
Deutschland hat sich im Bereich Bildung und Forschung als ein äußerst attraktiver Standort für Studierende und Promovierende aus aller Welt etabliert. Dies belegen die aktuellen Zahlen, die im neuen Bericht „Wissenschaft weltoffen 2026“, veröffentlicht vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), präsentiert werden. Im Wintersemester 2025/26 waren etwa 426.200 internationale Studierende und Doktoranden an deutschen Hochschulen eingeschrieben, was einem Anstieg von rund sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders bemerkenswert ist, dass mehr als die Hälfte dieser internationalen Studierenden in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) eingeschrieben ist.
Die Anziehungskraft deutscher Hochschulen auf internationale Studierende ist vor allem in den MINT-Disziplinen zu beobachten, in denen Deutschland eine bedeutende Rolle spielt. DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee hebt hervor, dass Deutschland sich als das wichtigste nicht-englischsprachige Land für internationale Studierende etabliert hat. Weltweit belegt das Land nach den USA, Großbritannien und Australien den vierten Platz. Die Zahl von etwa 130.000 internationalen Erstsemestern hat zudem einen erheblichen wirtschaftlichen Nutzen für Deutschland, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt.
Die Herkunft der internationalen Studierenden ist vielfältig, wobei Asien und der Pazifik mit 34 Prozent die größte Gruppe stellen, gefolgt von Nordafrika und dem Nahen Osten mit 20 Prozent sowie Westeuropa mit 14 Prozent. Indien führt die Liste der Herkunftsländer mit rund 69.000 Studierenden an, gefolgt von China mit etwa 39.000. Interessanterweise sind 50 Prozent der internationalen Studierenden in Masterprogrammen eingeschrieben, während 37 Prozent einen Bachelorabschluss anstreben. Die Ingenieurwissenschaften sind die beliebteste Fachrichtung, gefolgt von Mathematik und Naturwissenschaften, was insgesamt einen MINT-Anteil von 56 Prozent unter internationalen Studierenden ergibt. Im Vergleich dazu liegt der MINT-Anteil bei inländischen Studierenden nur bei 33 Prozent.
Zusätzlich zu den Studierenden sind auch internationale Wissenschaftler und Forscher in Deutschland stark vertreten. Im Jahr 2024 waren über 86.700 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in deutschen Hochschulen tätig, davon 68.300 in wissenschaftlichen und künstlerischen Positionen, einschließlich 4.200 internationalen Professorinnen und Professoren. Deutschland belegt im internationalen Vergleich den zweiten Platz als Gastland für Forscher, hinter den USA und vor dem Vereinigten Königreich. Der Anteil der internationalen Wissenschaftler an den deutschen Hochschulen beträgt 16 Prozent, an den großen außeruniversitären Forschungseinrichtungen sogar 32 Prozent.
Ein bemerkenswerter Aspekt des Berichts ist die erstmalige detaillierte Auswertung internationaler Doktoranden in Deutschland. Es wurde festgestellt, dass es im Jahr 2024 etwa 50.700 internationale Promovierende gab, was die Zahl der bislang bekannten eingeschriebenen internationalen Doktoranden von rund 32.000 deutlich übersteigt. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Deutschland als Standort für eine Promotion, insbesondere in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften, nach wie vor sehr beliebt ist.
Auf der anderen Seite zeigt sich, dass die studentische Mobilität deutscher Studierender ins Ausland seit 2011 relativ stabil geblieben ist. Im Jahr 2023 waren etwa 137.200 deutsche Studierende an Hochschulen im Ausland eingeschrieben, was etwa fünf Prozent aller deutschen Studierenden ausmacht. Bei den kürzeren studienbezogenen Auslandsaufenthalten ist jedoch ein Rückgang seit 2009 zu beobachten. Dieser Rückgang scheint jedoch 2025 gestoppt worden zu sein, da der Anteil auslandsmobiler Studierender auf 20 Prozent gestiegen ist.
Insgesamt verdeutlicht der Bericht „Wissenschaft weltoffen 2026“, dass Deutschland ein gefragter Standort für internationale Studierende und Forscher bleibt. Die Attraktivität der deutschen Hochschulen, insbesondere in den MINT-Fächern, sowie die internationale Vernetzung und die hohe Qualität der Forschung tragen dazu bei, dass Deutschland als Bildungsstandort sowohl für Studierende als auch für Wissenschaftler von großer Bedeutung bleibt.


















































