
Die Internationale Union für Naturschutz (IUCN) hat kürzlich die erste umfassende Bewertung des sogenannten „Grünen Status“ für die beiden Unterarten des Östlichen Gorillas (Gorilla beringei) veröffentlicht. Diese Analyse, die von Dr. Jessi Junker und ihrem Team an der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung geleitet wurde, bietet tiefgreifende Einblicke in die Erholung, ökologische Bedeutung und die langfristigen Überlebenschancen dieser Menschenaffenart.
Die Bewertung zeigt klare Unterschiede zwischen den beiden Unterarten des Östlichen Gorillas: dem Östlichen Flachlandgorilla (Gorilla beringei graueri) und dem Berggorilla (Gorilla beringei beringei). Während die Bestände des Östlichen Flachlandgorillas in den letzten zwei Jahrzehnten stark zurückgegangen sind, haben gezielte Schutzmaßnahmen beim Berggorilla zu einem anhaltenden Anstieg der Populationen geführt.
Der Östliche Gorilla gilt als die größte lebende Menschenaffenart und ist ausschließlich in den tropischen Wäldern Zentral- und Ostafrikas zu finden. Lebensraumzerstörung, Wilderei und bewaffnete Konflikte haben den Beständen seit Jahrzehnten stark zugesetzt. Sowohl der Berggorilla als auch der Östliche Flachlandgorilla gehören zu den am stärksten bedrohten Menschenaffen weltweit.
Die IUCN-Statusbewertung bietet nun ein differenziertes Bild, das zeigt, dass in einigen Regionen, insbesondere in bestimmten bewirtschafteten Wäldern, die Populationen des Östlichen Flachlandgorillas stabil geblieben sind. Dr. Junker berichtet, dass nachhaltige Schutzmaßnahmen den Verlust von Beständen verhindern können. Im Fall der Berggorillas hat eine konsequente Artenschutzpolitik sogar zu einem messbaren Anstieg der Population geführt.
Eine der Hauptaufgaben dieser Bewertung war die Rekonstruktion des historischen Verbreitungsgebiets der Gorillas um 1900. Die Forscher teilten das Gebiet in fünf Regionen auf, die unterschiedliche Populationen mit spezifischen Bedrohungen, Schutzmaßnahmen und Managementkontexten repräsentieren. Dabei wurden sowohl für den Östlichen Flachlandgorilla in der Demokratischen Republik Kongo als auch für die Berggorillas im Bwindi-Virunga-Gebiet in Uganda und Ruanda umfassende Daten gesammelt.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Bedrohungen für die Gorillas vielfältig sind und Lebensraumverlust, Bergbau, landwirtschaftliche Expansion sowie Krankheitsrisiken umfassen. Auf Grundlage dieser Informationen entwickelten die Wissenschaftler verschiedene Szenarien für den Artenschutz, um die Auswirkungen der bisherigen Schutzmaßnahmen zu bewerten und die zukünftigen Perspektiven der Gorillas abzuschätzen.
Die Bewertung involvierte über 60 Experten, hauptsächlich aus den Verbreitungsgebieten der Gorillas, was sicherstellt, dass die Ergebnisse auf lokalem Fachwissen basieren. Diese Zusammenarbeit hebt die Bedeutung der regionalen Expertise hervor und verleiht der Analyse zusätzliche Glaubwürdigkeit.
Die errechneten „Artenerholungswerte“ zeigen, dass der Östliche Flachlandgorilla einen Erholungswert von lediglich 15 Prozent erreicht hat, was ihn in die Kategorie „kritisch dezimiert“ einordnet. In den letzten zwei Jahrzehnten ist seine Population um rund 60 Prozent geschrumpft, sodass heute weniger als 7.000 Exemplare existieren. Dennoch zeigt die Bewertung, dass durch effektiven Artenschutz noch weitaus schlimmere Verluste verhindert wurden.
In einigen Schutzgebieten der Demokratischen Republik Kongo, wie dem Oku Community Reserve, sind die Gorillapopulationen trotz der instabilen politischen Lage relativ stabil geblieben. Dominique Bikaba, Geschäftsführer der Naturschutzorganisation Strong Roots Congo, hebt hervor, dass der Erfolg von Naturschutzmaßnahmen auf effektive Zusammenarbeit zwischen lokalen Gemeinschaften und Naturschutzpartnern basiert.
Die Prognosen zeigen jedoch, dass eine Reduzierung oder Einstellung der Schutzmaßnahmen zu einem drastischen Rückgang der Populationen führen würde. Während die Fortpflanzungsrate der Unterart niedrig ist, könnte eine langfristige Erholung nur durch verstärkte und nachhaltige Schutzanstrengungen erreicht werden.
Im Gegensatz dazu haben die Berggorillas einen höheren Erholungswert von 25 Prozent erzielt und werden als „weitgehend dezimiert“ eingestuft. Diese Verbesserung ist das Ergebnis jahrelanger koordinierter Naturschutzmaßnahmen, die eine enge Einbindung der lokalen Bevölkerung umfassen.
Die IUCN-Statusbewertung verdeutlicht, dass die bisher erzielten Fortschritte nur nachhaltig sind, wenn die Schutzmaßnahmen fortgesetzt werden. Dr. Junker fasst zusammen, dass der „Green Status“ einen


















































