** Mikroplastik in der Schweiz: Eine umfassende Analyse des Eintrags aus der Luft in Böden und Gewä…

** Mikroplastik in der Schweiz: Eine umfassende Analyse des Eintrags aus der Luft in Böden und Gewä…

In der Schweiz ist Mikroplastik zu einem bedeutenden Umweltproblem geworden. Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), in Zusammenarbeit mit der Eawag und Agroscope, haben nun erstmals systematisch untersucht, wie viel Mikroplastik durch die Luft in die Umwelt gelangt. Die Ergebnisse zeigen, dass jährlich über 200 Tonnen Mikroplastik auf Böden und Gewässern abgelagert werden, wobei etwa zwei Fünftel davon auf landwirtschaftlichen Flächen und in Gewässern landen.

Die Quellen von Mikroplastik sind vielfältig. Zu den Hauptverursachern zählen lose Fasern aus Funktionskleidung, Plastikflaschen und Verpackungsmaterialien, die in die Umwelt gelangen. Diese Kunststoffmaterialien sind besonders langlebig und zerfallen aufgrund von UV-Strahlung, Niederschlägen und Ozon in immer kleinere Partikel. Der Wind kann dazu führen, dass diese Partikel in die Atmosphäre gelangen und über große Distanzen transportiert werden. Die genaue Menge an Mikroplastik, die auf diesem Weg in die Schweiz gelangt, war bis zu dieser Studie unklar.

Die Untersuchung wurde auf Gebieten unterhalb von 2000 Metern Höhe durchgeführt und ergab, dass jährlich etwa 219 Tonnen Mikroplastik abgelagert werden. Ein wichtiger Aspekt der Studie ist, dass etwa 78 Tonnen auf landwirtschaftliche Flächen und etwa 10 Tonnen direkt in Gewässern abgelagert werden. Diese Erkenntnisse sind besonders relevant für die Umwelt und die Landwirtschaft.

Um die Menge an Mikroplastik zu bestimmen, führten die Forschenden über ein Jahr lang Messungen an fünf verschiedenen Standorten in der Schweiz durch: Zürich, Dübendorf, Magadino, Payerne und Chaumont im Jura. Dabei wurden sowohl nasse als auch trockene Ablagerungen analysiert, d.h. Partikel, die mit Regen oder Schnee aus der Luft gewaschen wurden, sowie solche, die sich aufgrund der Schwerkraft absetzen. Die Untersuchung konzentrierte sich auf Mikroplastikpartikel mit einem Durchmesser zwischen 20 und 215 Mikrometern.

Die Ergebnisse zeigen, dass in Zürich durchschnittlich 881 Mikroplastikpartikel pro Quadratmeter und Tag gemessen wurden, was die höchste Belastung unter den untersuchten Standorten darstellt. An den anderen Standorten lagen die Werte zwischen 249 und 331 Partikeln pro Quadratmeter und Tag. Diese Unterschiede sind nicht überraschend, da die Dichte der Besiedlung und der Verkehr in städtischen Gebieten höhere Mengen an Mikroplastik verursachen. Überraschend war jedoch, dass die Werte in den weniger besiedelten Gebieten nicht so stark variieren, wie ursprünglich angenommen.

Die Forschungsergebnisse bieten konkrete Zahlen zu einem schwer fassbaren Umweltproblem. Frühere Studien haben zwar bereits den atmosphärischen Transport von Mikroplastik untersucht, jedoch waren ihre Ergebnisse oft schwer vergleichbar, da unterschiedliche Methoden und Partikelgrößen verwendet wurden. Das Team von Empa nutzte das gemeinsame Partikellabor, um die Proben zu analysieren und verlässliche Ergebnisse zu liefern. Dabei fanden sie heraus, dass die am häufigsten vorkommenden Mikroplastikpartikel Polyethylenterephthalat (PET), Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) sind. Diese Kunststoffe stammen oft aus Verpackungen und Alltagsprodukten und weisen darauf hin, dass auch Textilfasern zur Mikroplastikbelastung in der Atmosphäre beitragen könnten.

Die Rückführung von Mikroplastik aus der Atmosphäre zur Erdoberfläche erfolgt auf zwei Wegen: durch Niederschlag und durch die Ablagerung bei trockenem Wetter. In der Schweiz macht die trockene Deposition etwa 60 Prozent der Gesamtmasse aus, was bedeutet, dass eine beträchtliche Menge Mikroplastik direkt auf Böden, Pflanzen und Gewässer gelangt. Die Forschenden schätzen, dass allein durch den atmosphärischen Eintrag jährlich etwa 10 Tonnen Mikroplastik in die Gewässer gelangen. Im Vergleich dazu beträgt der Eintrag über gereinigtes Abwasser aus Kläranlagen nur etwa 5 Tonnen jährlich.

Obwohl Mikroplastik nur einen kleinen Anteil an der Gesamtmasse der Luftpartikel ausmacht, führt die fortlaufende Ablagerung über große Flächen zu bedeutenden Mengen, die nur sehr langsam abgebaut werden. Die Auswirkungen von Mikroplastik auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit sind noch nicht vollständig erforscht. Es ist jedoch klar, dass Kunststoffe weit verbreitet sind und die feinen Plastikpartikel in Luft, Boden und Wasser nicht einfach verschwinden. Die Forschenden betonen die Notwendigkeit,