
Das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) hat ein bedeutendes Positionspapier veröffentlicht, das sich mit der artgerechten Aufzucht von Ferkeln beschäftigt. In dem Dokument mit dem Titel „Tiergerechte Aufzucht von Ferkeln“ werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zusammengefasst und praxisnahe Empfehlungen für die Landwirtschaft, die Beratung und die Politik formuliert. Dieses Positionspapier ist eine Fortsetzung der Bemühungen des FBN, sich mit sensiblen Lebensphasen von Nutztieren auseinanderzusetzen, nachdem zuvor bereits ein Papier zur Kälberaufzucht veröffentlicht wurde.
Die ersten Lebenswochen der Ferkel sind entscheidend für deren Überleben und Entwicklung. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass unter sowohl konventionellen als auch ökologischen Haltungsbedingungen etwa 10 bis 25 Prozent der lebend geborenen Ferkel bis zum Absetzen verenden. Dies entspricht zwei bis vier Tieren pro Wurf und verdeutlicht die Dringlichkeit, in diesem Bereich Verbesserungen zu erzielen. Das Positionspapier identifiziert zentrale Aspekte, die zur Gewährleistung einer tiergerechten Aufzucht beitragen können.
Ein zentraler Punkt ist die frühzeitige und ausreichende Versorgung der Ferkel mit Kolostrum und Milch. Diese ersten Nahrungsquellen sind für die Gesundheit und das gesamte Wachstum der Tiere unerlässlich. Darüber hinaus wird eine bedarfsgerechte Ernährung sowohl der Sauen als auch der Ferkel empfohlen. Weitere wesentliche Faktoren sind optimale Wärmebedingungen, Hygiene und möglichst stressfreie Haltungsbedingungen. Es wird auch gefordert, den Tieren die Möglichkeit zu geben, natürliche Verhaltensweisen wie Nestbau, Bewegungsfreiheit und soziale Interaktionen auszuleben.
Das FBN betont die Notwendigkeit, die Zucht von Schweinen stärker auf Aspekte wie Vitalität, Mütterlichkeit, komplikationslose Geburten und Immunkompetenz auszurichten. Dabei sollte nicht das Ziel sein, die Anzahl der geborenen Ferkel zu maximieren, sondern vielmehr die Zahl der gesunden, vitalen Ferkel, die erfolgreich aufgezogen werden können. Dies würde langfristig zu einer höheren Tierwohl-Qualität beitragen.
Ein weiterer Punkt des Positionspapiers ist die Reduzierung belastender Routineeingriffe. Hierbei wird vorgeschlagen, durch geeignete Maßnahmen in den Bereichen Haltung, Management und Zucht die Notwendigkeit solcher Eingriffe zu minimieren. Die Autoren des Papiers sind sich einig, dass eine tiergerechte Aufzucht von Ferkeln umfassende Veränderungen in der Haltung, Fütterung, im Management und in der Zucht erfordert. Diese Veränderungen stellen eine wichtige Investition in die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere dar und sind entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Schweinehaltung.
Das vollständige Positionspapier mit dem Titel „Tiergerechte Aufzucht von Ferkeln: Herausforderungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Empfehlungen für die Praxis“ ist auf der Website des FBN verfügbar. Es bietet eine wertvolle Ressource für Landwirte, Berater und politische Entscheidungsträger, die sich für das Wohl der Tiere und die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft einsetzen.
Das FBN hat sich mit dieser Veröffentlichung einmal mehr als Vorreiter in der Entwicklung tiergerechter Standards positioniert. Die Empfehlungen basieren auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen und sollen dazu beitragen, die Lebensbedingungen von Ferkeln entscheidend zu verbessern. In einer Zeit, in der das Bewusstsein für Tierschutz und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft wächst, sind solche Positionen von großer Bedeutung.
Für eine detaillierte Einsicht in die Thematik und die Empfehlungen des FBN können Interessierte das vollständige Dokument unter dem angegebenen Link abrufen. Die Zukunft der Schweinehaltung liegt in einer verantwortungsvollen und tiergerechten Praxis, die sowohl den Tieren als auch den Landwirten zugutekommt und die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft adressiert.


















































