
Die Entwicklung leistungsfähigerer Batterien, insbesondere für Elektrofahrzeuge und Energiespeichersysteme, steht im Mittelpunkt der aktuellen Forschung. In diesem Zusammenhang hat das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) innovative digitale Methoden entwickelt, die den gesamten Herstellungsprozess von Batterien optimieren. Diese modernen Ansätze beinhalten die Nutzung von Simulationen und intelligenten Sensoren, die eine Überwachung der Produktion in Echtzeit ermöglichen. Auf der Battery Show Europe 2026 wird das Team des Fraunhofer ITWM seine neuesten Lösungen vorstellen, die darauf abzielen, die Effizienz der Batterieproduktion zu steigern und gleichzeitig die Qualität der Endprodukte zu verbessern.
Angesichts des rasanten Anstiegs der Nachfrage nach Batterien ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Herstellungsprozesse zuverlässig und effizient gestaltet werden. Die Forschenden des Fraunhofer ITWM setzen auf digitale Werkzeuge, die es ermöglichen, zentrale Produktionsschritte wie Mischen, Beschichten und Trocknen der Elektroden virtuell zu simulieren. Diese digitalen Abbilder der Produktionsabläufe erlauben eine frühzeitige Fehlererkennung und -vermeidung, was die Anzahl der Ausschüsse erheblich reduziert.
Ein herausragendes Beispiel für diese Technologie ist das Battery and Electrochemistry Simulation Tool (BEST), das eine dreidimensionale Modellierung von Lithium-Ionen-Batterien ermöglicht. Diese Software erlaubt es, die Mikrostrukturen der Elektroden und das Verhalten ganzer Zellen zu simulieren. Laut Dr. Jochen Zausch, stellvertretender Abteilungsleiter des Fraunhofer ITWM, prognostiziert BEST das Betriebsverhalten von Batterien, indem es physikalisch fundierte Simulationen auf virtuellen Modellen realer Zellstrukturen anwendet. Darüber hinaus werden Faktoren wie Materialeigenschaften und Anwendungsbedingungen berücksichtigt.
BEST kann nicht nur eigenständig genutzt werden, sondern lässt sich auch mit anderen Softwarelösungen des Fraunhofer ITWM kombinieren. Zukünftig wird es auch möglich sein, über eine Web-Plattform in der Fraunhofer-Cloud auf die Software zuzugreifen, ohne sie lokal installieren zu müssen. Ein weiteres innovatives Tool des Instituts ist FOAM, das die Ausschäumung von Batteriemodulen simuliert. Durch den Einsatz von Schaumstoffen, die zylindrische Batteriezellen umschließen und thermisch isolieren, wird die Sicherheit und Stabilität der Module gewährleistet.
Die Qualität der Batteriezellen wird nicht nur während der Produktion, sondern auch nach Abschluss der Fertigung durch moderne Messtechniken überwacht. Hier kommt die Terahertz-Messtechnik ins Spiel, die für eine präzise Qualitätskontrolle sorgt. Diese Technologie nutzt elektromagnetische Strahlung im Frequenzbereich zwischen Mikrowellen und Infrarot, um Materialien kontaktlos und zerstörungsfrei zu analysieren. Die Anwendung dieser Methode in der Inline-Qualitätskontrolle von Batteriefolien ist entscheidend, da sie eine kontinuierliche Überwachung der Materialparameter wie Schichtdicke und Leitfähigkeit ermöglicht.
In den kommenden Jahren sollen in Europa und anderen Regionen der Welt tausende Produktionslinien für Elektrodenfolien entstehen. Daher ist es unerlässlich, berührungslose Systeme zur Qualitätssicherung einzusetzen. Die Terahertz-Messtechnik bietet hier eine effiziente Lösung, die es ermöglicht, die Qualität der Batteriefolien während des Herstellungsprozesses zu überwachen, ohne dass zusätzliche Strahlenschutzmaßnahmen erforderlich sind.
Die digitalen Simulationstools und die innovativen Messtechniken, die am Fraunhofer ITWM entwickelt werden, sind nicht nur für die Forschung von Bedeutung, sondern haben auch das Potenzial, die gesamte Industrie zu revolutionieren. Auf der Battery Show Europe 2026 wird das Fraunhofer ITWM seine Fortschritte in der Batterietechnologie präsentieren und die Möglichkeiten erörtern, die diese neuen Technologien für die Zukunft der Energieversorgung bieten.
Diese Entwicklungen zeigen, wie digitale Innovationen die Effizienz und Leistung von Batterien entscheidend verbessern können, was angesichts der globalen Herausforderungen im Bereich Energie und Klimaschutz von großer Bedeutung ist. Mit diesen Fortschritten steht die Branche vor der Herausforderung, die Produktionsstandards weiter zu erhöhen und die Leistungsfähigkeit von Batterien kontinuierlich zu steigern.


















































