Menschengemachter Klimawandel als Treiber von Extrembränden in der Arktis**

Menschengemachter Klimawandel als Treiber von Extrembränden in der Arktis**

Eine aktuelle Untersuchung von Lukas Fiedler, einem Forscher am Earth and Society Research Hub der Universität Hamburg, belegt, dass die verheerenden Brände in der Arktis, die in den Jahren 2019 bis 2021 ihren Höhepunkt erreichten, maßgeblich durch den menschengemachten Klimawandel verursacht wurden. Die Ergebnisse dieser Studie wurden im renommierten Fachjournal „Environmental Research Letters“ veröffentlicht.

Die Arktis ist nicht nur ein Gebiet voller Schnee und Eis, sondern umfasst auch Torfgebiete und die Vegetation der Tundra sowie der Taiga, die als äußerst entzündliches Material fungieren. Seit den frühen 2000er Jahren ist ein alarmierender Anstieg sowohl der Größe als auch der Häufigkeit von Großbränden in dieser Region zu verzeichnen. So brannten allein zwischen 2019 und 2021 mehr Flächen nördlich des 60. Breitengrads als in den gesamten zehn Jahren von 1990 bis 2000. Dieses besorgniserregende Phänomen hat die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler auf sich gezogen, die nun die Ursachen und Zusammenhänge besser verstehen möchten.

Im Rahmen seiner Doktorarbeit führte Fiedler eine umfassende Analyse durch, um den Einfluss des Klimawandels auf die Häufigkeit und Intensität dieser Brände zu erforschen. Dabei kooperierte er mit Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Meteorologie. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen eine entscheidende Voraussetzung für das Auftreten solch extremer Brandereignisse sind. Besonders auffällig ist der Einfluss auf das sogenannte „Feuerwetter“ – das sind die klimatischen Bedingungen, die das Entstehen und die Ausbreitung von Bränden begünstigen. Für die Jahre 2020 und 2021 konnte der menschliche Einfluss auf nahezu 100 Prozent beziffert werden. „Ein derartiges Ereignis wie im Jahr 2021 wird durch den menschlichen Klimawandel 235-mal wahrscheinlicher“, erklärt Fiedler und fügt hinzu, dass ihn die Deutlichkeit dieser Zahlen selbst überrascht habe.

Zusätzlich zur Häufigkeit der Brände weist die Studie auch nach, dass der menschliche Einfluss auf die Größe der verbrannten Flächen zwar erkennbar, jedoch weniger eindeutig ist. Hier spielen auch lokale Gegebenheiten wie die Verfügbarkeit von Brennmaterial oder die Beschaffenheit der Vegetation eine Rolle. Um die Wahrscheinlichkeit von Extrembränden in einer Welt mit und ohne menschlichen Einfluss zu vergleichen, verwendeten die Forschenden Klimasimulationen. Sie zerlegten die Faktoren, die zur Brandgefahr führen, und konnten aufzeigen, dass nicht etwa ein Mangel an Niederschlägen, sondern steigende Temperaturen und zunehmende Trockenheit die Hauptursachen für die Ausbreitung von Bränden in der Arktis sind.

Traditionell galt die Arktis als Kohlenstoffsenke, die mehr Kohlendioxid speichert, als sie abgibt. Doch die jüngsten Rekordbrände in Sibirien und Kanada haben bereits über eine Milliarde Tonnen Kohlenstoff freigesetzt, was in etwa den jährlichen Emissionen eines großen Industrielandes entspricht. Sollte sich dieser Trend fortsetzen und die Arktis von einer CO₂-Senke zu einer CO₂-Quelle werden, könnten die weltweiten Klimaschutzbemühungen erheblich gefährdet werden.

„Mit einem gewissen Bauchgefühl wusste man bereits, dass Extremereignisse zunehmen werden“, sagt Fiedler. „Unsere Analyse liefert nun die wissenschaftlichen Beweise dafür, dass der Mensch dafür verantwortlich ist.“ Diese Erkenntnisse sind von großer Bedeutung, da sie nicht nur die Dringlichkeit des Handelns unterstreichen, sondern auch die Notwendigkeit, das Bewusstsein für die Folgen des Klimawandels zu schärfen. Der Zusammenhang zwischen menschlichem Handeln und den verheerenden Auswirkungen auf die Umwelt wird durch diese Studie eindringlich verdeutlicht und sollte als Weckruf für die globale Gemeinschaft dienen.

Für weitere Informationen steht Lukas Fiedler als Ansprechpartner zur Verfügung. Seine Forschungsergebnisse können über die Publikation „Attribution of observed pan-Arctic extreme fire events to anthropogenic forcings“ eingesehen werden.