
In einer Welt, die zunehmend von Krisen wie Klimawandel, geopolitischen Spannungen, Pandemien und sozialer Ungleichheit geprägt ist, gewinnen resiliente Metropolregionen an Bedeutung. Ein neues Positionspapier der Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft (ARL) mit dem Titel „Resilient Metropolitan Regions – Recommendations for Action“ legt dar, wie Städte und ihre Umlandregionen besser auf Herausforderungen reagieren und gestärkt aus Krisen hervorgehen können. Das Dokument ist auf Englisch verfasst und bietet wertvolle Einsichten für Entscheidungsträger.
Metropolregionen sind entscheidend für die Bewältigung von Krisen, da sie große Bevölkerungsgruppen, wirtschaftliche Aktivitäten und grundlegende Infrastrukturen bündeln. Die Herausforderungen, mit denen diese Regionen konfrontiert sind, überschreiten häufig kommunale und sektorale Grenzen. Das Positionspapier definiert die Resilienz in diesen urbanen Räumen als die Fähigkeit der Akteure, wesentliche Funktionen auch in Krisenzeiten aufrechtzuerhalten und sich an Belastungen anzupassen. Dabei ist es wichtig, dass soziale Ungleichheiten nicht verstärkt werden.
Um den Herausforderungen dieser komplexen Krisen zu begegnen, identifiziert das Positionspapier fünf strategische Handlungsfelder:
1. Nachhaltige Urbanisierung: Dies umfasst Konzepte wie den Netto-Null-Flächenverbrauch, um die Flächenversiegelung zu reduzieren, sowie die Implementierung von Schwammstadt-Modellen, die dazu beitragen, Regenwasser besser zu managen und Überschwemmungen vorzubeugen.
2. Kritische Infrastrukturen: Eine resiliente Stadtregion braucht eine diverse und redundante Infrastruktur, die auch in Krisenzeiten funktionsfähig bleibt. Selbstversorgungsfähigkeiten sollten gefördert werden, um die Abhängigkeit von externen Ressourcen zu minimieren.
3. Umgang mit Risiken: Es ist von zentraler Bedeutung, sowohl natürliche als auch technologische Risiken zu berücksichtigen. Der Schutz vor Überschwemmungen muss ebenso beachtet werden wie die Cybersicherheit, um die digitale Infrastruktur zu sichern.
4. Grüne und blaue Infrastrukturen: Diese Elemente sind entscheidend für die Anpassung an den Klimawandel und zur Verbesserung der Lebensqualität. Sie helfen, Hitzeinseln zu reduzieren und die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern.
5. Soziale Vulnerabilitäten: Der Zugang zu Wohnraum, Grundversorgung und öffentlicher Sicherheit spielt eine entscheidende Rolle. Die Stärkung der sozialen Infrastruktur ist notwendig, um die Resilienz der Stadtregionen zu erhöhen.
Auf Basis dieser fünf Handlungsfelder gibt das Positionspapier fünf zentrale Empfehlungen für Politik und Praxis:
1. Die Handlungsfelder sollten als Ausgangspunkte für die strategische Planung genutzt werden.
2. Die Netzwerk- und Kooperationsfähigkeit innerhalb der Metropolregionen muss gestärkt werden, um gemeinsame Anstrengungen zu fördern.
3. Resilienzbewertungen und strategische Vorausschau sollten in alle Phasen der politischen Entscheidungsfindung integriert werden, um proaktiv auf Risiken reagieren zu können.
4. Ein „metropolitanes“ Denken, Planen und Handeln über Verwaltungsgrenzen hinweg ist notwendig, um eine kohärente Politik zu entwickeln.
5. Robuste Institutionen, die an lokale Traditionen angepasst sind, müssen geschaffen werden, um eine koordinierte und rechenschaftspflichtige Steuerung zu gewährleisten. Beispielsweise könnten spezielle Resilienz-Einheiten innerhalb der Metropolregionen etabliert werden.
Das Positionspapier resultiert aus den Arbeiten einer internationalen Arbeitsgruppe, die Experten aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Italien, Österreich und Spanien vereinte. Unter der Co-Leitung von Prof. Dr. Joaquín Farinós Dasí von der Universität València und Petra Schelkmann vom Verband Region Rhein-Neckar wurde ein interdisziplinärer Ansatz entwickelt, um die Resilienz in Metropolregionen zu fördern.
Insgesamt zeigt das ARL-Positionspapier, dass eine proaktive und integrierte Herangehensweise an die Herausforderungen, vor denen Metropolregionen stehen, entscheidend ist. Durch die Umsetzung der vorgeschlagenen Strategien können Städte und ihre Umlandregionen nicht nur auf Krisen reagieren, sondern sich auch nachhaltig weiterentwickeln und stärken.


















































