
Die Digitalisierung ist ein zentrales Thema, das Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor zahlreiche Herausforderungen und Chancen stellt. Angesichts der rasanten Entwicklungen, die durch die Corona-Pandemie, Cyberangriffe und den Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz ausgelöst wurden, ist es wichtig, den aktuellen Stand der digitalen Transformation im Hochschulbereich zu erfassen. Das HIS-Institut für Hochschulentwicklung e. V. (HIS-HE) hat daher eine umfassende Studie durchgeführt, um eine länderübergreifende Bestandsaufnahme des Digitalisierungsgrades an Hochschulen vorzunehmen.
In der ersten Jahreshälfte 2025 führten die Forscher eine Online-Befragung unter den Präsidien und Rektoraten von 175 Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durch. Diese Erhebung knüpft an eine frühere Studie zur Digitalisierung im Hochschulbereich an, die 2019 im Auftrag der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) veröffentlicht wurde. Die aktuelle Studie bietet nicht nur einen Vergleich mit den Ergebnissen von 2019, sondern beleuchtet auch neue Schwerpunkte in der digitalen Transformation.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die Erkenntnis, dass die digitale Transformation der Hochschulen ein kontinuierlicher Prozess ist, der strategische Planung und schnelle Reaktionen auf aktuelle Herausforderungen erfordert. Hochschulen müssen sowohl langfristige Strategien entwickeln als auch kurzfristige Maßnahmen ergreifen, um mit der sich ständig verändernden digitalen Landschaft Schritt zu halten. Die Studie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und deckt verschiedene Aspekte ab, von der Strategieentwicklung über die IT-Sicherheit bis hin zu den konkreten Auswirkungen auf Forschung, Lehre und Verwaltung.
Ein bedeutendes Thema, das in der Studie behandelt wird, ist die IT-Sicherheit. Cyberangriffe stellen eine ernsthafte Bedrohung für Hochschulen dar, die zunehmend auf digitale Infrastrukturen angewiesen sind. Daher ist es entscheidend, robuste Sicherheitsstrategien zu entwickeln, um die Daten und Systeme der Institutionen zu schützen. Die Studie analysiert zudem den Einsatz Künstlicher Intelligenz an Hochschulen und deren Potenzial, sowohl die Lehre zu bereichern als auch administrative Prozesse effizienter zu gestalten.
Die Ergebnisse der Studie bieten auch Einblicke in die Unterschiede zwischen den drei Ländern und den verschiedenen Hochschultypen. Dies ermöglicht eine differenzierte Betrachtung der digitalen Transformation und zeigt auf, wo spezifische Herausforderungen und Chancen bestehen. So variieren die Fortschritte in der Digitalisierung je nach institutionellen Rahmenbedingungen, finanziellen Ressourcen und der Bereitschaft der Hochschulen, innovative Technologien zu integrieren.
Die Studie leistet einen wertvollen Beitrag zur Diskussion über die Zukunft der Hochschulen im digitalen Zeitalter. Sie bietet eine fundierte Datengrundlage, um den aktuellen Stand der Digitalisierung zu bewerten und zukünftigen Handlungsbedarf zu identifizieren. Hochschulleitungen und politische Entscheidungsträger können die Ergebnisse nutzen, um gezielte Maßnahmen zu ergreifen und die digitale Entwicklung in ihren Institutionen voranzutreiben.
Die Studie „Digitalisierung der Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ wird von mehreren Organisationen unterstützt, darunter die Hochschulrektorenkonferenz in Deutschland, die Österreichische Universitätenkonferenz (uniko) sowie die Vereinigung der Kanzlerinnen und Kanzler der Universitäten Deutschlands. Die vollständige Veröffentlichung ist ab sofort auf der Website von HIS-HE verfügbar.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Digitalisierung an Hochschulen im deutschsprachigen Raum ein dynamisches und vielschichtiges Thema darstellt. Die vorliegende Studie von HIS-HE bietet nicht nur einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der digitalen Transformation, sondern auch wichtige Impulse für die zukünftige Entwicklung der Hochschullandschaft. In einer Zeit, in der technologische Innovationen und digitale Lösungen immer mehr an Bedeutung gewinnen, ist es unerlässlich, dass Hochschulen proaktiv auf diese Veränderungen reagieren und sich entsprechend anpassen.


















































