Hülsenfrüchte als Schlüssel für eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung in Brandenburg und De…

Hülsenfrüchte als Schlüssel für eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung in Brandenburg und De…

Der Internationale Tag der Hülsenfrüchte, der am 10. Februar gefeiert wird, lenkt die Aufmerksamkeit auf die bedeutende Rolle dieser eiweißreichen Pflanzen für eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung. Hülsenfrüchte, zu denen unter anderem Erbsen, Ackerbohnen, Lupinen, Soja und zunehmend auch Kichererbsen gehören, tragen zur Diversifizierung der Felder bei, fördern die Gesundheit des Bodens und sind eine wertvolle Quelle für pflanzliche Proteine.

In Deutschland nehmen Hülsenfrüchte derzeit nur einen kleinen, aber wachsenden Anteil an der Ackerfläche ein. Im Jahr 2025 betrug der Anteil der Fläche, die für Körnerleguminosen genutzt wurde, etwa 2,6 Prozent. Obwohl sich diese Fläche seit 2014 mehr als verdoppelt hat, bleibt der Anteil insgesamt vergleichsweise gering. In Brandenburg wuchs die Anbaufläche auf etwa 33.800 Hektar, was einem Anstieg von mehr als sechs Prozent entspricht. Besonders häufig werden hier Erbsen angebaut, gefolgt von Süßlupinen und zunehmend auch Soja. Die Erntemengen zeigen ebenfalls einen positiven Trend: Im Jahr 2025 wurden in Deutschland schätzungsweise über 440.000 Tonnen Erbsen geerntet – mehr als doppelt so viel wie noch vor einem Jahrzehnt. Dennoch ist der Verbrauch von Hülsenfrüchten relativ niedrig, da der Pro-Kopf-Verzehr unter zwei Kilogramm pro Jahr liegt. Im Vergleich dazu empfehlen nachhaltige Ernährungskonzepte wie die „Planetary Health Diet“ einen Verzehr von etwa 27 Kilogramm pro Jahr.

Die Forschung und die Schaffung von Netzwerken für den Anbau von Hülsenfrüchten sind entscheidend, um deren Potenzial zu nutzen. Diese Pflanzen haben die Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft im Boden verfügbar zu machen, wodurch der Einsatz von mineralischen Stickstoffdüngern reduziert wird. Dies kommt sowohl der Umwelt als auch dem Klima zugute und verbessert die Bodenqualität. Der Anbau von Hülsenfrüchten erhöht die Diversität in den Fruchtfolgen, die oft von Getreide, Raps und Mais dominiert sind, und fördert somit die Biodiversität in der Landwirtschaft. Darüber hinaus liefern Hülsenfrüchte eine wertvolle Quelle pflanzlichen Proteins für eine nachhaltigere Ernährung.

Ein hervorstechendes Beispiel für die Entwicklung regionaler Anbaupraktiken ist die Kichererbse. Diese Pflanze war lange Zeit fast ausschließlich ein Importprodukt, gewinnt jedoch zunehmend an Bedeutung im deutschen Anbau. Derzeit wird sie auf etwa 1.300 bis 1.500 Hektar kultiviert, mit einer steigenden Tendenz. Der Anbau von Kichererbsen steht symbolisch für neue Kulturpflanzen, die schrittweise in die Landwirtschaft integriert werden. In Projekten wie KIWERTa und LeguNet arbeiten landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeitungspartner und weitere Akteure zusammen, um den Anbau von Kichererbsen unter realen Bedingungen zu erproben. Hierbei werden Aspekte wie Sortenauswahl, Anbaumanagement, Qualitätsanforderungen und Vermarktungsstrategien untersucht – von der Direktvermarktung bis zur Gastronomie.

Ein zentrales Element dieser Entwicklungen ist der Kichererbsen-Ring in Nordostdeutschland, in dem etwa 20 Landwirte ihre Erfahrungen bündeln und gemeinsam auswerten. Trotz der Herausforderungen, die mit dem Anbau neuer Kulturen verbunden sind, leisten sie wichtige Pionierarbeit, um Wissen zu sammeln und die Anbausicherheit zu erhöhen. Das ZALF untersucht im Rahmen des Projekts CiceRegio zudem 18 Kichererbsensorten an seinen Versuchsanlagen in Müncheberg und Dedelow, um die Qualität der Ernte zu beurteilen und gemeinsam mit Praxispartnern weiterzuverarbeiten.

Die Kombination von wissenschaftlichen Versuchen und praktischen Untersuchungen ist besonders wichtig, da die Kichererbse in Deutschland noch nicht weit verbreitet ist. Es gibt noch Hürden, die den großflächigen Anbau erschweren, wie das Fehlen bewährter Sorten, geeigneter Verarbeitungsstrukturen und verlässlicher Absatzwege. Daher ist die Forschung von zentraler Bedeutung, um Anbau, Verarbeitung und Vermarktung zusammen mit der landwirtschaftlichen Praxis und anderen Akteuren weiterzuentwickeln.

In Brandenburg entstehen Netzwerke, in denen landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeitungsunternehmen, Handel und Forschung zusammenarbeiten. Projekte wie LeguNet, CropCat, CiceRegio und LegumES, an denen das ZALF beteiligt ist, fördern