
Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) hat im Jahr 2025 eine umfassende Wiederholung des Monitoring-Programms für das Auerhuhn durchgeführt, das ursprünglich 2022 ins Leben gerufen wurde. In einer gemeinsamen Initiative von Forstverwaltung, Naturschutzbehörden und einer Vielzahl von ehrenamtlichen Naturschützern nahmen 68 Fachleute an der Erhebung auf 57 ausgewählten Flächen teil, um Hinweise auf die Präsenz dieser bedrohten Vogelart zu sammeln. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind nun verfügbar und zeigen eine interessante Verteilung dieser Art in Bayern.
Insgesamt konnten im Rahmen des Monitorings 604 Nachweise des Auerhuhns dokumentiert werden, was im Vergleich zur Erhebung von 2022 einen stabilen Bestand signalisiert. Dies entspricht etwa 4,7 Prozent der untersuchten Punkte, an denen das Vorhandensein des Auerhuhns festgestellt wurde. Die Daten verdeutlichen jedoch auch, dass die Verbreitung des Auerhuhns in Bayern sehr unterschiedlich ist. Während es in den Alpen und in gewissen Regionen Niederbayerns eine größere Population gibt, konnte im Fichtelgebirge trotz langjähriger Schutzanstrengungen lediglich ein einziger Nachweis erbracht werden. Dr. Peter Pröbstle, der Präsident der LWF, hebt hervor, dass diese Ergebnisse ein klares Bild der ungleichen Verbreitung des Auerhuhns in Bayern vermitteln. „Wir benötigen langfristige Daten, um gezielte und effektive Schutzmaßnahmen zu entwickeln“, so Pröbstle.
Ein wichtiger Fortschritt im Monitoring-Prozess war die Einführung einer speziell entwickelten App, die den Forschern half, sich im Gelände besser zu orientieren und Daten effizienter einzupflegen und zu dokumentieren. Diese technologische Unterstützung ermöglichte es, die gesammelten Daten zentral zu speichern und systematisch zu analysieren, was die Qualität der Ergebnisse signifikant verbesserte. Im Vergleich zur ersten Erfassung sind die neuen Daten wesentlich robuster, auch wenn nicht alle Werte direkt mit den Ergebnissen von 2022 in Einklang gebracht werden können. Die gesteigerte Datenqualität ist jedoch von großer Bedeutung für zukünftige Auswertungen.
Trotz der positiven Nachrichten über die Dokumentation der Auerhuhn-Population zeigen die Ergebnisse auch die zunehmenden Herausforderungen, denen diese Art gegenübersteht. Der Anstieg des Freizeitverkehrs in den Gebirgen führt zu zusätzlichen Störungen und Belastungen für die Lebensräume des Auerhuhns. Dazu kommen die negativen Auswirkungen von extremen Wetterbedingungen, Schadinsekten und den allgemeinen Folgen des Klimawandels, die die empfindlichen Lebensräume weiter gefährden.
Die gewonnenen Erkenntnisse sind essenziell für die Entwicklung effektiver Schutzkonzepte. Auf Basis dieser Daten können bestehende Schutzmaßnahmen räumlich angepasst und weiter optimiert werden, um die Pflege geeigneter Lebensräume für das Auerhuhn zu fördern. Insbesondere sind Maßnahmen zur Besucherlenkung und zur naturnahen Gestaltung von lichten, strukturierten Wäldern von zentraler Bedeutung, um die Lebensbedingungen für diese Vogelart zu verbessern.
Langfristiges Monitoring ist entscheidend, da die Bestände des Auerhuhns von Jahr zu Jahr schwanken können, was unter anderem durch Wetterbedingungen, Aufzuchtmöglichkeiten und Veränderungen in den Lebensräumen bedingt ist. Einzelne Erhebungen könnten daher lediglich Momentaufnahmen darstellen. Nur durch kontinuierliche Beobachtungen kann eine fundierte Aussage über die Entwicklung der Population getroffen werden.
Die wissenschaftlichen Ansprechpartner für weitere Informationen zu diesem Thema sind unter anderem Martin Lauterbach von der Abteilung für Biodiversität und Naturschutz an der LWF, der für Fragen und Anfragen zur Verfügung steht.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Monitoring des Auerhuhns in Bayern wertvolle Einblicke in die Verbreitung dieser seltenen Art bietet und die Grundlage für zukünftige Schutzmaßnahmen legt, während gleichzeitig die Herausforderungen, die den Lebensraum des Auerhuhns bedrohen, nicht aus den Augen verloren werden dürfen.


















































