CHE-Studienanalyse: Vielfältige Nachhaltigkeitsansätze in verschiedenen Studienrichtungen**

CHE-Studienanalyse: Vielfältige Nachhaltigkeitsansätze in verschiedenen Studienrichtungen**

Die Analyse des CHE-Centrums für Hochschulentwicklung verdeutlicht, dass nachhaltige Entwicklung an Hochschulen weit über die traditionellen Themen der Umwelt- oder Klimaforschung hinausgeht. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen umfassen ein breites Spektrum, das von Gesundheit über Geschlechtergerechtigkeit bis hin zu Innovation und Infrastruktur reicht. Laut der aktuellen CHE-Analyse leisten Professorinnen und Professoren aus verschiedenen Fachbereichen an deutschen Hochschulen wesentliche Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung, wobei diese Beiträge je nach Studienrichtung unterschiedlich gewichtet sind.

Die zentrale Fragestellung der Analyse ist, inwieweit die Professoren der unterschiedlichen Fachrichtungen in Forschung, Lehre und Wissenstransfer zur Erreichung der SDGs beitragen. Die Ergebnisse zeigen, dass alle befragten Professoren in den untersuchten Studienrichtungen einen Bezug zur nachhaltigen Entwicklung herstellen. Es wird jedoch deutlich, dass die Schwerpunkte je nach Fachrichtung stark variieren. Beispielsweise sind gesundheitsorientierte Studiengänge besonders aktiv im Bereich des SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen“, während Ingenieurwissenschaftler oft einen Schwerpunkt auf SDG 9 „Industrie, Innovation und Infrastruktur“ legen. Geowissenschaftliche Disziplinen hingegen konzentrieren sich stark auf SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“.

Die Analyse basiert auf den Rückmeldungen von mehr als 9.500 Professorinnen und Professoren aus 31 Fächern und Fachgruppen an deutschen Hochschulen. Diese Erhebung wurde im Rahmen des CHE-Hochschulrankings zwischen 2022 und 2025 durchgeführt. Nina Horstmann, die Autorin des DatenCHECKs, betont die Verantwortung, die Professoren in allen Disziplinen im Kontext der nachhaltigen Entwicklung übernehmen. Sie hebt hervor, dass viele von ihnen in Lehre, Forschung und Wissenstransfer Schwerpunkte setzen, die eine enge Verbindung zu spezifischen Nachhaltigkeitszielen aufweisen. So beschäftigt sich das Fach Architektur intensiv mit der Entwicklung nachhaltiger Städte, während Politikwissenschaftler Themen wie Frieden, Gerechtigkeit und die Stärkung von Institutionen behandeln. Geowissenschaften haben wiederum einen klaren Fokus auf den Klimaschutz.

Die Ergebnisse dieser Analyse bieten keine Rangliste, die die Fächer nach ihrem Grad an Nachhaltigkeit einordnet. Stattdessen wird eine differenzierte Landkarte der Nachhaltigkeitsprofile einzelner Fachrichtungen erstellt. Einige SDGs sind branchenübergreifend erkennbar, während andere spezifischere Verbindungen zu einzelnen Disziplinen aufweisen. Horstmann erklärt, dass die Analyse eine wertvolle Diskussionsgrundlage für die Fachbereiche darstellt. Sie verdeutlicht, welche Nachhaltigkeitsaspekte in den jeweiligen Disziplinen hervorgehoben werden und wo neue Ansätze für Forschung, Lehre und Profilbildung entwickelt werden können. Die Bewältigung globaler Herausforderungen im Bereich der Nachhaltigkeit erfordere eine interdisziplinäre Herangehensweise, sodass die Analyse auch Verbindungen zwischen verschiedenen Fachrichtungen aufzeigt.

Der DatenCHECK, auf dem diese Ergebnisse basieren, umfasst drei Erhebungswellen im Rahmen des CHE-Hochschulrankings 2023, 2024 und 2025. Hierbei wurden über 9.500 Professoren an Universitäten, Fachhochschulen und dualen Hochschulen in Deutschland online befragt. Die Resultate für die 31 untersuchten Fächer zeigen, in welchem Maße diese zur Erreichung der 17 Nachhaltigkeitsziele beitragen. Der interaktive DatenCHECK für 2026 bietet umfassende Nachhaltigkeitsprofile für alle analysierten Studienrichtungen.

Die Autorinnen und Autoren des aktuellen DatenCHECKs, Nina Horstmann und Cort-Denis Hachmeister, haben zudem im April 2026 einen weiteren DatenCHECK veröffentlicht, der sich mit der strukturellen Verankerung von Nachhaltigkeit an deutschen Hochschulen beschäftigt. Das CHE-Centrum für Hochschulentwicklung, ein gemeinnütziger Think Tank, unterstützt Hochschulen und politische Akteure dabei, die Herausforderungen der heutigen Zeit zu erkennen und Lösungen zu entwickeln, um die Zukunft positiv zu gestalten.

Für weitere Informationen und den Zugang zu den Ergebnissen der Analyse steht die Website des CHE zur Verfügung, die detaillierte Einblicke in die Nachhaltigkeitsprofile der verschiedenen Studienrichtungen bietet.