Rückgang der Wohnsituation: Über ein Viertel der Studierenden lebt weiterhin bei den Eltern**

Eine aktuelle Untersuchung des CHE Centrum für Hochschulentwicklung offenbart, dass der Anteil der Studierenden, die noch im Elternhaus wohnen, leicht gesunken ist. Aktuell leben 27,9 Prozent der Studierenden in Deutschland bei ihren Eltern, was einem Rückgang von 0,5 Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2023 entspricht. Diese Studie bietet einen umfassenden Überblick über die Wohnsituation von mehr als 87.000 Studierenden in grundständigen Studiengängen wie Bachelor und Staatsexamen und zeigt interessante regionale sowie geschlechtsspezifische Unterschiede auf.

Die gängigsten Wohnformen unter den Studierenden sind das Elternhaus, private Mietwohnungen und Wohngemeinschaften (WGs). Der Anteil derjenigen, die in einer privaten Mietwohnung leben, beträgt 27,8 Prozent, während etwa 24,8 Prozent in WGs wohnen. Relativ selten, nämlich nur 15,2 Prozent, leben die Studierenden in Studentenwohnheimen. Ein Geschlechtervergleich zeigt, dass männliche Studierende häufiger im Elternhaus wohnen als weibliche. So leben rund 33 Prozent der Männer noch bei ihren Eltern, während es bei den Frauen weniger als 25 Prozent sind.

Die regionalen Unterschiede sind ebenfalls signifikant. Besonders auffällig ist, dass im Saarland 42,8 Prozent der Studierenden noch bei ihren Eltern wohnen. In den baden-württembergischen Städten Nürtingen und Göppingen liegt dieser Anteil sogar bei 76,4 Prozent beziehungsweise 73,1 Prozent. In der nordrhein-westfälischen Stadt Gütersloh wohnen rund 70 Prozent der Bachelor-Studierenden bei ihren Eltern. Im Gegensatz dazu hat Thüringen die höchste Quote an Studierenden, die in WGs leben, mit 33,2 Prozent. In Weimar gibt sogar die Hälfte der Befragten an, in einer WG außerhalb eines Wohnheims zu wohnen.

Ein weiterer interessanter Aspekt der Untersuchung ist, dass Studierende an Fachhochschulen oder Hochschulen für angewandte Wissenschaften überdurchschnittlich häufig noch im Elternhaus wohnen. Dies gilt unabhängig von der Größe des Hochschulstandorts. Bei Universitätsstudierenden hingegen ist die Wohnsituation stark vom jeweiligen Ort abhängig. In großen Städten mit hohen Mietpreisen nutzen viele Studierende die kostengünstige Option, bei ihren Eltern zu wohnen. In mittelgroßen Universitätsstädten hingegen ist das Wohnen in WGs die beliebteste Wahl.

Die Studie zeigt auch, dass fast zwei Drittel der Studierenden in Deutschland in unmittelbarer Nähe zu ihrem Hochschulort wohnen. In Mecklenburg-Vorpommern ist dieser Anteil sogar noch höher: Hier leben fast 90 Prozent der Studierenden direkt am Campus. Weitere 30,4 Prozent haben ihren Lebensmittelpunkt in einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern zum Hochschulstandort. Der Anteil der Studierenden, die mehr als 50 Kilometer zu ihrer Hochschule reisen müssen, ist im Vergleich zur vorherigen Erhebung auf 6,4 Prozent gesunken.

Bezüglich der Anreise zur Hochschule setzen viele Studierende auf umweltfreundliche Verkehrsmittel. Über 57 Prozent nutzen regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel, was einen Anstieg von fast 6 Prozentpunkten im Vergleich zu den letzten drei Jahren darstellt. Lediglich ein Viertel der Studierenden greift regelmäßig auf das Auto oder Motorrad zurück. In Städten wie Greifswald, Münster und Göttingen ist der Anteil der radelnden Studierenden besonders hoch, während öffentliche Verkehrsmittel in Städten wie Berlin, Hamburg und Stuttgart stark frequentiert werden. In Thüringen gehen mehr als die Hälfte der Studierenden zu Fuß zur Hochschule, während im Saarland ein Großteil regelmäßig das Auto nutzt.

Die Ergebnisse dieser Erhebung basieren auf den Befragungen im Rahmen des CHE Hochschulrankings und sind Teil der Publikation „CHECK – Wohnsituation und Mobilität von Studierenden in Deutschland 2026“. Die Studie bietet wertvolle Einblicke in die Lebensrealitäten von Studierenden und deren Mobilität. Die vollständigen Daten sind auf dem CHE-Portal verfügbar und bieten eine interaktive Übersicht über die Wohnsituation an 163 Hochschulstandorten in Deutschland.