache verfügbar und kann kostenfrei heruntergeladen werden. Diese Publikation bietet wertvolle Einblicke in die Möglichkeiten, die der usbekische Agrarsektor hat, um durch integrierte Ansätze nachhaltiger zu werden und gleichzeitig die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung zu verbessern.
Das IAMO, das seit seiner Gründung im Jahr 1994 zur Leibniz-Gemeinschaft gehört, setzt sich für eine umfassende Analyse der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft ein. Es trägt dazu bei, ein besseres Verständnis für die Herausforderungen und Möglichkeiten zu entwickeln, die die Transformation in der Landwirtschaft mit sich bringt.


















































