
Am 7. Juli 2026 wird eine bedeutende Veranstaltung zum Thema „Partizipative Regionalentwicklung in den zukünftigen Standortregionen“ stattfinden, die vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) organisiert wird. Der Fokus dieser Veranstaltung liegt auf der Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern bei der Planung großer Infrastrukturprojekte, insbesondere im Hinblick auf die Suche nach geeigneten Standorten für ein Endlager. Es stellt sich die grundlegende Frage, wie die Bevölkerung aktiv in den Prozess der Regionalentwicklung eingebunden werden kann, insbesondere in Regionen, die möglicherweise als Standorte für ein Endlager in Betracht gezogen werden.
Zentrale Referenten der Veranstaltung sind Franziska Sperfeld vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen e.V. (UfU) und Ryan Kelly vom Öko-Institut e.V. Sie werden die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Konzepte der Regionalentwicklung bei Großprojekten im nationalen und internationalen Vergleich – Lehren für das Standortauswahlverfahren“ (KoRegio) präsentieren. Diese Studie untersucht, wie die Regionalentwicklung in Gebieten gefördert werden kann, die sich in der engeren Auswahl für ein Endlager befinden. Die Ergebnisse basieren auf einer umfassenden Analyse von Dokumenten sowie auf detaillierten Interviews mit zahlreichen Akteuren aus den betroffenen Regionen.
Die Forschung hat vier Fallstudien untersucht, darunter das Schweizer Tiefenlager Nördlich Lägern, das schwedische Tiefenlager Forsmark, die Schachtanlage Asse II und den Ausbau des Frankfurter Flughafens. Diese Beispiele zeigen auf, welche Strategien und Methoden erfolgreich in der Regionalentwicklung angewendet werden können und welche Faktoren zu einer positiven Bürgerbeteiligung beitragen.
Mit dem Ziel, ab 2028 festzulegen, welche Regionen in Deutschland als mögliche Standorte für Endlager in Frage kommen, wird es für die ansässige Bevölkerung wichtig sein, ihre Ideen und Bedenken in den Prozess einzubringen. Die Ergebnisse des KoRegio-Projekts geben wertvolle Einblicke, wie eine partizipative Regionalentwicklung gestaltet werden kann. Zudem werden die Herausforderungen diskutiert, die bei der gemeinschaftlichen Gestaltung der Regionalentwicklung auftreten können, und welche Unterstützung die Regionen benötigen, um erfolgreich zu sein.
Die Forschenden empfehlen eine Kombination aus kleineren, kurzfristigen Projekten, die in eine übergeordnete mittelfristige Strategie integriert sind. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verbindung zu bestehenden Förderstrukturen, die genutzt werden können, um die Entwicklung in den betroffenen Regionen zu unterstützen. Durch diese Vernetzung kann sichergestellt werden, dass die Projekte nicht isoliert stehen, sondern Teil eines größeren Ganzen sind.
Nach dem Vortrag wird den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, Fragen zu stellen und sich an einer Diskussion zu beteiligen. Insbesondere wird Raum für den Austausch von Erfahrungen mit anderen großen Infrastrukturprojekten geboten, was zu einem wertvollen Wissensaustausch führen kann. Die Veranstaltung zielt darauf ab, ein Forum zu schaffen, in dem Bürgerinnen und Bürger ihre Perspektiven und Ideen in einen konstruktiven Dialog einbringen können.
Insgesamt wird erwartet, dass die Veranstaltung nicht nur zur Aufklärung über die Rahmenbedingungen der Regionalentwicklung beiträgt, sondern auch den Grundstein für eine aktive Bürgerbeteiligung legt. Durch die Einbindung der Bevölkerung in den Entwicklungsprozess können Lösungen erarbeitet werden, die den Bedürfnissen der Menschen vor Ort Rechnung tragen und gleichzeitig die Herausforderungen großer Infrastrukturprojekte berücksichtigen.
Die Initiative von BASE und den beteiligten Forschungseinrichtungen ist ein Schritt in die richtige Richtung, um sicherzustellen, dass die Stimmen der Bürgerinnen und Bürger gehört werden und sie einen aktiven Beitrag zur Gestaltung ihrer Lebensumgebung leisten können. Die Ergebnisse des Projekts KoRegio bieten wertvolle Anhaltspunkte und können als Leitfaden für zukünftige Entwicklungen in diesem Bereich dienen.


















































