
In den letzten fünf Jahren hat sich das Ocean Science Centre Mindelo (OSCM) auf der kapverdischen Insel São Vicente zu einem wichtigen Zentrum für die Aerosolfernerkundung entwickelt. Der hochmoderne Lidar-Laserstrahl, der nachts über den Hafen von Mindelo strahlt, ist ein Symbol für die kontinuierlichen Messungen von Aerosolen und Wolken, die hier durchgeführt werden. Dieser Laserstrahl ist Teil eines umfassenden globalen Netzwerks namens PollyNET, das vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) koordiniert wird und sowohl stationäre als auch mobile Lidar-Systeme umfasst. Durch dieses Netzwerk können Wissenschaftler verschiedene luftgetragene Partikel wie Wüstenstaub, Rauch von Waldbränden, industrielle Emissionen und Seesalz sowie deren Transportwege über den Globus hinweg erfassen.
Anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Aerosolfernerkundung in Mindelo haben die beteiligten Forscher eine umfassende Bilanz der bisherigen Arbeiten gezogen. Ein zentraler Aspekt der Forschung war die Analyse der vertikalen Struktur von Saharastaub und dessen Einfluss auf die Wolkenbildung in der Region. Zudem wurde die zeitliche Variabilität der Aerosolbelastung sowie die optischen Eigenschaften der Atmosphäre intensiv untersucht. Die Station in Mindelo hat sich somit als ein bedeutender Referenzpunkt für atmosphärische Messungen im tropischen Atlantik etabliert.
Der Aufbau der Messstation verlief schrittweise. Seit 2021 wird die Aerosolfernerkundung mittels Lidar kontinuierlich betrieben. Im Laufe der Zeit wurden auch Instrumente zur Wolkenfernerkundung hinzugefügt, um die Wechselwirkungen zwischen Aerosolen und Wolken sowie die damit verbundenen Niederschlagsbildungsprozesse besser zu verstehen. Im Jahr 2024 wurde zudem eine Strahlungsmessstation eingerichtet, die den Einfluss des Atmosphärenzustands auf die Strahlungsbilanz am Erdboden untersucht.
Ein herausragendes Ereignis in der Geschichte der Messstation war der Vulkanausbruch des Cumbre Vieja auf La Palma im September 2021. Mit dem Lidar konnte der Transport von vulkanischen Aerosolpartikeln über Mindelo nachgewiesen werden. Dieses Ereignis verdeutlichte die Leistungsfähigkeit der Fernerkundungssysteme, insbesondere unter außergewöhnlichen atmosphärischen Bedingungen.
Die Entwicklung der Messstation wurde durch insgesamt drei internationale Messkampagnen begleitet. Die ASKOS-Kampagnen in den Jahren 2021 und 2022 dienten der Kalibrierung und dem Vergleich mit Daten des Weltraumlidars AEOLUS, während die ORCESTRA/CLARINET-Kampagne im Jahr 2024 tropische Wettersysteme im Atlantik zwischen Westafrika und der Karibik untersuchte. Diese Kampagnen haben die vor Ort durchgeführten Messungen entscheidend ergänzt und zur Einordnung der Beobachtungen in ein umfassenderes Prozessverständnis beigetragen.
Eine besondere Anerkennung erhielt die TROPOS-Station durch den Besuch des Präsidenten der Republik Cabo Verde, José Maria Neves, und des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier am 4. Oktober 2023. An diesem Tag wurde das gesamte TROPOS-Instrumentarium für die Fernerkundung und Strahlungsmessung offiziell in Betrieb genommen. Die Langzeitmessungen mit dem Lidar zeigen saisonale Ereignisse von Saharastaub, eine deutliche vertikale Schichtung der Aerosole sowie eine hohe Variabilität in der Staubintensität über das Jahr hinweg. Außerhalb der Staubsaison finden sich stabile maritime Seesalzpartikel, die das natürliche Hintergrundsignal der Aerosole in dieser Region prägen.
Um die Kontinuität der Messungen zu gewährleisten, ist das wissenschaftliche und technische Personal von TROPOS mindestens zweimal jährlich für umfangreiche Wartungsarbeiten in Mindelo. Die täglichen Aufgaben werden von den Mitarbeitern des OSCM und des Instituto do Mar (IMAR) übernommen. Prof. Andreas Macke vom TROPOS drückt seinen Dank an die Bewohner von Mindelo, die Mitarbeiter des OSCM und IMAR sowie den Anwohnern in der Umgebung der Station aus. Er hebt auch die wichtige logistische Unterstützung des GEOMAR-Forschungszentrums hervor, ohne die der Aufbau und Betrieb der TROPOS-Station nicht möglich gewesen wäre.
Das Cape Verde Atmospheric Observatory (CVAO) hat sich mittlerweile zu einem unverzichtbaren Bestandteil der globalen Langzeitbeobachtungen entwickelt, die zur Erfassung des Klimawandels notwendig sind. Die Messungen sind Teil der europäischen Forschungsinfrastruktur ACTRIS und bilden eine bedeutende Grundlage für das


















































