Sprachliche Anforderungen im Berufsleben: Die Bedeutung von Deutsch und Englisch für Akademiker**

Sprachliche Anforderungen im Berufsleben: Die Bedeutung von Deutsch und Englisch für Akademiker**

In der heutigen Arbeitswelt sind Sprachkenntnisse für Hochschulabsolventen von entscheidender Bedeutung. Eine aktuelle Analyse des CHE (Centrum für Hochschulentwicklung) zeigt, dass insbesondere die Kombination aus Deutsch und Englisch für viele akademische Berufe unerlässlich ist. Diese Erkenntnisse basieren auf einer umfassenden Auswertung des Jobmonitors der Bertelsmann Stiftung, bei der rund 1,6 Millionen Stellenanzeigen aus dem Jahr 2025 untersucht wurden.

Laut der Analyse sind Sprachkenntnisse in vielen Berufen ein zentraler Bestandteil des Anforderungsprofils. In etwa jeder zweiten der untersuchten Stellenanzeigen werden explizit Deutsch- und Englischkenntnisse gefordert. Genauer gesagt, wurden Deutschkenntnisse in 39,9 Prozent und Englischkenntnisse in 35,7 Prozent der Anzeigen erwähnt. Besonders auffällig ist, dass Arbeitgeber häufig beide Sprachen verlangen – in 28,1 Prozent der Fälle. Diese Ergebnisse verdeutlichen, wie stark sich akademische Berufe von Positionen für beruflich Qualifizierte unterscheiden, bei denen Englisch deutlich seltener gefordert wird.

Während Englisch eine unverzichtbare Sprache im internationalen Kontext ist, haben weitere Fremdsprachen auf dem akademischen Arbeitsmarkt eine untergeordnete Rolle. Nur in weniger als einem Prozent der Stellenanzeigen werden zusätzliche Sprachkenntnisse genannt, wobei Französisch und Spanisch die am häufigsten verlangten Sprachen sind. Dennoch bedeutet dies nicht, dass zusätzliche Sprachkenntnisse irrelevant sind. In bestimmten Berufen oder Regionen können sie durchaus von Vorteil sein, besonders in Grenzregionen, wo Sprachen der Nachbarländer gefordert werden. Insgesamt betrachtet, sind zusätzliche Sprachen jedoch eher als Zusatzqualifikation zu sehen, nicht als grundlegende Anforderung.

Die Internationalisierung der deutschen Hochschulen hat dazu geführt, dass englischsprachige Studienangebote eine zentrale Rolle spielen. Diese Angebote erleichtern internationalen Studierenden den Zugang zu deutschen Hochschulen, insbesondere auf Master-Niveau. Allerdings zeigt die Analyse, dass Englisch allein oft nicht ausreicht, um den Übergang vom Studium in den deutschen Arbeitsmarkt zu meistern. Rein englischsprachige Stellenanzeigen sind in den untersuchten Daten eher die Ausnahme. Um die Chancen internationaler Absolventen zu erhöhen, ist es wichtig, auch gute Angebote zum Erlernen der deutschen Sprache zu schaffen. Eine Kombination aus englischsprachigen Studiengängen und entsprechenden Deutschkursen könnte dazu beitragen, dass internationale Studierende in Deutschland bleiben und als Fachkräfte aktiv werden.

Die Unterschiede in den sprachlichen Anforderungen variieren erheblich je nach Studienfach, Berufsfeld und Region. Beispielsweise wird in den Bereichen Softwareentwicklung und Marketing Englisch deutlich häufiger gefordert als in sozialen oder medizinischen Berufen. Auch zwischen den Studienfächern gibt es signifikante Unterschiede: Maschinenbau-Studierende müssen oft bessere Englischkenntnisse nachweisen als ihre Kommilitonen im Bauingenieurwesen. Darüber hinaus zeigt sich ein regionales Gefälle in der Nachfrage nach Englischkenntnissen – während in vielen westlichen und süddeutschen Regionen Englisch gefordert wird, sind die Anforderungen in Teilen Ostdeutschlands geringer.

Zur besseren Orientierung für Studierende und Hochschulen bietet der interaktive DatenCHECK „Sprachkenntnisse in Jobprofilen“ detaillierte Informationen zu den sprachlichen Anforderungen in verschiedenen Berufsfeldern und Regionen. Studierende können hier einsehen, wie oft bestimmte Sprachkenntnisse in ihren angestrebten Berufen gefordert werden. Hochschulen können diese Daten nutzen, um ihre Sprach- und Beratungsangebote zu optimieren und somit besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes einzugehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Beherrschung von Deutsch und Englisch für Akademiker eine entscheidende Rolle spielt. Während Englisch als internationale Lingua Franca unverzichtbar ist, bleibt Deutsch für den deutschen Arbeitsmarkt von zentraler Bedeutung. Für eine erfolgreiche Integration internationaler Studierender in den deutschen Arbeitsmarkt sollten Hochschulen daher nicht nur auf englischsprachige Programme setzen, sondern auch umfassende Deutschförderungen anbieten, um den Studierenden die notwendigen Sprachkenntnisse zu vermitteln.