
In einer feierlichen Zeremonie am 10. September 2026 in Stuttgart-Hohenheim wurde Dr. Kerstin Risse mit dem renommierten Friedrich-Meuser-Forschungspreis ausgezeichnet. Dieser Preis, der mit einer Summe von 2.500 Euro dotiert ist, würdigt herausragende wissenschaftliche Arbeiten mit hohem Anwendungsbezug in der Lebensmitteltechnologie. Dr. Risse erhielt diese Ehrung für ihre Dissertation, die sich intensiv mit der Interaktion zwischen Tensiden und Proteinen an Öl-Wasser-Grenzflächen beschäftigt.
Die Forschung von Dr. Risse eröffnet neue Perspektiven für die Lebensmittelindustrie, insbesondere im Bereich der Emulsionsstabilität. In ihrer Dissertation mit dem Titel „Rethinking the interfacial behaviour of surfactants and their interactions with proteins. A structure, temperature and time-dependent approach“ analysierte sie, wie verschiedene Faktoren wie die molekulare Struktur von Tensiden, die Zusammensetzung der Ölphase sowie Temperatur und Zeit das Verhalten an Grenzflächen zwischen Öl und Wasser beeinflussen. Ihre Erkenntnisse zeigen, dass Tenside und Proteine nicht nur in Konkurrenz zueinanderstehen, sondern unter bestimmten Bedingungen auch synergistisch wirken können, um die Stabilität von Emulsionen zu erhöhen.
Diese bahnbrechenden Ergebnisse haben das Potenzial, die Herstellungsprozesse in der Lebensmittelindustrie erheblich zu optimieren. Emulsionen sind in vielen Lebensmitteln, von Dressings bis hin zu Saucen, von zentraler Bedeutung. Eine verbesserte Stabilität dieser Emulsionen kann nicht nur die Qualität der Produkte erhöhen, sondern auch deren Haltbarkeit verlängern. Dr. Risses Arbeit könnte somit dazu beitragen, die Effizienz und Effektivität der Produktion zu steigern und gleichzeitig die Ressourcennutzung zu optimieren.
Die Dissertation von Dr. Risse wurde unter der Anleitung von Prof. Dr. Stephan Drusch an der Technischen Universität Berlin im Rahmen eines durch den Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) geförderten Projekts erstellt. Das Projekt befasste sich mit dem Einfluss des molekularen Aufbaus von Emulgatoren, der Größe von Fettkugeln und den Temperaturbedingungen während des Abkühlens auf die Kristallinität und Texturstabilität von Produkten, die aus emulgierten Triglyceriden bestehen. Dieser interdisziplinäre Ansatz zeigt, wie wichtig es ist, verschiedene wissenschaftliche Disziplinen zu verbinden, um praxisrelevante Lösungen zu entwickeln.
Der Friedrich-Meuser-Forschungspreis wird jährlich verliehen und richtet sich an promovierte Wissenschaftler, deren Dissertationen nicht älter als zwei Jahre sind und die wesentliche Teile ihrer Forschung im Rahmen eines vom FEI geförderten Projekts durchgeführt haben. Die Ausschreibung für das Jahr 2027 ist bereits in Planung, und interessierte Wissenschaftler sind eingeladen, ihre Arbeiten einzureichen.
Der FEI, als zentrale Forschungsorganisation der deutschen Lebensmittelwirtschaft, spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung praxisorientierter Forschung. Mit über 6.000 Mitgliedsunternehmen und zahlreichen Kooperationen mit Forschungseinrichtungen koordiniert der FEI jährlich etwa 100 Projekte der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF). Diese Initiativen sind darauf ausgerichtet, innovative Lösungen für aktuelle Herausforderungen in der Lebensmittelindustrie zu entwickeln und zu implementieren.
Dr. Risses Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung von Forschung, die nicht nur theoretische Erkenntnisse liefert, sondern auch konkrete Anwendungen in der Industrie findet. Sie ist ein Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Arbeiten zur Verbesserung der Produktqualität und -sicherheit in der Lebensmittelbranche beitragen können. Ihre Forschung könnte langfristig dazu führen, dass Lebensmittelprodukte effizienter und umweltfreundlicher hergestellt werden, was sowohl den Herstellern als auch den Verbrauchern zugutekommt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr. Kerstin Risse mit ihrer Arbeit einen wertvollen Beitrag zur Lebensmitteltechnologie geleistet hat. Ihre Forschungsergebnisse könnten die Art und Weise, wie Emulsionen in Lebensmitteln hergestellt und stabilisiert werden, revolutionieren und somit die Grundlage für zukünftige Entwicklungen in der Branche legen.


















































