Fortschritte in der Regulierung von Fusionskraftwerken: ReFus-Projektpartner präsentieren Zwischenb…

Fortschritte in der Regulierung von Fusionskraftwerken: ReFus-Projektpartner präsentieren Zwischenb…

Das Thema Fusionskraftwerke gewinnt zunehmend an Bedeutung für die zukünftige Energieversorgung in Deutschland. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unterstützten Projekts „Pilotvorhaben zur Regulatorik für Fusionsanlagen“ (ReFus) wird untersucht, wie ein rechtlicher Rahmen für diese innovativen Technologien gestaltet werden kann. In ihrem kürzlich veröffentlichten Statusbericht präsentieren die beteiligten Forschungseinrichtungen erste Ergebnisse und laden die Öffentlichkeit ein, bis zum 31. Oktober 2026 Kommentare zu den Ausführungen abzugeben.

Fusion ist eine Schlüsseltechnologie, die als Teil der Hightech Agenda der Bundesregierung gefördert wird. In Deutschland entstehen drei Fusionshubs, in denen Wissenschaftler und Industrie neue Konzepte für Fusionskraftwerke entwickeln. Diese Konzepte sollen sich in verschiedenen Aspekten, wie technischen Parametern oder der Materialauswahl, von bestehenden Forschungsanlagen und bisherigen Kraftwerksmodellen unterscheiden. Um die regulatorischen Rahmenbedingungen für diese zukünftigen Anlagen bereits in der Entwicklungsphase zu berücksichtigen, initiierte das BMFTR im Jahr 2025 das ReFus-Projekt.

An dem ReFus-Projekt sind mehrere renommierte Institutionen beteiligt, darunter die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS), das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, das Öko-Institut, der TÜV Rheinland und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Diese Experten arbeiten gemeinsam daran, ein umfassendes Regelwerk für Fusionsanlagen zu entwickeln. Dabei werden sie von verschiedenen Stakeholdern aus der Fusionsindustrie, der Zuliefererbranche und dem Energiesektor unterstützt, die wertvolle Informationen bereitstellen.

Der nun veröffentlichte Statusbericht bietet eine Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse des Projekts. Ein wichtiger Aspekt ist die Analyse des bestehenden rechtlichen und technischen Rahmens, innerhalb dessen die Regulierung von Fusionsanlagen erfolgen kann. Nach dem Strahlenschutzrecht werden Fusionsanlagen als Einrichtungen zur Erzeugung ionisierender Strahlung betrachtet, was bedeutet, dass sie bereits unter das Strahlenschutzgesetz fallen. Das hat zur Folge, dass Genehmigungen und der Betrieb dieser Anlagen im Rahmen des bestehenden Rechtsrahmens möglich sind. Die Anforderungen des Strahlenschutzrechts zielen darauf ab, den Schutz von Mensch und Umwelt zu gewährleisten und verlangen von den Betreibern den Nachweis, dass ihre Technologien dem neuesten Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen.

Die Forscher schlagen in ihrem Bericht zudem einen gestuften Ansatz für ein technisches Regelwerk vor, der sich am radiologischen Gefährdungspotenzial der Fusionsanlagen orientiert. Dies soll sicherstellen, dass die Sicherheitsanforderungen angemessen auf die spezifischen Risiken der jeweiligen Technologie abgestimmt sind. Interessierte Bürger und Fachleute sind eingeladen, ihre Rückmeldungen zu den veröffentlichten Inhalten abzugeben, um die Gestaltung des Regelwerks aktiv mitzugestalten. Das dazugehörige Kommentierungsformular ist über den Link zur Originalpublikation verfügbar.

In der abschließenden Phase des Projekts wird die Forschungsgruppe auch europarechtliche Fragestellungen sowie die Möglichkeit einer Umnutzung ehemaliger Kernkraftwerksstandorte betrachten. Ein weiterer wichtiger Schritt wird die Erstellung einer Merkpostenliste für die Antragsstellung zur Genehmigung von Fusionsanlagen sein. Darüber hinaus werden die bestehenden Normen aus der konventionellen Sicherheitstechnik und der Kerntechnik analysiert, um deren Anwendbarkeit auf die neuen Fusionsanlagen zu überprüfen.

Das ReFus-Projekt hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2027. Die abschließenden Forschungsergebnisse werden in einem Fachbericht veröffentlicht, der die Grundlage für die zukünftige Regulierung von Fusionskraftwerken in Deutschland bilden soll. Die bisherigen Analysen und Ergebnisse des Projekts markieren einen wichtigen Schritt in Richtung einer detaillierten und fundierten Gestaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen für diese innovative Technologie.