
Der Klimawandel hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Verbreitungsgebiete von Schmetterlingen, das zeigt eine umfassende globale Analyse von über 1.700 Arten. Diese Studie, die in der renommierten Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution veröffentlicht wurde, befasst sich mit der Verlagerung von Lebensräumen, die durch klimatische Veränderungen und extreme Wetterereignisse verursacht werden. Forscher haben festgestellt, dass etwa 80 Prozent der untersuchten Schmetterlingsarten ihre Verbreitungsgebiete ausgeweitet haben, während 27 Prozent eine Reduzierung ihrer Areale erfahren haben. Insbesondere bei 22 Prozent der Arten wurden Veränderungen in der Höhenverbreitung beobachtet.
Die Forschung wurde von Wissenschaftlern der Monash University, des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) sowie der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) geleitet. In ihrer Analyse wurden 6.182 dokumentierte Verschiebungen in 105 Ländern untersucht. Dabei wurde sowohl auf englisch- als auch auf nicht-englischsprachige wissenschaftliche Literatur zurückgegriffen sowie auf die Einschätzungen von 68 Experten. Diese Studie stellt die größte ihrer Art dar und deckt ein breites Spektrum an geografischen Regionen ab.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die Feststellung, dass die horizontale Ausbreitung von Schmetterlingsarten auf allen Kontinenten zu beobachten ist, wobei tropische Länder besonders betroffen sind. Im Gegensatz dazu sind Rückgänge in gemäßigten Zonen wie Europa und Nordamerika häufiger. Die Veränderungen in der Höhenverbreitung sind fast ausschließlich auf der Nordhalbkugel dokumentiert. Dr. Shawan Chowdhury, der Hauptautor der Studie, betont, dass die ermittelten Veränderungen nicht nur in den gut erforschten Regionen Europas und Nordamerikas stattfinden, sondern globale Dimensionen annehmen.
Schmetterlinge gelten als Frühindikatoren für ökologische Veränderungen. Ihre Verschiebungen in den Lebensräumen können auf umfassende Veränderungen in den Ökosystemen hindeuten. Insbesondere in Deutschland zeigen wärmeliebende Arten wie der Karstweißling und der Segelfalter eine Ausbreitung, die durch den Klimawandel begünstigt wird. Diese Arten profitieren von den längeren warmen Jahreszeiten, die es ihnen ermöglichen, mehr Generationen pro Jahr hervorzubringen. Auf der anderen Seite sind empfindliche Arten, wie der Hochmoor‑Perlmutterfalter, durch die Entwässerung von Mooren und intensive landwirtschaftliche Nutzung gefährdet.
Die Studie zeigt auch, dass die Dokumentation der Verschiebungen in den Lebensräumen von Schmetterlingen in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich ist. In Ländern wie der Tschechischen Republik, Deutschland, Finnland, Spanien und Schweden liegen für viele Arten umfassende Daten vor. In Deutschland ist jedoch erkennbar, dass nicht nur der Klimawandel, sondern auch die Intensität der Landnutzung die Verbreitung von Schmetterlingen maßgeblich beeinflusst.
Dennoch sind in den meisten Ländern nur für weniger als zehn Prozent der Arten mögliche Arealverschiebungen erfasst worden, was auf unzureichende Monitoring-Anstrengungen und mangelnde Daten hinweist. Um ein umfassendes Bild der Schmetterlingsverbreitung zu erhalten, war die Einbeziehung nicht-englischer Studien und Expertenwissen entscheidend. Prof. Aletta Bonn vom UFZ hebt die Bedeutung der Arbeit von naturkundlichen Gesellschaften und Schmetterlingsforschern hervor, um die globalen Muster der Schmetterlingsdiversität besser zu verstehen.
Trotz der Fortschritte in der Datenakquise zeigt die Studie auch, dass erhebliche geografische Datenlücken bestehen, insbesondere in Regionen wie Zentralafrika, Südostasien, Neuguinea und im Amazonasbecken. Diese Gebiete sind von großer Bedeutung für die Biodiversität und bleiben häufig unterrepräsentiert. Dr. Guy Pe’er, einer der Seniorautoren, betont den dringenden Bedarf an koordinierten Maßnahmen, um die Monitoring-Aktivitäten weltweit zu erweitern. Ohne systematisches und mehrsprachiges Biodiversitätsmonitoring könnten Naturschutzmaßnahmen auf einer unvollständigen und verzerrten Datenbasis beruhen, was ihre Effektivität gefährden würde.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die globalen Veränderungen in der Schmetterlingsverbreitung ein alarmierendes Signal für die Gesundheit der Ökosysteme darstellen. Die Studie fordert eine verstärkte Zusammenarbeit und Ressourcenallokation, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität besser zu verstehen und geeignete


















































