Menschliche Einflüsse verändern den globalen Wasserkreislauf dramatisch**

Menschliche Einflüsse verändern den globalen Wasserkreislauf dramatisch**

Die Forschung zeigt zunehmend, dass menschliche Aktivitäten, insbesondere in Form von Klimawandel, Landnutzungsänderungen und steigendem Wasserverbrauch, erheblich zum Wandel des globalen Süßwasserkreislaufs beitragen. Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in Nature Communications, belegt, dass diese Veränderungen zu häufigeren und intensiveren Perioden von Trockenheit und Feuchtigkeit führen. Diese Entwicklung überschreitet bereits die planetare Belastungsgrenze für den Süßwasserkreislauf und gefährdet damit die essenziellen klimatischen und ökologischen Prozesse, die für das Erdökosystem von Bedeutung sind.

Die Untersuchung wurde von einem Team unter der Leitung der Universität Ostfinnland durchgeführt, bei dem auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) eine Rolle spielte. Die Wissenschaftler identifizierten die wesentlichen Faktoren, die dazu führen, dass die planetare Grenze im Bereich des Süßwasserkreislaufs überschritten wird, sowohl auf globaler als auch auf regionaler Ebene. Der Wasserkreislauf entfernt sich zunehmend von einem stabilen Zustand, der durch diese Grenze definiert ist. Laut den Ergebnissen der Studie ist dieser Trend langfristig und gefährdet die Funktionsfähigkeit des Wasserkreislaufs.

Die Forscher analysierten Daten von 1901 bis 2019 und verwendeten globale hydrologische Modelle, um Veränderungen in der Verfügbarkeit von „blauem Wasser“ (Flüsse, Seen, Grundwasser) und „grünem Wasser“ (Bodenfeuchtigkeit) zu untersuchen. In ihren Analysen differenzierten sie die Auswirkungen menschlicher Eingriffe im Bereich der Land- und Wassernutzung von jenen, die durch den menschengemachten Klimawandel verursacht werden. Vili Virkki, der Hauptautor der Studie, merkt an, dass die Veränderungen in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen haben und dass prognostiziert wird, dass sich dieser Trend wahrscheinlich weiter verstärken wird. Wenn der Wasserkreislauf schneller verändert wird, als sich die Umwelt anpassen kann, steigt das Risiko für negative Auswirkungen.

Die Studie hebt hervor, dass Trocken- und Feuchtanomalien heutzutage fast doppelt so häufig auftreten wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Diese Veränderungen betreffen sowohl blaues als auch grünes Wasser. Während viele tropische und subtropische Regionen zunehmend unter Trockenheit leiden, sind in der nördlichen borealen Zone häufigere und intensivere Niederschläge zu beobachten, die sich in Überschwemmungen und langanhaltenden Regenereignissen widerspiegeln.

Der Klimawandel stellt den Hauptfaktor hinter diesen Entwicklungen dar, wodurch die planetare Grenze im Bereich Süßwasser weiter überschritten wird. Während die feuchteren Bedingungen hauptsächlich klimatische Ursachen haben, verstärken menschliche Aktivitäten, wie die Land- und Wassernutzung, insbesondere die Auswirkungen von Trockenheit. Sofie te Wierik, Mitautorin der Studie, betont, dass eine ausschließliche Betrachtung des blauen Wassers nicht ausreicht, um die Komplexität der Veränderungen im Wasserkreislauf und deren mögliche Folgen zu verstehen. Die Variationen sind regional, zeitlich und je nach Aspekt des Wasserkreislaufs äußerst unterschiedlich.

In einigen Gebieten, wie bestimmten Regionen in Indien und Zentralasien, könnte der Klimawandel die saisonale Wasserverfügbarkeit kurzfristig erhöhen. Diese positiven Effekte werden jedoch durch menschliche Eingriffe in die Wassernutzung oft überkompensiert, was zu trockeneren Bedingungen führt. Die Studie macht deutlich, dass der Erhalt der planetaren Grenze für Veränderungen im globalen Wasserkreislauf nur erreicht werden kann, wenn Klimawandel sowie Land- und Wassernutzung als eng miteinander verbundene Faktoren betrachtet und angegangen werden.

Die Ergebnisse dieser Forschung unterstreichen die Notwendigkeit, die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen planetaren Grenzen besser zu verstehen. Dieter Gerten, ein Mitautor der Studie vom PIK, weist darauf hin, dass diese Erkenntnisse die Grundlage für zukünftige Forschungen bilden sollen, um die komplexen Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Aspekten des globalen Wasserkreislaufs zu beleuchten.

Zusammenfassend zeigt die Studie, dass der menschliche Einfluss auf den Wasserkreislauf nicht nur lokal, sondern auch global von Bedeutung ist und dringend Handlungsbedarf erfordert, um die Stabilität und Funktionalität dieses lebenswichtigen Systems zu sichern.