
Eine aktuelle Studie der Universität Basel hat ergeben, dass Feinstaubpartikel aus den Abgasen von Flugzeugen im Laufe der Zeit gesundheitsschädlicher werden. Diese Erkenntnisse werfen neue Fragen über die Auswirkungen von Luftverschmutzung auf die menschliche Gesundheit auf, insbesondere in Bezug auf die Emissionen aus der Luftfahrt, die oft in der Diskussion um Umwelt- und Gesundheitsschutz vernachlässigt werden.
Feinstaub, der aus winzigen Partikeln mit Durchmessern im Nanometerbereich besteht, entsteht hauptsächlich durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Diese Partikel können in die Luft gelangen und bis in die tiefsten Bereiche der Atemwege vordringen. Dort können sie oxidativen Stress auslösen, was zu Entzündungen führen kann. Langfristig sind diese gesundheitlichen Risiken mit verschiedenen Erkrankungen, wie Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verbunden. Das wissenschaftliche Verständnis über die genauen Mechanismen, wie sich die toxischen Eigenschaften dieser Partikel mit der Zeit verändern, war bislang jedoch begrenzt.
Das Forschungsteam unter der Leitung von Professor Markus Kalberer hat sich dieser Wissenslücke angenommen. Die Wissenschaftler simulierten in einem photochemischen Reaktor die Bedingungen, unter denen Feinstaubpartikel in der Atmosphäre über einen Zeitraum von bis zu zwölf Tagen verbleiben. Dabei untersuchten sie das oxidative Potenzial, also die Fähigkeit der Partikel, schädliche oxidative Reaktionen auszulösen, sowohl bei frischen als auch bei gealterten Abgasen. Hierzu wurde ein speziell an der Universität Basel entwickeltes Messgerät eingesetzt, das als Online Oxidative Potential Ascorbic Acid Instrument (OOPAAI) bekannt ist.
Die Ergebnisse der Untersuchung waren aufschlussreich: Während die gesundheitlichen Eigenschaften der Emissionen von Schiffsmotoren über die Zeit weitgehend stabil blieben, zeigte sich bei den Abgasen von Flugzeugen ein signifikantes Ansteigen des oxidativen Potenzials mit zunehmendem Alter der Partikel. Dies ist auf chemische Veränderungen zurückzuführen, die auftreten, wenn die Partikel über längere Zeit hinweg Sonnenlicht und Luftbestandteilen ausgesetzt sind. Diese Veränderungen führen dazu, dass die Partikel toxischer werden, was die Gefahren für die menschliche Gesundheit erhöht.
Dr. Battist Utinger, einer der Hauptautoren der Studie, betont die Notwendigkeit, über frisch emittierte Abgase hinauszuschauen. Die atmosphärischen Prozesse, die die Partikel durchlaufen, können deren schädliche Eigenschaften erheblich verändern. Dies ist ein wichtiger Aspekt, der in der aktuellen Luftqualitätsgesetzgebung oft nicht ausreichend berücksichtigt wird. Professor Kalberer ergänzt, dass die bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie die Schweizerische Luftreinhalteverordnung, die Eigenschaften der gefährlichsten Feinstaubquellen und deren Auswirkungen auf die Umwelt und Gesundheit nicht angemessen erfassen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jährlich mehr als sieben Millionen Menschen aufgrund von Luftverschmutzung vorzeitig sterben. Dies übersteigt die jährlichen Todesfälle durch Krankheiten wie AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen. Diese alarmierenden Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, der Luftverschmutzung, insbesondere den Emissionen aus der Luftfahrt, mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Forschungsergebnisse der Universität Basel wichtige Hinweise darauf geben, dass die toxischen Eigenschaften von Feinstaubpartikeln aus Flugzeugabgasen im Laufe der Zeit zunehmen. Diese Erkenntnisse sollten in die zukünftige Diskussion über Luftqualitätsrichtlinien und gesundheitliche Schutzmaßnahmen einfließen, um die öffentliche Gesundheit besser zu schützen und die Auswirkungen der Luftfahrt auf die Umwelt zu minimieren.


















































