
Die digitale COMO-Studie hat sich mit der Frage beschäftigt, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Gesundheit und das Bewegungsverhalten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ausgewirkt hat. Diese umfassende Studie, die von 2023 bis 2026 durchgeführt wurde, ist ein Gemeinschaftsprojekt des Karlsruher Instituts für Technologie, des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, der Universität Konstanz und der Ruhr-Universität Bochum. Sie ist Teil der Förderlinie „Gesellschaftliche Auswirkungen der Corona-Pandemie“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).
Ein zentrales Ergebnis der Studie zeigt, dass Kinder und Jugendliche, die in Vereinen sportlich aktiv sind, tendenziell weniger psychische Probleme aufweisen. Dennoch ist festzustellen, dass besonders Kinder aus einkommensschwachen Familien seltener Sport treiben und ein höheres Risiko für psychische Auffälligkeiten haben. Statistisch zeigt sich, dass etwa 20 Prozent der Kinder Anzeichen von psychischen Belastungen aufweisen, was die Dringlichkeit der Ergebnisse unterstreicht.
Die COMO-Studie hat auch den physischen Gesundheitszustand junger Menschen unter die Lupe genommen. Hierbei wurde festgestellt, dass Kinder mit Übergewicht signifikant schlechtere Fitnesswerte aufweisen. Dies ist insbesondere besorgniserregend, da körperliche Fitness als ein entscheidender Indikator für die allgemeine Gesundheit gilt. Die Studie hat zudem den DigiMot-Test verwendet, um die Fitness von über 1.600 Kindern und Jugendlichen digital zu messen. Dabei wurden auch die Bewegungsmuster und die gesundheitsbezogene Lebensqualität chronisch erkrankter Kinder bewertet, die ebenfalls unter dem Durchschnitt liegen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Studie ist die Identifikation von Schutzfaktoren für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die Forschenden betonen, dass Bewegung im Alltag, sportliche Aktivitäten, soziale Unterstützung und ein positives Familienumfeld entscheidend für das Wohlbefinden sind. Daher fordern sie, diese Faktoren stärker miteinander zu verknüpfen. Es ist notwendig, die Förderung von körperlicher und psychischer Gesundheit als gesellschaftliche Aufgabe zu betrachten und Maßnahmen zur Bewegungsförderung in die psychosoziale Prävention zu integrieren. Beispielsweise könnte der aktive Schulweg als Teil der täglichen Bewegung gefördert werden.
Die COMO-Studie hat auch Handlungsbedarf aufgezeigt. Die Ergebnisse legen nahe, dass soziale Ungleichheiten angegangen werden sollten, um den Zugang zu Sport und Bewegung zu verbessern. Zudem sollten Eltern und Schulen stärker in die Gesundheitsförderung einbezogen werden, insbesondere in Bezug auf vulnerable Gruppen wie Kinder mit chronischen Erkrankungen oder Übergewicht. Langfristig sollten Monitoring-Strukturen eingerichtet werden, um die physische und psychische Gesundheit sowie die motorische Leistungsfähigkeit der jungen Bevölkerung zu beobachten.
Für die Durchführung der COMO-Studie wurde eine repräsentative Stichprobe von über 6.000 Familien mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 17 Jahren aus 171 Gemeinden Deutschlands ausgewählt. Die erste Befragung fand zwischen Oktober 2023 und Februar 2024 statt, gefolgt von weiteren Erhebungen bis 2026. Zusätzlich zu den Befragungen nahmen mehr als 1.600 Kinder an digitalen Motorik- und Fitnesstests teil, was eine umfassende Datenerhebung ermöglichte.
Die Ergebnisse der Studie fließen in ein gemeinsames Positionspapier ein, das die Erkenntnisse der 18 Projekte der BMFTR-Förderlinie zusammenfasst und konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen gibt.
Insgesamt zeigt die COMO-Studie, wie wichtig es ist, die Gesundheit und das Bewegungsverhalten von Kindern und Jugendlichen in Krisenzeiten zu beobachten und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um deren Wohlbefinden zu unterstützen.


















































