München führt digitale Lieferzonen ein: Ein Schritt in Richtung nachhaltiger urbaner Logistik**

Die bayerische Landeshauptstadt München hat ein innovatives Pilotprojekt ins Leben gerufen, das darauf abzielt, die urbane Logistik durch digitale Lieferzonen zu optimieren. In einer Testphase werden gewerblichen Verkehrsunternehmen sowie anderen Nutzergruppen Echtzeitdaten zur Verfügbarkeit von Lieferflächen in der Innenstadt bereitgestellt. Dieses Vorhaben ist Teil des EU-geförderten Projekts metaCCAZE, welches darauf abzielt, die Mobilität in europäischen Städten sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr zu revolutionieren.

Das Projekt metaCCAZE hat sich das Ziel gesetzt, intelligente, klimaschonende und effiziente Verkehrslösungen zu entwickeln. In vier Modellstädten – darunter neben München auch Amsterdam, Limassol und Tampere – werden fortschrittliche Technologien getestet, die emissionsfreie Mobilitätslösungen für Menschen und Güter ermöglichen. Die in diesen Städten gesammelten Erkenntnisse und Technologien sollen später in weiteren sechs Städten, darunter Athen und Mailand, umgesetzt werden.

Das Steinbeis Europa Zentrum spielt eine entscheidende Rolle in diesem Projekt, indem es die Kommunikations- und Verbreitungsaktivitäten koordiniert. Dazu gehört die Entwicklung einer einheitlichen Corporate Identity sowie die Betreuung der Kommunikationskanäle wie Website und soziale Medien. Zudem wird die Beteiligung der Partner an fachlichen Veranstaltungen gefördert, um die Ergebnisse des Projekts auch über die Grenzen der beteiligten Städte hinaus bekannt zu machen.

Die Eröffnung des Pilotprojekts fand in Anwesenheit von Münchens Zweitem Bürgermeister Dominik Krause und Mobilitätsreferent Georg Dunkel statt. Gemeinsam mit Annette Hilpert von der Industrie- und Handelskammer München wurde der Startschuss für die intelligente Lieferzonen gegeben. In der Münchner Altstadt und rund um die Fraunhoferstraße wurden insgesamt 21 Liefer- und Ladezonen mit modernen Sensoren ausgestattet. Diese Sensoren liefern Echtzeitdaten über die Belegung der Zonen an die Mobilitäts-App mo2B, die es Nutzern ermöglicht, freie Lieferflächen schnell zu finden und gezielt anzufahren.

Ein weiteres Ziel des Projekts ist die erhöhte Sichtbarkeit der Lieferzonen. Dazu wurden deutlich erkennbare Markierungen auf der Fahrbahn angebracht, die sowohl den Lieferverkehr als auch andere Verkehrsteilnehmer auf die entsprechenden Flächen hinweisen sollen. Die App mo2B zeigt nicht nur die verfügbaren Zonen an, sondern bietet auch eine Navigationsfunktion, die die Nutzer direkt zur nächstgelegenen geeigneten Fläche führt. Auf diese Weise soll die ineffiziente Nutzung der Lieferzonen reduziert und der oft damit verbundene Parksuchverkehr vermieden werden. Dies kommt insbesondere Logistikunternehmen, Handwerksbetrieben und Pflegediensten zugute.

Oberbürgermeister Dominik Krause äußerte sich positiv über das Projekt und betonte die Bedeutung der Digitalisierung für den Wirtschaftsverkehr in der Stadt. Insbesondere in der Altstadt, wo der Platz begrenzt ist, werde durch die Bereitstellung von Echtzeitinformationen der Zugang zu Ladeflächen verbessert. Mobilitätsreferent Georg Dunkel ergänzte, dass durch die Digitalisierung der Lieferzonen sowohl die Nutzung als auch die Effizienz dieser Flächen gesteigert werden soll. Das Projekt bietet nicht nur Vorteile für Gewerbetreibende, sondern auch für Anwohner und Menschen mit einem Behindertenparkausweis.

Das Pilotprojekt wird im Rahmen des Horizon-Europe-Programms metaCCAZE gefördert, das die Entwicklung nachhaltiger Mobilitätslösungen unterstützt. Um die besten Standorte für die Lieferzonen zu identifizieren, hat die Stadt München eng mit Kammern und Wirtschaftsverbänden zusammengearbeitet und dabei Bereiche mit hoher Nachfrage ausgewählt.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass München mit diesem innovativen Ansatz einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren urbanen Logistik und besseren Verkehrssituation in der Innenstadt geht. Das Projekt zeigt auf, wie moderne Technologien und digitale Lösungen zur Verbesserung der Lebensqualität in Städten beitragen können. Die gesammelten Erfahrungen werden voraussichtlich auch für andere Städte von Bedeutung sein und zur Schaffung übertragbarer Mobilitätslösungen beitragen.