
Im aktuellen Bericht „Planetary Health Check 2026“, der von mehr als 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) erstellt wurde, wird deutlich, dass der Druck auf die planetaren Grenzen weiterhin zunimmt. Diese Grenzen sind entscheidend für die Stabilität und Widerstandsfähigkeit unseres Planeten und umfassen sieben von neun kritischen Erdsystemprozessen, die bereits die sicher definierten Limits überschritten haben. Jüngste Entwicklungen, wie Rekordtemperaturen in den Ozeanen, verheerende Dürren, Überschwemmungen, Waldbrände und extreme Hitzewellen, verdeutlichen, dass das Erdsystem zunehmend unter Stress steht.
Der Bericht beschreibt, dass die planetaren Grenzen miteinander verbundene Prozesse umfassen, deren Überwachung und Einhaltung für das Überleben der Erde unerlässlich sind. Während die Ozonschicht und die Belastung der Atmosphäre durch Aerosole in den letzten zehn Jahren Verbesserungen erfahren haben, sind die anderen sieben Grenzen — Klimawandel, Integrität der Biosphäre, Landnutzungsänderungen, Süßwasserkreislauf, biogeochemische Kreisläufe, Eintrag von Schadstoffen und Ozeanversauerung — so stark überschritten wie noch nie zuvor. Besonders alarmierend ist, dass 2025 die Grenze für die Ozeanversauerung übertreten wurde, was die Dringlichkeit des Handelns unterstreicht.
Boris Sakschewski, einer der Hauptautoren des Berichts, warnt: „Die Diagnose ist eindeutig: Der Druck auf alle bereits überschrittenen planetaren Grenzen wächst weiter. Dies erhöht das Risiko für großangelegte, langfristige und potenziell irreversibel Veränderungen auf unserem Planeten. Gleichzeitig wird der Handlungsspielraum, um diesen Herausforderungen zu begegnen, immer kleiner.“ Johan Rockström, Direktor des PIK, ergänzt: „Wir dürfen keine Zeit verlieren. Wir kennen die erforderlichen Maßnahmen und verfügen über Lösungen, um gegenzusteuern. Schnelles Handeln ist unerlässlich, um die planetaren Grenzen wieder in den sicheren Bereich zu bringen und um unsere Lebensgrundlagen zu schützen.“
Der Bericht erscheint in einem Jahr, das von extremen Wetterereignissen geprägt ist. Die menschengemachte Erderwärmung hat die Intensität zahlreicher solcher Ereignisse verstärkt. Die Auswirkungen dieser Extremereignisse sind nicht nur von der globalen Erderwärmung abhängig, sondern auch vom Zustand der Ökosysteme, Wasserverfügbarkeit, Landnutzungsänderungen und den Anpassungsfähigkeiten der Menschen. In Pakistan beispielsweise waren 2025 über 6,9 Millionen Menschen von katastrophalen Monsunüberschwemmungen betroffen. Die Ozeane erreichten 2025 einen Rekordwert an Wärme, und Hurrikan Melissa verwandelte sich über extrem warmem Wasser in einen gewaltigen Kategorie-5-Hurrikan, der Jamaika traf. Währenddessen litten Westeuropa und andere Regionen unter Rekordtemperaturen und schweren Dürreperioden.
Hindou Oumarou Ibrahim, Vorsitzende der Planetary Guardians, betont: „Überall auf der Welt zeigt sich, dass unser Planet aus dem Gleichgewicht gerät. Die Erkenntnisse des Berichts bestätigen die Erfahrungen derjenigen, die unmittelbar betroffen sind. Wir können es uns nicht leisten, diese Krisen als separate Probleme zu betrachten.“ Juan Manuel Santos, ehemaliger Präsident Kolumbiens, fügt hinzu, dass der globale Ansatz entscheidend für den Erfolg sein wird: „Kein Land kann allein die planetaren Grenzen zurückführen. Es bedarf eines vereinten globalen Engagements, und zwar sofort.“
Ein weiterer besorgniserregender Punkt des Berichts ist der Druck auf natürliche Kohlenstoffsenken, wie Vegetation und Böden, die einen erheblichen Teil der von Menschen verursachten Kohlendioxid-Emissionen absorbieren. Häufige Hitzewellen, Dürren und Brände gefährden diese Ökosysteme und können dazu führen, dass sie von CO2-Senken zu CO2-Quellen werden. Sakschewski warnt, dass die aktuellen Modelle zur Kohlenstoffaufnahme möglicherweise die Widerstandsfähigkeit dieser Systeme überschätzen, was erhebliche Folgen für die Bemühungen um Netto-Null-Emissionen haben könnte.
In Anbetracht dieser alarmierenden Entwicklungen wird deutlich, dass sofortige und koordinierte Maßnahmen erforderlich sind, um den Druck auf die planetaren Grenzen zu verringern und die Erde für zukünftige Generationen zu bewahren. Der „Planetary Health Check 2026“ ist ein eindringlicher Aufruf zur Handlung und zur globalen Zusammenarbeit, um die Erde in einen stabilen und


















































