Innovative Ansätze zur Herstellung von Dünger aus landwirtschaftlichen Reststoffen für eine nachhal…

Innovative Ansätze zur Herstellung von Dünger aus landwirtschaftlichen Reststoffen für eine nachhal…

In der Landwirtschaft spielt der effiziente Umgang mit Ressourcen eine entscheidende Rolle, insbesondere angesichts der steigenden Energiepreise und der geopolitischen Unsicherheiten, die die Verfügbarkeit mineralischer Rohstoffe beeinflussen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat die Hochschule Hof ein Forschungsprojekt mit dem Namen ReKorD ins Leben gerufen, das sich der Umwandlung von Reststoffen aus der Tierhaltung in hochwertige Dünger widmet. Ziel des Projekts ist es, regionale Nährstoffkreisläufe zu schließen und die Abhängigkeit von herkömmlichen mineralischen Düngemitteln zu reduzieren.

Das Projekt ReKorD zielt darauf ab, die wertvollen Nährstoffe, die in viehstarken Regionen anfallen, besser zu nutzen. In diesen Gebieten entstehen große Mengen an nährstoffreichen Reststoffen, deren Potenzial bislang nur unzureichend ausgeschöpft wird. Dr. Harvey Harbach, Projektleiter und stellvertretender Institutsleiter des Instituts für nachhaltige Wassersysteme der Hochschule Hof, erklärt: „Wir möchten die Nährstoffe dort halten, wo sie entstehen, und sie in einer Form verfügbar machen, die effektiv transportiert und gezielt eingesetzt werden kann. Auf diese Weise schaffen wir die Voraussetzungen für eine ressourcenschonende und zugleich wirtschaftliche Landwirtschaft.“

Das Kernstück des Projekts sind organo-mineralische Düngerpellets, die sowohl organische Bestandteile aus landwirtschaftlichen Reststoffen als auch mineralische Nährstoffe enthalten. Diese gepressten Dünger haben den Vorteil, dass sie sich einfacher lagern, transportieren und gleichmäßig auf landwirtschaftlichen Flächen ausbringen lassen. Durch die Kombination von Kreislaufwirtschaft und modernen Verfahrenstechniken soll eine ressourceneffiziente Alternative zu herkömmlichen mineralischen Düngemitteln entwickelt werden.

Ein wichtiger Meilenstein im Projekt wurde bereits erreicht: Das Forschungsteam hat im Labor erfolgreich erste Prototypen dieser Düngerpellets hergestellt. Mittels einer Hydraulikpresse konnten die ersten funktionsfähigen Pellets produziert werden, was die grundlegende Machbarkeit des entwickelten Verfahrens bestätigt. Aktuell befindet sich das Projekt in der Proof-of-Concept-Phase, in der geprüft wird, ob die technische Idee tatsächlich in die Praxis umgesetzt werden kann. Dr. Harvey Harbach äußert sich zu diesem Fortschritt: „Die erfolgreichen Pelletprototypen zeigen, dass unser Ansatz funktioniert. Jetzt konzentrieren wir uns darauf, die Materialeigenschaften zu optimieren und den Herstellungsprozess so zu gestalten, dass eine wirtschaftliche Produktion möglich ist.“

Das Forschungsteam untersucht derzeit verschiedene Aspekte, darunter die optimale Zusammensetzung der Materialien, die mechanische Stabilität der Pellets sowie deren Lagerfähigkeit und die kontrollierte Freisetzung der Nährstoffe. Diese Erkenntnisse sind entscheidend für die Entwicklung eines späteren industriellen Produktionsverfahrens.

Ein weiterer Schlüsselfaktor für den Erfolg des Projekts ist die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Insgesamt 13 Konsortialpartner aus den Bereichen Landwirtschaft, Materialwissenschaft, Verfahrenstechnik und Umwelttechnologien bringen ihr Fachwissen in das Projekt ein. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ist essenziell, um Forschungsergebnisse schnell in praxistaugliche Lösungen zu überführen. Dr. Harbach betont: „Die Stärke von ReKorD liegt in der interdisziplinären Zusammenarbeit. Nur durch das Zusammenspiel verschiedener Fachrichtungen und Partner können innovative Ideen in konkrete Anwendungen für die Landwirtschaft umgesetzt werden.“

Das Projekt ReKorD wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Programms „Investitionen in Beschäftigung und Wachstum“ Bayern 2021-2027 gefördert. Ziel des EFRE ist es, Projekte zu unterstützen, die Innovationen fördern, die Wettbewerbsfähigkeit stärken und eine nachhaltige Entwicklung in den Regionen vorantreiben. Mit diesem Vorhaben leistet die Hochschule Hof einen entscheidenden Beitrag zur regionalen Wertschöpfung, zur effizienten Nutzung natürlicher Ressourcen und zur Förderung einer zukunftsfähigen Kreislaufwirtschaft in der Landwirtschaft.

Insgesamt betrachtet zeigt das Projekt ReKorD, wie durch innovative Ansätze und interdisziplinäre Zusammenarbeit eine nachhaltige Landwirtschaft gefördert werden kann, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch zukunftsfähig ist.