Vernetzung von Biobanken: Ein globales Netzwerk zur Förderung der biologischen Vielfalt**

Vernetzung von Biobanken: Ein globales Netzwerk zur Förderung der biologischen Vielfalt**

Die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, insbesondere im Angesicht des Klimawandels und des fortschreitenden Verlusts von Arten. Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat sich das internationale Netzwerk Global Genome Biodiversity Network (GGBN) zum Ziel gesetzt, den Zugang zu genetischen Ressourcen und den damit verbundenen Informationen zu erleichtern. Dieses Netzwerk hat sich in den letzten fünf Jahren stark entwickelt und ist nun eine bedeutende Plattform, die über 4,5 Millionen DNA-, Gewebe- und Umweltproben umfasst. Die Anzahl der Mitgliedsinstitutionen ist in diesem Zeitraum auf über 120 gestiegen.

GGBN stellt eine einzigartige Infrastruktur bereit, die nicht nur die Erforschung der biologischen Vielfalt unterstützt, sondern auch die Bioökonomie fördert. Die digitale Plattform, über die GGBN zugänglich ist, wurde umfangreich verbessert, um den Nutzern eine intuitive und effiziente Suche zu ermöglichen. Diese Fortschritte beinhalten insbesondere die automatisierte Verknüpfung der Sammlungsdaten mit anderen globalen Forschungsdateninfrastrukturen, was den Zugang zu wertvollen Informationen erheblich erleichtert.

Das Projekt wird vom Botanischen Garten Berlin der Freien Universität Berlin geleitet und wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit 800.000 Euro unterstützt. Die enge Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) spielt eine entscheidende Rolle bei der Vorbereitung des Netzwerks auf zukünftige Herausforderungen.

In Anbetracht der drängenden Probleme des Klimawandels und des anhaltenden Verlusts an Biodiversität wird der globale Zugang zu Forschungsdaten zunehmend wichtiger. Es ist unerlässlich, die genetische Vielfalt unseres Planeten zu dokumentieren und das vorhandene Wissen zu verknüpfen. GGBN fördert nicht nur den Zugang zu genetischen Ressourcen, die nach internationalen Standards bereitgestellt werden, sondern auch die Souveränität der wissenschaftlichen Gemeinschaft bei der Nutzung dieser Daten.

Das GGBN-Netzwerk hat sich als grundlegender Bestandteil in der Antwort auf die Herausforderungen der modernen Biowissenschaften etabliert. Es ermöglicht eine stärkere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen molekularen Sammlungen weltweit und hebt die Bedeutung von Biobanken für den Erhalt der biologischen Vielfalt und der Gesundheit des Planeten hervor. Über das gemeinsame Datenportal können hochqualitative Proben von DNA, Gewebe und Umweltmaterialien digital bereitgestellt werden.

Die technische Infrastruktur von GGBN hat es Wissenschaftlern ermöglicht, effizient zwischen DNA-Sequenzen und den entsprechenden Referenzmustern hin und her zu wechseln. Diese Fähigkeit ist entscheidend, um die Genauigkeit der Artbestimmung zu überprüfen und Informationen über die geografische Herkunft von Proben zu erhalten. Besonders in Bereichen wie der Algen-, Insekten- und Pilzforschung gibt es noch viele unbekannte Arten, die durch die Arbeit von GGBN leichter erforscht werden können.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Anbindung der GGBN-Daten an internationale Gensequenzarchive wie das European Nucleotide Archive (ENA). Diese Archive sind entscheidend für die wissenschaftliche Forschung, da sie die Grundlage für viele Publikationen bieten. Das GGBN-Portal gewährleistet, dass der Zugang zu diesen Daten im Einklang mit dem Nagoya-Protokoll erfolgt, das den internationalen Austausch von genetischen Ressourcen regelt.

Die Prinzipien der FAIR-Daten (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) sind zentral für die Arbeit von GGBN. Diese Standards fördern die Transparenz und Reproduzierbarkeit in der Forschung und unterstützen die Umsetzung guter wissenschaftlicher Praktiken.

GGBN hat sich als ein bedeutendes Netzwerk etabliert, das Institutionen aus verschiedenen Bereichen miteinander verbindet, darunter Naturhistorische Museen, Botanische Gärten, Zoologische Gärten und landwirtschaftliche Forschungseinrichtungen. Der Botanische Garten Berlin spielt eine Schlüsselrolle in diesem Netzwerk und trägt zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur bei.

Die Initiative zeigt, wie wichtig die Vernetzung von Biobanken ist, um die Herausforderungen der Biodiversität zu bewältigen und die wissenschaftliche Gemeinschaft mit den notwendigen Ressourcen auszustatten. Die kontinuierliche Entwicklung und Erweiterung des GGBN-Datenpools zeigt, dass der Schutz der biologischen Vielfalt auch durch innovative digitale Lösungen gefördert werden kann.