Alarmierende Ergebnisse bei der Kontrolle von Pflanzenschutzmitteln im Internet**

Im Jahr 2025 wurden durch die länderfinanzierte Zentralstelle Online-Überwachung Pflanzenschutz (ZOPf) umfassende Kontrollen im Online-Handel mit Pflanzenschutzmitteln durchgeführt. Diese Initiative wurde ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass die gesetzlichen Bestimmungen für den Verkauf und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln eingehalten werden. Die Ergebnisse waren alarmierend: Über 50 Prozent der 2.334 überprüften Angebote waren unzulässig. Diese Erkenntnisse verdeutlichen die Dringlichkeit der Überwachung solcher Produkte, um die Sicherheit von Menschen, Tieren und der Umwelt zu gewährleisten.

Laut der Präsidentin des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl, zeigt die hohe Dynamik des Marktes, dass immer neue Anbieter und illegale Produkte in Deutschland auftauchen. Diese Entwicklung macht es erforderlich, kontinuierlich nach unzulässigen Angeboten zu suchen und diese zu entfernen. Die ZOPf hat im Rahmen ihrer Tätigkeiten nicht nur Online-Händler, sondern auch Privatpersonen unter die Lupe genommen, die Pflanzenschutzmittel im Internet anbieten. Es wurde festgestellt, dass 45 Prozent der überprüften Unternehmen ihren Sitz außerhalb Deutschlands hatten, was die Herausforderung bei der Regulierung und Kontrolle zusätzlich erhöht.

Die Überprüfung der Online-Angebote fand nicht nur bei großen Handelsunternehmen statt, sondern umfasste auch kleinere Anbieter und Privatpersonen. Insgesamt wurden 51 bekannte Online-Händler untersucht, wobei 31 Unternehmen aufgrund von Hinweisen von Behörden und anderen relevanten Stellen überprüft wurden. Darüber hinaus wurden 20 Unternehmen im Zuge systematischer Recherchen kontrolliert. Diese umfassende Datenlage zeigt, dass die Zentralstelle seit ihrer Gründung im Jahr 2020 bereits 75 Prozent der ihr bekannten Händler überprüft hat.

Von den insgesamt 2.334 Angeboten, die 2025 gesichtet wurden, wurde mehr als die Hälfte als unzulässig eingestuft. Die Gründe dafür waren vielfältig: Viele Produkte enthielten unzureichende oder falsche Informationen, oder es handelte sich um Mittel, die in Deutschland nicht mehr zugelassen waren. Oft war der Zulassungsstatus der Produkte auf den Webseiten nicht klar erkennbar, was die Verbraucher zusätzlich verwirrte und gefährdete.

Die Kontrollen der ZOPf erfolgen nach einem risikoorientierten Ansatz, wobei die Ergebnisse nicht repräsentativ sind. Zudem wird auch das Internet, insbesondere soziale Medien, überwacht. Hier konnten im Jahr 2025 zahlreiche Ratgeber identifiziert werden, die unzulässige Anwendungsempfehlungen für nicht zugelassene Pflanzenschutzmittel beinhalteten. Diese Angebote wurden umgehend entfernt. Ein weiteres besorgniserregendes Phänomen ist die zunehmende Werbung für Pflanzenschutzmittel aus Drittstaaten, die in Deutschland nicht verkehrsfähig sind.

Die ZOPf leitet Informationen über unzulässige Inhalte und Verstöße gegen das Pflanzenschutzrecht an die zuständigen Behörden der Bundesländer sowie an die EU-Behörden weiter. Diese Stellen können dann Maßnahmen wie die Löschung rechtswidriger Inhalte oder die Änderung von Angebotstexten anordnen. Bei schwerwiegenden Verstößen sind auch Ordnungswidrigkeitsverfahren, die Sperrung von Nutzerkonten auf Online-Marktplätzen und die Einschränkung des Zugangs zu Webseiten mit illegalen Angeboten möglich.

Hinter diesen Kontrollen steht ein umfassendes Netzwerk von Behörden, die gemeinsam die Einhaltung der Vorschriften für den Handel, die Anwendung und die Herstellung von Pflanzenschutzmitteln überwachen. Die ZOPf fungiert dabei als zentrale Anlaufstelle für die Online-Überwachung und koordiniert die Aktivitäten im Sinne der Sicherheit der Verbraucher.

Die Ergebnisse der Überwachung werden jährlich in einem Bericht zusammengefasst, der detaillierte Einblicke in die Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich des Online-Handels mit Pflanzenschutzmitteln gibt. Die aktuellen Erkenntnisse zeigen, dass es dringend notwendig ist, die Aufklärung und Kontrolle in diesem Bereich zu verstärken, um die Sicherheit von Mensch und Natur zu garantieren.