
Der Stifterverband hat in einer aktuellen Studie, die in Zusammenarbeit mit der Haufe Akademie durchgeführt wurde, erhebliche Defizite in der Kompetenzentwicklung deutscher Unternehmen identifiziert. Die Umfrage, die 1.001 Führungskräfte aus verschiedenen privatwirtschaftlichen Sektoren befragte, zeigt, dass Künstliche Intelligenz (KI) zwar an Bedeutung gewinnt, jedoch die dazu erforderlichen Fähigkeiten häufig nicht ausreichend vorhanden sind.
In der heutigen schnelllebigen Arbeitswelt ist der Einfluss von KI unübersehbar. Die Studie mit dem Titel „Welche Future Skills fehlen in deutschen Unternehmen?“ beleuchtet die wichtigsten Kompetenzlücken, die Führungskräfte in ihren Organisationen wahrnehmen. Dabei haben fast 80 Prozent der Befragten die Relevanz von sogenannten Future Skills für die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen hervorgehoben. Dies zeigt, dass es nicht nur um technologische Fertigkeiten geht, sondern auch um umfassendere Kompetenzen, die nötig sind, um die Potenziale der neuen Technologien voll auszuschöpfen.
Die Untersuchung berücksichtigte fünf zentrale Kategorien des Future-Skills-Frameworks 2030, das vom Stifterverband entwickelt wurde. Dazu gehören grundlegende Zukunftskompetenzen wie kritisches Denken, Problemlösungskompetenz und Lernfähigkeit, transformative Zukunftskompetenzen wie Nachhaltigkeitsbewusstsein und Resilienz, gemeinschaftsorientierte Kompetenzen (z. B. Verantwortungsübernahme und Dialogfähigkeit), digitale Kompetenzen (wie AI Literacy und Data Literacy) sowie technologische Kompetenzen (z. B. Data Science und Cybersecurity).
Die größte Diskrepanz in den Kompetenzen sehen die Unternehmen im Bereich der AI Literacy, wo 30,9 Prozent der Befragten eine signifikante Lücke anmerken. Dies bedeutet, dass viele Mitarbeiter nicht in der Lage sind, grundlegende Konzepte der Künstlichen Intelligenz zu verstehen oder kritisch zu bewerten. Auch im Bereich AI Engineering, der für die Entwicklung und produktive Nutzung von KI-Systemen entscheidend ist, wird eine Lücke von 30,8 Prozent festgestellt. Weiterhin sind Kompetenzen in Data Science & Analytics (26,3 Prozent) sowie im Change Management im Kontext KI (25,5 Prozent) von Bedeutung.
Andrea Frank, stellvertretende Generalsekretärin des Stifterverbandes, betont, dass Future Skills nicht nur technologische Fähigkeiten umfassen, sondern auch die Fähigkeit, technologische Möglichkeiten mit Fachwissen zu verknüpfen und in die Praxis umzusetzen. „Kritisches Denken, Kreativität und die Fähigkeit, Veränderungen aktiv zu gestalten, sind entscheidend, um das volle Potenzial neuer Technologien auszuschöpfen“, erläutert sie. Dies zeigt, dass der erfolgreiche Einsatz neuer Technologien eine Herausforderung darstellt, die über rein technische Fragen hinausgeht und auch organisatorische und kulturelle Aspekte umfasst.
Hansjörg Fetzer, Managing Director der Haufe Akademie, ergänzt, dass Künstliche Intelligenz mittlerweile nicht mehr nur eine technische Fragestellung ist. Es sei entscheidend, dass die Mitarbeiter die neuen Möglichkeiten nicht nur verstehen, sondern auch in ihren Arbeitsalltag integrieren können. Unternehmen müssen daher ihre Belegschaft nicht nur auf Veränderungen vorbereiten, sondern auch dazu befähigen, diese aktiv mitzugestalten.
Aus den Ergebnissen der Studie ergeben sich auch wertvolle Impulse für Hochschulen und Bildungseinrichtungen. Unternehmen fordern eine stärkere Förderung von KI- und Technologiekompetenzen, jedoch betonen sie gleichzeitig die Wichtigkeit des Praxisbezugs. Dies könnte durch Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen, konkrete Anwendungsfälle und die Verknüpfung technologischer Inhalte mit anderen Future Skills geschehen. Unternehmen wünschen sich nicht nur zusätzliche Schulungen und Module, sondern auch innovative Methoden zur Vermittlung dieser Kompetenzen.
Insgesamt verdeutlicht die Studie, dass die Entwicklung von Future Skills eine zentrale Herausforderung für Unternehmen darstellt, um im digitalen Zeitalter wettbewerbsfähig zu bleiben. Es ist unerlässlich, nicht nur technologische Fertigkeiten zu fördern, sondern auch die menschlichen Fähigkeiten zu stärken, die notwendig sind, um den Wandel aktiv zu gestalten.


















































