Stagnation der FuE-Ausgaben und Rückgang des Forschungspersonals in Deutschland**

Die Investitionen der Unternehmen in Deutschland für Forschung und Entwicklung (FuE) zeigen im Jahr 2025 eine stagnierende Tendenz. Laut einer aktuellen Erhebung des Stifterverbands, die im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt durchgeführt wurde, lagen die Ausgaben für interne FuE bei 92,9 Milliarden Euro – ein marginaler Anstieg im Vergleich zu 92,5 Milliarden Euro im Jahr 2024. Diese Zahlen sind jedoch von einer besorgniserregenden Entwicklung begleitet: Das Forschungspersonal ist um 1,2 Prozent gesunken, was einem Rückgang von 6.654 Vollzeitstellen auf insgesamt 547.447 entspricht.

Erstmalig seit 2016 verzeichneten die Unternehmen auch einen Rückgang der Ausgaben für externe FuE, also für Forschungsaufträge an andere Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Diese Aufwendungen sanken um 0,9 Prozent auf etwa 32,7 Milliarden Euro, nachdem sie im Vorjahr noch rund 33 Milliarden Euro betragen hatten. Ein wesentlicher Aspekt der Erhebung ist der Anteil der FuE-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt, der 2025 bei 3,07 Prozent lag, im Vergleich zu 3,12 Prozent im Jahr 2024. Die wirtschaftlichen FuE-Ausgaben machen davon etwa 2,05 Prozent aus, was rund zwei Drittel der gesamten FuE-Ausgaben ausmacht. Der Rest entfällt auf Hochschulen, staatliche Forschungseinrichtungen und gemeinnützige Organisationen.

Bundesministerin Dorothee Bär kommentierte die Ergebnisse und betonte, dass, obwohl ein Anstieg der Investitionen in FuE erfreulich sei, die tatsächlichen Zahlen hinter den Erwartungen zurückbleiben. Sie forderte eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Staat, um das ambitionierte Ziel von 3,5 Prozent für FuE-Ausgaben am BIP zu erreichen. Mit der Hightech Agenda Deutschland sollen gezielt Schwerpunkte in Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz und Biotechnologie gesetzt werden, um die Grundlagen für zukünftige Innovationen in Deutschland zu schaffen. Bär unterstrich die Bedeutung von Investitionen in Forschung und Entwicklung als Motor für langfristiges Wachstum und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Ein Blick auf die einzelnen Branchen zeigt, dass insbesondere die Automobilindustrie und ihre Zulieferer ihre FuE-Ausgaben sowie das damit verbundene Personal signifikant reduzieren. Im Jahr 2025 sanken die internen FuE-Ausgaben um fast 1,5 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auch die Auftragsforschung wurde um 1,6 Prozent verringert, und das FuE-Personal in dieser Branche reduzierte sich um 5,8 Prozent. Diese Entwicklungen sind vor dem Hintergrund sinkender Umsätze und Gewinne zu sehen, die den Kostendruck auch auf die FuE-Abteilungen verstärkten.

Ebenfalls betroffen ist die Informations- und Kommunikationsbranche, die in den vergangenen Jahren für ein starkes Wachstum verantwortlich war. Hier sanken die internen FuE-Ausgaben um zwei Prozent auf knapp acht Milliarden Euro, während die externen Aufwendungen um 6,2 Prozent erhöht wurden. Eine leichte Steigerung des FuE-Personals um 0,6 Prozent zeigt, dass kleinere Unternehmen in dieser Branche eher positive Entwicklungen verzeichnen, während große Unternehmen unter Druck stehen.

Im Gegensatz dazu verzeichnete der Maschinenbau trotz konjunktureller Herausforderungen einen Anstieg der internen FuE-Ausgaben um neun Prozent und der externen FuE um nahezu 25 Prozent. Die pharmazeutische Industrie konnte ebenfalls ein Wachstum der internen FuE-Ausgaben von 10,4 Prozent aufweisen, wobei dieser Anstieg teilweise auf eine veränderte Organisation der Forschung zurückzuführen ist.

Melanie Maas-Brunner, Präsidentin des Stifterverbands, wies darauf hin, dass Deutschland sich in einer Transformationsphase befindet. Der Rückgang der FuE-Aktivitäten in der Automobilindustrie und das Nachlassen des digitalen Aufholprozesses erforderten eine gezielte Innovationsförderung. Um zukünftige Herausforderungen zu meistern, müsse der Fokus auf neue Modernisierungspfade gerichtet werden, wobei auch Raum für Experimente und innovative Ansätze geschaffen werden sollte.

Während große Unternehmen tendenziell ihre FuE-Budgets und das Personal reduzieren, zeigen kleinere Unternehmen ein gesteigertes Engagement in der Forschung. Diese unterschiedlichen Entwicklungen könnten langfristig zu einer breiteren Verteilung der Innovationsaktivitäten führen, auch wenn dies zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilt werden kann. Für das Jahr 2026 erwarten die Unternehmen einen weiteren Rückgang der internen FuE-Ausgaben um 1,8