Die Wiedervernässung von Mooren: Ein Leitfaden für effektive Naturschutzmaßnahmen**

Moore sind bemerkenswerte Ökosysteme, die eine entscheidende Rolle im Klimaschutz spielen, insbesondere wenn sie gut bewässert sind. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat erkannt, dass die Wiedervernässung von Mooren und anderen Feuchtgebieten eine zentrale Maßnahme im Kampf gegen den Klimawandel darstellt. Allerdings sind die Bemühungen um die Rückführung von entwässerten Flächen oft mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, darunter langwierige Genehmigungsprozesse, unterschiedliche Interessen der Behörden und komplizierte Eigentumsverhältnisse. Um diese Hürden zu überwinden, hat das DBU Naturerbe im Rahmen des Projekts „NaturErbeKlima“ einen praxisorientierten Handlungsleitfaden entwickelt, der Akteuren im Naturschutz als Unterstützung dienen soll.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits deutlich spürbar: Extreme Wetterbedingungen wie Hitze, Dürre und Starkregen nehmen zu, was die Notwendigkeit eines durchdachten Wasserhaushalts für Gemeinden und Regionen verstärkt. Vor diesem Hintergrund hat die DBU seit geraumer Zeit gefordert, die Wiedervernässung von Mooren und Auen zügig voranzutreiben. Nasse Ökosysteme fungieren nicht nur als Kohlenstoffsenken, die klimaschädliche CO₂-Emissionen reduzieren, sondern sie bieten auch Schutz vor Hochwasser und tragen zur Stabilität landwirtschaftlicher Flächen bei.

Ursprünglich erstreckten sich die Moore in Deutschland über etwa 1,8 Millionen Hektar. Durch intensive Entwässerungsmaßnahmen zur Schaffung landwirtschaftlich nutzbarer Flächen sind jedoch mehr als 90 Prozent dieser Flächen trockengelegt worden. Laut Susanne Belting, der Fachlichen Leiterin des DBU Naturerbe, sind trockene Moore für etwa sieben Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Sie bezeichnet nasse Moore als „Multitalente“, die als Kohlenstoffsenken, Wasserspeicher und Lebensräume für vielfältige Arten fungieren.

Der neu veröffentlichte Leitfaden bietet konkrete Ansätze und Lösungswege zur Umsetzung von Moorschutzmaßnahmen in Naturschutzgebieten. Er richtet sich an Fachleute im Naturschutz, die die Prinzipien des natürlichen Klimaschutzes in ihr Flächenmanagement integrieren möchten. Dr. Charlotte Seifert, Projektkoordinatorin im DBU Naturerbe, hebt hervor, dass viele Akteure, die sich erstmals mit Moorschutzplanung beschäftigen, vor erheblichen Herausforderungen stehen. Der Leitfaden hilft dabei, diese Schwierigkeiten systematisch anzugehen und Lösungen zu finden.

Ein zentrales Hindernis bei der Planung von Wiedervernässungsprojekten sind oft unklare Zuständigkeiten und langwierige Genehmigungsverfahren. Lukas Stroot, Projektkoordinator im DBU Naturerbe, erklärt, dass die Klärung von Eigentumsverhältnissen und die Abstimmung mit Behörden zu den größten Herausforderungen zählen. Der Leitfaden bietet hier eine wertvolle Orientierungshilfe. Ein Beispiel für die Komplexität der Genehmigungen ist die Wasserrahmenrichtlinie, die vorschreibt, dass Fließgewässer für Tiere wie Fische durchgängig sein müssen. Dies steht jedoch oft im Widerspruch zu den Zielen der Moorwiedervernässung, bei denen wasserabführende Gräben geschlossen werden müssen, um das Wasser in der Landschaft zu halten.

Trotz dieser Zielkonflikte zeigt die Erfahrung, dass sich in vielen Fällen Synergien ergeben. Eine gut abgestimmte wasserwirtschaftliche Planung und eine sorgfältige fachliche Abwägung sind entscheidend, um die Effizienz von Wiedervernässungsprojekten zu steigern und ihre Ziele erfolgreich zu erreichen.

Im Rahmen des Projekts „NaturErbeKlima“ wurden bereits Maßnahmen zur Wiedervernässung in 15 Naturschutzflächen in sieben Bundesländern geplant. Diese Initiativen, die im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz des Bundes unterstützt werden, zielen darauf ab, die ökologischen Bedingungen in diesen Gebieten zu verbessern. So wurden beispielsweise in der Ueckermünder Heide in Mecklenburg-Vorpommern Gräben verschlossen und Wasserabflüsse reduziert, um das Wasser in der Fläche zu halten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wiedervernässung von Mooren nicht nur einen bedeutenden Beitrag zur Minderung von Klimafolgen leisten kann, sondern auch die Wasserverfügbarkeit in ganzen Regionen stabilisiert. Der neue Handlungsleitfaden stellt ein wichtiges Werkzeug dar, um die Umsetzung von Moorschutzmaßnahmen zu erleichtern und die vielfält