
Der Klimawandel ist ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt und die Menschen in Hamburg direkt betrifft. Dies belegt die aktuelle Langzeitstudie „Risikobewusstsein Hamburger Bürger:innen für den Klimawandel 2026“, die vom Helmholtz-Zentrum Hereon in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt wurde. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Bewusstsein für die Risiken, die durch den Klimawandel entstehen, in der Bevölkerung auf einem Rekordhoch ist.
In diesem Jahr gaben 64 Prozent der Befragten an, dass sie sich vorstellen können, persönlich von Naturkatastrophen betroffen zu sein. Dieser Wert ist der höchste, der seit Beginn der Erhebung ermittelt wurde, und insbesondere bei den weiblichen Befragten stieg dieser Anteil um 12 Prozentpunkte an. Ein bemerkenswerter Aspekt der Untersuchung ist, dass insbesondere junge Menschen in der Altersgruppe von 14 bis 39 Jahren ein höheres Risikobewusstsein zeigen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil dieser Gruppe, die den Klimawandel als ernsthafte Bedrohung wahrnimmt, auf 45 Prozent gestiegen. Im Gegensatz dazu hat der Prozentsatz derjenigen, die den Klimawandel als weniger bedrohlich einschätzen, abgenommen.
Die Befragten identifizieren Sturmfluten, Überschwemmungen und Stürme als die größten Gefahren, die Hamburg bedrohen. 66 Prozent der Teilnehmer sehen diese Wetterereignisse als die gravierendsten Risiken. Interessanterweise hat sich in diesem Jahr das Bewusstsein für Stürme erhöht, während Hitzewellen an Bedeutung verloren haben. Dies markiert einen Wandel hin zu einer stärkeren Wahrnehmung von extremen Wetterereignissen, die durch den Klimawandel begünstigt werden.
Die Studie liefert auch Einblicke in die persönlichen Vorsorgemaßnahmen der Hamburger. 76 Prozent der Befragten nutzen Warn- und Wetter-Apps, und 57 Prozent haben Notvorräte angelegt, was einen Anstieg um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Allerdings ist die Bereitschaft, sich finanziell gegen klimabedingte Schäden abzusichern, rückläufig. Nur 39 Prozent der Befragten haben eine entsprechende Versicherung abgeschlossen, was einen neuen Tiefstand darstellt.
Ein weiterer interessanter Aspekt der Studie ist die wachsende Bedeutung des Themas Klimawandel in der politischen Debatte. Bei der Befragung zu den größten Herausforderungen in Hamburg nannten 11 Prozent der Teilnehmer das Klima, was einen Anstieg von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Dennoch bleiben andere Probleme wie Verkehr, Wohnkosten und Baustellen die Hauptanliegen der Bürger.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass trotz der vielfältigen Herausforderungen, die die Bürger ansprechen, das Bewusstsein für die Notwendigkeit von klimapolitischen Maßnahmen stabil bleibt. Dies wurde auch beim Volksentscheid zur Klimaneutralität in Hamburg im Oktober 2025 deutlich, wo mehr als die Hälfte der Wähler für eine Verschärfung der Klimaziele und eine Erreichung der Klimaneutralität bis 2040 stimmte.
Die Wissenschaftlerinnen der Studie, Prof. Beate Ratter und Johanna Nicolaysen, betonen, dass die Resultate nicht nur die gegenwärtige Wahrnehmung des Klimawandels widerspiegeln, sondern auch wertvolle Hinweise für zukünftige klimaangepasste Handlungsmöglichkeiten geben. Der anhaltende Dialog über persönliche Betroffenheit und politische Verantwortung ist entscheidend für die Entwicklung effektiver Klimaschutzmaßnahmen.
Insgesamt zeigt die Langzeitstudie, dass die Hamburger Bürger den Klimawandel als ernstzunehmende Herausforderung betrachten und bereit sind, sich aktiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Engagements auf individueller und gesellschaftlicher Ebene, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.


















































